Meta-Manus-Deal, China

Meta-Manus-Deal: China startet Untersuchung zu KI-Übernahme

09.01.2026 - 14:39:12

Peking stellt sich quer: China untersucht Metas Milliardendeal für ein KI-Startup aus Wuhan. Der Vorwurf: illegale Technologieexporte. Das Land will die Abwanderung von KI-Spitzenkräften stoppen.

Die chinesische Regierung hat eine formelle Untersuchung gegen die Übernahme des KI-Startups Manus durch Meta eingeleitet. Das bestätigte das Handelsministerium in Peking am Donnerstag. Konkret geht es um den Verdacht, Manus habe streng kontrollierte KI-Technologie ohne Genehmigung aus China ausgeführt. Der Deal war im Dezember 2025 mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Euro bekannt gegeben worden.

Im Fokus der Behörden steht eine gängige Praxis in der Tech-Branche: das sogenannte „Singapore Washing“. Dabei verlegen chinesische Startups ihren rechtlichen Sitz in neutrale Staaten wie Singapur, um geopolitischen Konflikten und Investitionsbeschränkungen auszuweichen. Genau diesen Weg ging Manus im Jahr 2025.

Anzeige

Export von Hochtechnologie kann schnell zur rechtlichen Falle werden – besonders bei sensiblen KI-Systemen mit möglichen Dual‑Use‑Eigenschaften. Fehler bei der Prüfung, ob eine Ausfuhr genehmigungspflichtig ist, führen zu Bußgeldern, Strafverfahren und dem Scheitern von Deals. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, wie Sie Dual‑Use‑Pflichten prüfen, ausfuhrpfichtige Güter identifizieren und rechtssichere Prozesse etablieren. Das 1×1 der Dual‑Use‑Verordnung gratis herunterladen

Das Unternehmen wurde vom chinesischen Unternehmer Xiao Hong in Wuhan gegründet und hatte zunächst Büros in Peking. Nach einer Finanzierungsrunde über 75 Millionen Euro unter Führung des US-Investors Benchmark zog Manus jedoch sein komplettes Team aus China ab und löste seine Präsenz vor Ort auf. Für Peking ist klar: Die entscheidende geistige Eigentumsrechte und Forschungsergebnisse entstanden auf chinesischem Boden – und unterliegen damit den Exportkontrollen.

Ein strategischer Coup unter Beschuss

Für Meta-Chef Mark Zuckerberg wäre der Kauf ein strategischer Coup. Manus gilt als Pionier für „agentische KI“. Diese Systeme können komplexe Aufgaben wie Software-Entwicklung oder Marktforschung autonom und in mehreren Schritten ausführen. Das Startup war rasant gewachsen und hatte innerhalb weniger Monate einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Euro erreicht.

Doch genau dieser Erfolg und die chinesischen Wurzeln machen die Übernahme nun zum Politikum. Die Untersuchung ist eine klare Warnung Pekings an die Tech-Branche. „Wenn Meta einfach weitermachen darf, könnte das eine massive Abwanderung von Chinas Top-KI-Talenten befeuern“, analysiert der Rechtsexperte Winston Ma von der NYU. Peking will diesen „Brain Drain“ um jeden Preis verhindern.

Meta zwischen den Fronten der Supermächte

Das Startup befindet sich nun im Kreuzfeuer zweier Großmächte. In den USA hatte bereits Senator John Cornyn die Beteiligung von US-Kapital an chinesischen KI-Firmen kritisiert und eine Überprüfung gefordert. Für Washington ist Manus zu sehr mit China verbunden. Für Peking ist die Technologie hingegen zu wertvoll, um sie kampflos ziehen zu lassen.

Meta hatte bei der Deal-Ankündigung betont, Manus werde alle Dienstleistungen in China einstellen und es gebe keine fortbestehenden chinesischen Eigentumsinteressen. Die chinesische Regierung stellt diese „saubere Trennung“ nun mit Verweis auf ihre Exportgesetze infrage.

Was droht Meta und der Branche?

Die Konsequenzen für Meta könnten schwerwiegend sein. Finden die Behörden Verstöße, reichen die Sanktionen von hohen Geldstrafen bis zu strafrechtlicher Verfolgung der Manus-Gründer. Im Extremfall könnte die Integration des Startups für Meta unmöglich werden oder der Deal ganz platzen.

Für die globale Tech- und Investment-Branche sendet die Untersuchung ein beunruhigendes Signal. Venture-Capital-Geber müssen die Risiken bei grenzüberschreitenden KI-Deals neu bewerten. Der Fall zeigt: Künstliche Intelligenz wird nicht mehr nur als Handelsware, sondern als strategisches Nationalgut behandelt, dessen Fluss über Grenzen hinweg streng kontrolliert wird.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Das Ergebnis der Untersuchung wird einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Nationen in Zukunft mit der globalen Mobilität von Spitzentechnologie umgehen.

Anzeige

PS: Wenn grenzüberschreitende KI‑Transaktionen auf dem Spiel stehen, hilft ein klarer Prüfpfad. Der kostenlose Leitfaden zur Dual‑Use‑Verordnung erklärt in drei praktischen Schritten, wie Sie ausfuhrpflichtige Technologien erkennen, Genehmigungsfallen vermeiden und Ihre Compliance dokumentieren – damit Deals nicht an formalen Fehlern scheitern. Jetzt das Dual‑Use‑Leitfaden gratis anfordern

@ boerse-global.de