MFA-Gehälter, Stufe

MFA-Gehälter steigen 2026 – Neue Stufe für langjährige Erfahrung

28.12.2025 - 06:12:12

Ab Januar profitieren Medizinische Fachangestellte von höheren Tariflöhnen und einer neuen Erfahrungsstufe. Die Anpassungen sollen den Personalmangel in Praxen lindern.

Berlin – Zum Jahreswechsel tritt die zweite Stufe des aktuellen Tarifvertrags für Medizinische Fachangestellte (MFA) in Kraft. Ab dem 1. Januar 2026 steigen die Gehälter im Schnitt um etwa 3,4 Prozent. Kernstück der Reform ist eine neue Berufsjahrstufe für langjährige Mitarbeiterinnen mit 29 bis 32 Jahren Berufserfahrung. Sie schließt eine Lücke in der Gehaltskurve und soll erfahrene Kräfte in den Praxen halten.

Die Erhöhungen sind Teil des Tarifpakets, das die Arbeitgebervereinigung AAA und der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) Ende 2024 ausgehandelt haben. Angesichts des massiven Fachkräftemangels im Gesundheitswesen zielen die Maßnahmen darauf ab, den ambulanten Sektor gegenüber Kliniken und anderen Arbeitgebern konkurrenzfähig zu halten.

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Die lineare Tariferhöhung von rund 3,4 Prozent folgt auf eine erste Anpassung von 3,85 Prozent zu Jahresbeginn 2025. Die eigentliche Neuerung ist jedoch struktureller Natur: Die neue Stufe für MFA mit 29 bis 32 Dienstjahren schafft erstmals eine tarifliche Anerkennung für diese Erfahrungsgruppe. Bislang endete die automatische Steigerung früher.

„Diese Stufe belohnt langjährige Loyalität und wertvolles Praxiswissen“, erklärt ein Verbandssprecher. In der höchsten Qualifikationsgruppe können die Bruttogehälter damit auf über 4.800 Euro monatlich steigen. Auch die Entgelte für die bereits existierende Stufe ab 33 Jahren wurden angehoben.

Attraktivität für Azubis soll steigen

Um den Nachwuchs zu sichern, steigt auch die Ausbildungsvergütung zum neuen Jahr. Sie erhöht sich in allen drei Lehrjahren um 50 Euro monatlich.

  • 1. Lehrjahr: 1.050 Euro (bisher 1.000 Euro)
  • 2. Lehrjahr: 1.150 Euro (bisher 1.100 Euro)
  • 3. Lehrjahr: 1.250 Euro (bisher 1.200 Euro)

Ziel ist es, die MFA-Ausbildung für Schulabgänger attraktiver zu machen – auch im Wettbewerb mit besser bezahlten Ausbildungen in der Pflege oder im kaufmännischen Bereich. Die unteren vier Erfahrungsstufen wurden in der Gesamtberechnung leicht stärker angehoben, um die Einstiegsgehälter konkurrenzfähig zu halten.

Hintergrund: Kompromiss in schwierigem Umfeld

Der Tarifvertrag mit Laufzeit bis Ende 2026 war im November 2024 nach zähen Verhandlungen besiegelt worden. Die Arbeitgeberseite verwies auf steigende Praxiskosten und stagnierende Vergütungen der Krankenkassen. Die Gewerkschaftsseite pochte auf Inflationsausgleich und wettbewerbsfähige Löhne, um eine Abwanderung in Kliniken zu stoppen.

Der Kompromiss umfasste die zweistufige Erhöhung 2025/2026, eine bereits ausgezahlte Einmalzahlung zur Inflationskompensation und die nun eingeführte neue Erfahrungsstufe. Sie beantwortet die Kritik an einer „gläsernen Decke“ für Berufsveteranen.

Mehr Druck auf das Vergütungssystem

Für Praxisinhaber bedeuten die Erhöhungen planmäßig steigende Personalkosten. Diese waren zwar seit Vertragsunterzeichnung einkalkuliert, treffen aber viele Betriebe in einer angespannten Haushaltslage. Beobachter sehen nun verstärkten Druck auf die Krankenkassen, die Orientierungswerte für ärztliche Leistungen anzupassen, um die höheren Betriebskosten der Praxen abzubilden.

Aus Arbeitnehmersicht ist die Botschaft klar: „Nur mit attraktiven Gehältern und Perspektiven sichern wir die Zukunft der ambulanten Versorgung“, betont der vmf. Die nächste Verhandlungsrunde für die Zeit ab 2027 wird voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen. Bis dahin bieten die neuen Strukturen Planungssicherheit für die etwa 200.000 MFA in deutschen Arztpraxen. Praxen sollten ihre Gehaltsabrechnungen umgehend auf die neuen Tabellen umstellen.

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