Microsoft Aktie: 28 Prozent unter Oktober-Hoch
16.06.2026 - 00:59:05 | boerse-global.de
Microsofts Aktie hat seit Jahresbeginn fast 15 Prozent verloren. Ausgerechnet jetzt, wo das Unternehmen beim Thema KI so stark dasteht wie nie zuvor.
Broadcom löst Rotation aus
Den jüngsten Kursrückgang löste ein enttäuschendes Chip-Umsatz-Signal von Broadcom aus. Investoren reagierten nervös und zogen Kapital aus etablierten KI-Werten ab. Ein Teil davon fließt offenbar in neue Richtungen: IPOs wie SpaceX oder die erwarteten Börsengänge von Anthropic und OpenAI ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Das belastet Schwergewichte wie Microsoft.
Aktuell notiert die Aktie bei 343,80 Euro — rund 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro aus dem Oktober 2025. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 388,58 Euro, der aktuelle Kurs also deutlich darunter. Der RSI von 42,4 zeigt keine überkaufte Lage, aber auch keine klare Trendwende.
KI-Zahlen sprechen eine andere Sprache
Das operative Bild ist stärker als der Kurs vermuten lässt. Im dritten Fiskalquartal bis Ende März 2026 wuchs das KI-Geschäft um 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der jährliche Umsatzlauf liegt inzwischen bei 37 Milliarden Dollar. Azure-Cloud-Umsätze kletterten um 40 Prozent.
Microsoft bleibt mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,9 Billionen Dollar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Mehr als 80 Prozent der Fortune-500-Konzerne nutzen KI-Agenten, die auf Microsofts Plattform basieren.
Bewertung: günstig oder zu teuer?
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen liegt bei etwa dem 23-Fachen. Für ein Unternehmen mit diesem Wachstumstempo ist das kein offensichtliches Schnäppchen — aber auch kein extremes Niveau. Manche Marktbeobachter sehen bei diesen Kursen eine Einstiegsgelegenheit, andere verweisen auf anhaltende Bewertungsrisiken im gesamten KI-Sektor.
Entscheidend wird sein, ob Microsofts Investitionen in sogenannte agentische KI — Systeme, die selbstständig Aufgaben lösen — die nächste Wachstumsstufe einleiten. Die nächsten Quartalszahlen für das Geschäftsjahresende erscheinen voraussichtlich Ende Juli 2026 und dürften zeigen, ob der Wachstumskurs anhält.
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