Microsoft, Aktie

Microsoft Aktie: 40 Prozent Azure-Wachstum trifft EU-Regulierung

26.06.2026 - 18:54:32 | boerse-global.de

Brüssel will Microsofts Cloud-Plattform Azure strengen DMA-Regeln unterwerfen. Die Aktie fällt auf ein Jahrestief, während das Cloud-Geschäft boomt.

Microsoft Aktie: EU plant Azure als Gatekeeper-Einstufung
Microsoft - Abstrakte Darstellung der Cloud-Computing-Branche mit dynamischen Lichtstreifen, die Wachstum symbolisieren, und strukturierten Elementen für Regulierung. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Europäische Kommission nimmt das Herzstück von Microsoft ins Visier. Brüssel will die Cloud-Plattform Azure künftig als "Gatekeeper" einstufen. Das trifft den Konzern an seiner empfindlichsten Stelle. Schließlich treibt die KI-Infrastruktur das Wachstum massiv an.

Die EU-Behörde bewertet Azure nach ersten Prüfungen als zentrales Tor zwischen Unternehmen und Kunden. Das Gleiche gilt für Amazon Web Services. Bestätigt sich dieser Verdacht, greift der Digital Markets Act. Microsoft hätte dann sechs Monate Zeit, um strenge Auflagen umzusetzen.

Konkret will die EU verbieten, dass Anbieter eigene Dienste bevorzugen. Kunden sollen ihre Daten künftig leichter übertragen können. Die Kommission begründet dies mit hohen Wechselkosten. Microsoft wehrt sich gegen diese Darstellung. Der Konzern verweist auf die harte Konkurrenz durch Google Cloud und Gemini.

Cloud-Wachstum im Fokus

Der Zeitpunkt der Regulierung ist heikel. Das Cloud-Geschäft liefert die entscheidenden Zahlen. Im abgelaufenen Quartal stieg der Gesamtumsatz um 18 Prozent auf knapp 83 Milliarden US-Dollar. Die Azure-Dienste wuchsen sogar um 40 Prozent. Kein Wunder. Genau dieses Segment rückt nun in den Fokus der Aufseher.

Aktie am Boden

An der Börse zeigt sich ein fragiles Bild. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 313,15 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 1,07 Prozent. Die Erholung startet allerdings von einem tiefen Niveau. Erst gestern markierte der Kurs bei 307,10 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Seit Jahresbeginn verlor das Papier 22,41 Prozent an Wert. Der Abstand zum Rekordhoch von 478,10 Euro beträgt mittlerweile 34,50 Prozent. Die neue EU-Untersuchung belastet die ohnehin schwache Kursentwicklung zusätzlich.

Microsoft und Amazon können nun schriftlich auf die Vorwürfe reagieren. Die endgültige Entscheidung der Kommission fällt in den kommenden Monaten. Bestätigt Brüssel die Einstufung, muss Microsoft sein lukrativstes Geschäftsmodell an die strengen EU-Regeln anpassen. Das dürfte die Margen im KI-Sektor spürbar belasten.

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