Metallium, Aktie

Metallium Aktie: 8.000-Tonnen-Ziel noch zu 50% gesichert

17.05.2026 - 02:36:32 | boerse-global.de

Metallium meistert ersten Dauerlauf eines FJH-Reaktors. Der Parallelbetrieb mehrerer Anlagen in Texas wird zum entscheidenden Test für die Kommerzialisierung.

Metallium Aktie: 8.000-Tonnen-Ziel noch zu 50% gesichert - Foto: über boerse-global.de
Metallium Aktie: 8.000-Tonnen-Ziel noch zu 50% gesichert - Foto: über boerse-global.de

Metallium hat den ersten technischen Prüfpunkt genommen. Jetzt wird es operativ anspruchsvoller: Nach einem stabilen Dauerlauf eines einzelnen Flash-Joule-Heating-Reaktors richtet sich der Blick auf den Parallelbetrieb mehrerer Anlagen am Standort Gator Point in Texas. Genau dort entscheidet sich, ob aus einem funktionierenden Modul ein kommerziell belastbares System werden kann.

Ein Reaktor läuft stabil

Metallium meldete am 12. Mai 2026 den erfolgreichen Abschluss eines 12-stündigen Dauerbetriebs eines FJH-Reaktors. Dabei liefen Automatisierung, Steuerung und Betriebsabläufe der ersten Systemgeneration stabil und wiederholbar. Für ein Verfahren, das auf modulare Skalierung setzt, ist das mehr als ein Labordetail.

Wichtig ist auch der Hinweis auf mögliche höhere Durchsatzraten als intern ursprünglich angenommen. Noch braucht es weitere Tests, um diese Tendenz zu erhärten. Sollte sich der Effekt bestätigen, könnte das die Wirtschaftlichkeit der ersten kommerziellen Ausbaustufe verbessern.

Der Test zeigte außerdem, dass die Anlage Materialien mit hohen Platin- und Palladiumanteilen verarbeiten kann. Das erweitert den Spielraum bei den Einsatzstoffen. Für Metallium zählt nicht nur, dass der Reaktor läuft, sondern auch, wie flexibel er wertstoffreiche Abfälle und mineralische Ströme verarbeiten kann.

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Parallelbetrieb wird zum Prüfstein

Der nächste Schritt ist der gleichzeitige Betrieb mehrerer FJH-Reaktoren. Metalliums Skalierungsmodell beruht darauf, zusätzliche Reaktoren unter einer gemeinsamen Steuerungsarchitektur zu betreiben. Mehr Kapazität entsteht also nicht durch eine einzelne Großanlage, sondern durch parallel geschaltete Module.

In den folgenden Phasen stehen längere Testläufe und weitere Optimierungen an. Das Ziel bleibt eine erste kommerzielle Anlage in Texas, die jährlich 8.000 Tonnen Leiterplattenmaterial verarbeiten kann. Der Zeitplan sieht die Inbetriebnahme noch vor Jahresende vor.

Lieferbasis noch nicht vollständig

Technik allein reicht nicht. Für den Hochlauf braucht Metallium ausreichend Material. Verbindliche Lieferverträge decken bislang rund 50 Prozent des geplanten Durchsatzes von 8.000 Tonnen pro Jahr ab, darunter eine Vereinbarung mit Glencore über bis zu 2.400 Tonnen E-Schrott und verwandte Einsatzstoffe.

Das eigene Ziel liegt bei einer vertraglich abgesicherten Basis von rund 70 Prozent. Die Differenz von 20 Prozentpunkten soll über zusätzliche Verträge und Spotbeschaffung geschlossen werden. Neue Lieferabschlüsse wären daher ein ebenso wichtiger Fortschritt wie der nächste technische Test.

Operativ passt das in ein größeres Bild. Metallium hatte im Januar 2026 eine Kapitalerhöhung über 75 Millionen australische Dollar abgeschlossen und zudem einen 10-jährigen Abnahmevertrag mit Indium Corporation vereinbart. Der Markt für Elektronikschrott wächst, getrieben von Rechenzentren, KI, Telekommunikation und Elektrifizierung.

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Aktie bleibt nervös

Die Aktie spiegelt diese Mischung aus Fortschritt und Ausführungsrisiko klar wider. Am Freitag schloss Metallium bei 0,33 Euro, ein Tagesminus von 1,42 Prozent; auf Monatssicht steht ein Rückgang von 24,12 Prozent zu Buche.

Der Rückschlag trifft allerdings auf eine starke Langfristbilanz: Über zwölf Monate liegt das Papier noch 122,95 Prozent im Plus, notiert aber rund 30,87 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Kein Wunder, dass operative Meldungen vom Texas-Standort kurzfristig stark ins Gewicht fallen.

In der neuen Woche zählen daher zwei Punkte: ein belastbarer Hinweis auf den Start paralleler Reaktoren und Fortschritte bei der Rohstoffabsicherung. Gelingt beides, rückt die geplante erste kommerzielle Ausbaustufe deutlich näher.

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