Microsoft Advertising macht KI-Werbung transparent
17.01.2026 - 11:03:12Microsoft öffnet die Blackbox seiner KI-gesteuerten Werbekampagnen. Mit neuen Transparenz-Tools reagiert der Konzern auf eine zentrale Kritik der Marketingbranche.
Einblick in die KI-„Blackbox“
Seit Jahren setzen Werbetreibende auf automatisierte Kampagnen wie Performance Max (PMax), die mittels künstlicher Intelligenz Anzeigen platzieren. Doch bisher blieb oft unklar, warum eine Anzeige geschaltet wurde – oder gerade nicht. Diese Intransparenz hat Microsoft Advertising nun beendet.
Ab sofort erhalten Werbetreibende umfassende Share-of-Voice-Metriken für ihre PMax-Kampagnen. Die neuen Kennzahlen liefern erstmals Einblicke, die bisher in der KI-„Blackbox“ verborgen blieben. Dazu gehören:
- Impression Share: Der Anteil der tatsächlich erhaltenen Impressionen an allen möglichen.
- Click Share: Der Anteil der erhaltenen Klicks an allen erreichbaren.
- Impression Share Lost to Budget: Wie oft das Budget zu gering für eine Schaltung war.
- Impression Share Lost to Rank: Wann die Anzeige aufgrund von Gebot oder Qualität nicht zum Zug kam.
Die Daten sind rückwirkend bis zum 10. November 2025 verfügbar. Damit können Vermarkter die Performance im wichtigen Weihnachtsgeschäft analysieren und ihre Strategie für das erste Quartal 2026 anpassen.
Microsoft schafft mehr Transparenz in KI-gesteuerten Kampagnen – gut für Advertiser, aber die EU‑KI‑Verordnung bringt neue Pflichten für Betreiber von KI-Systemen. Wer KI-Modelle in der Werbung nutzt, muss Kennzeichnung, Risikobewertung und Dokumentation nachweisen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Anforderungen jetzt gelten, wie Sie Werbe‑KIs richtig klassifizieren und Dokumentationspflichten erfüllen, damit Ihre Kampagnen rechtssicher bleiben. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Mehr Kontrolle für Werbetreibende
Neben der Transparenz bietet Microsoft auch mehr Steuerungsmöglichkeiten. In einer offenen Beta ist das neue Ziel New Customer Acquisition (NCA) verfügbar. Es erlaubt, Kampagnen gezielt auf Neukunden auszurichten – entweder mit höheren Geboten oder im exklusiven Fokus.
Zudem wurde das Limit für Such-Themen pro Kampagne auf 50 verdoppelt. Diese Themen dienen der KI als Leitplanken. Mehr davon helfen den Algorithmen, das Werbeziel präziser zu verstehen und Anzeigen passgenauer zu platzieren.
Generative KI schreibt Anzeigentexte
Ein weiterer Schritt in Richtung Automatisierung: Für neue Responsive Search Ads (RSA) sind weltweit – außer in China und Südkorea – nun standardmäßig KI-generierte Assets aktiviert.
Die KI analysiert dabei die Zielseite und erstellt automatisch Überschriften und Beschreibungen. Laut Microsoft verbessert dies die Klickrate (CTR) im Schnitt um etwa 5 Prozent. Wer die volle Kontrolle behalten will, kann die Funktion deaktivieren.
Strategische Antwort auf Google
Die Updates markieren einen strategischen Schachzug im Wettbewerb mit Google Ads, das ein ähnliches Kampagnenformat nutzt. Indem Microsoft die Transparenz in den Vordergrund stellt, adressiert es gezielt die Bedenken erfahrener Werbetreibender.
„Die Daten zeigen jetzt klar, ob mangelnde Kreativqualität oder die Gebotsstrategie das Problem sind“, analysieren Branchenexperten. Advertiser könnten schlechte Performance nicht mehr pauschal der KI anlasten.
Mit den neuen Reporting-Tools legt Microsoft das Fundament für erklärbare und vertrauenswürdige KI-Werkzeuge. Die nächste Innovationswelle dürfte predictive Analytics bringen – also Prognosen, wie Kampagnen in einem zunehmend KI-vermittelten Markt performen werden.
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