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Microsoft Aktie: Mai-Patch-Update erneuert 2011er-Zertifikate

10.05.2026 - 10:17:35 | boerse-global.de

Microsofts Milliarden-Investitionen in KI drücken Cashflow und Margen, während Azure weiter wächst und die OpenAI-Abhängigkeit steigt.

Microsoft Aktie: Mai-Patch-Update erneuert 2011er-Zertifikate - Foto: über boerse-global.de
Microsoft Aktie: Mai-Patch-Update erneuert 2011er-Zertifikate - Foto: über boerse-global.de

Rekordwachstum bei Azure, ein milliardenschweres Investitionsprogramm und eine wachsende Abhängigkeit von einem einzigen Partner — Microsoft liefert derzeit ein widersprüchliches Bild. Die Aktie notiert rund 25 Prozent unter ihrem Jahreshoch und kämpft sich seit dem März-Tief langsam zurück.

Capex-Zyklus drückt auf die Margen

Der zentrale Konflikt ist bekannt, aber die Zahlen machen ihn greifbar. CFO Amy Hood hat die Investitionsplanung für das Kalenderjahr 2026 auf 190 Milliarden Dollar angehoben — 61 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 25 Milliarden Dollar davon entfallen auf gestiegene Komponentenkosten, vor allem Speicher.

Das hinterlässt Spuren. Der freie Cashflow fiel im dritten Quartal auf 15,8 Milliarden Dollar, nach 20,3 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sank auf 67,6 Prozent — der niedrigste Wert seit 2022. Für das vierte Quartal erwartet Microsoft Investitionsausgaben von über 40 Milliarden Dollar.

Die Aktie spiegelt diese Belastung wider. Mit einem Kurs von 352 Euro liegt sie rund zwölf Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 13 Prozent.

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OpenAI-Abhängigkeit als Risikofaktor

Auf den ersten Blick sieht das Auftragspolster beeindruckend aus. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen aus dem kommerziellen Geschäft stiegen um 99 Prozent auf 627 Milliarden Dollar. Allerdings entfällt rund 45 Prozent dieses Betrags auf OpenAI.

Bereinigt um OpenAI wuchs das Auftragsvolumen nur um 26 Prozent. Die kommerziellen Buchungen sanken auf konstanter Währungsbasis sogar um 46 Prozent — weil OpenAI seine Cloud-Partnerschaften auf weitere Anbieter ausgeweitet hat. Das ist eine strukturelle Verschiebung, die Investoren genau beobachten.

Cloud-Wettbewerb zieht an

Im Cloudgeschäft bleibt Microsoft stark, aber die Konkurrenz beschleunigt sich. Azure wuchs zuletzt um 40 Prozent und übertraf die Erwartungen. Google Cloud legte im gleichen Zeitraum um 63 Prozent zu. AWS von Amazon wuchs um 28 Prozent — das schnellste Tempo seit 15 Quartalen.

Für das laufende Quartal erwartet das Management ein Azure-Wachstum von 39 Prozent auf konstanter Währungsbasis. Analysten hatten 37 Prozent erwartet. Ob Microsoft diesen Wert erreicht, wird ein zentraler Maßstab für die nächste Berichtssaison.

Patch Tuesday mit ungewöhnlicher Tragweite

Abseits der Finanzzahlen steht am 12. Mai ein technisches Ereignis an, das IT-Abteilungen weltweit beschäftigt. Das Mai-Patch-Tuesday-Update enthält das letzte bequeme Zeitfenster, um Secure-Boot-Zertifikate vor deren Ablauf am 26. Juni zu erneuern. Die ursprünglichen Zertifikate stammen aus dem Jahr 2011.

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Unternehmen haben damit rund sechs Wochen, um ihre gesamte Infrastruktur zu aktualisieren. Das Update bringt außerdem neue KI-Schnittstellen für Windows 11 — darunter APIs, mit denen Nutzer KI-Agenten direkt in der Taskleiste überwachen können, zunächst über die Microsoft-365-Copilot-App.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz der kurzfristigen Belastungen ist das Analystenbild klar. 37 Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit "Strong Buy" und sehen das Kursziel bei umgerechnet rund 569 Dollar. Das aktuelle Kursniveau von 352 Euro lässt erheblichen Spielraum nach oben — vorausgesetzt, das Azure-Wachstum hält, und der Capex-Zyklus beginnt sichtbar in Umsatz umzuschlagen.

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