Meta: EU-Kommission greift WhatsApps KI-Monopol an
16.02.2026 - 23:19:12Die EU-Kommission stellt sich gegen Metas Plan, den eigenen „Meta AI“-Assistenten exklusiv in WhatsApp zu verankern. Sie sieht darin einen Verstoß gegen Wettbewerbsregeln und droht mit sofortigen Gegenmaßnahmen. Für den Tech-Konzern könnte dies eine kostspielige Kehrtwende bedeuten.
EU wirft Meta Wettbewerbsverzerrung vor
Der Vorwurf aus Brüssel ist eindeutig: Meta missbrauche seine marktbeherrschende Stellung. Seit Januar 2026 sind auf der WhatsApp Business-Plattform keine KI-Assistenten von Drittanbietern mehr zugelassen. Nur „Meta AI“ ist direkt integriert. Für die Wettbewerbshüter ist das ein klarer Fall von „Self-Preferencing“ – ein dominantes Unternehmen bevorteilt die eigenen Dienste und schadet so dem Wettbewerb.
„Wir müssen einen wirksamen Wettbewerb in diesem Schlüsselsektor schützen“, betonte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera. Die Kommission prüft nun einstweilige Maßnahmen, um einen „ernsten und nicht wiedergutzumachenden Wettbewerbsschaden“ zu verhindern, noch während die Hauptuntersuchung läuft.
Nutzerfrust als Zündstoff für die Ermittlungen
Der regulatorische Konflikt hat einen langen Vorlauf. Seit dem Rollout von „Meta AI“ 2023 beschwerten sich Nutzer über das nicht entfernbare Icon in der App-Oberfläche. Die Kritik: Das Feature sei aufdringlich, wenig hilfreich und vor allem nicht deaktivierbar.
Diese Frustration eskalierte mit der Änderung der WhatsApp Business-Nutzungsbedingungen Ende 2025. Sie zementierte den exklusiven Status von Metas KI. WhatsApp wandelte sich damit in den Augen vieler von einer neutralen Kommunikationsplattform in einen „walled garden“ für die hauseigene KI. Rivale Dienste wie ChatGPT oder Gemini wurden ausgesperrt – ein Alarmsignal für Wettbewerbsbehörden.
Meta wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Konzern weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte, es gebe „keinen Grund für ein Eingreifen der EU“. Nutzer hätten zahlreiche andere Wege, um auf konkurrierende KI-Dienste zuzugreifen – über App-Stores, Websites oder andere Geräte. Aus Sicht Metas überschätzen die Regulierer die Bedeutung von WhatsApp als Vertriebskanal für KI-Chatbots.
Doch der Druck wächst. Die EU-Ermittlungen sind kein Einzelfall. Bereits im vergangenen Jahr leitete Italiens Kartellbehörde eine Untersuchung zu derselben Thematik ein. Diese mehrfrontige regulatorische Prüfung zeigt ein wachsendes globales Misstrauen gegenüber der Marktmacht großer Tech-Plattformen im KI-Rennen.
Ein Präzedenzfall für das KI-Zeitalter
Der Streit ist ein Musterfall für die Regulierung generativer KI. Das Ergebnis könnte weitreichende Folgen haben und einen neuen Standard setzen: Müssen dominante Plattformen Konkurrenten Zugang gewähren?
Sollte die EU Meta zwingen, WhatsApp für andere KI-Assistenten zu öffnen, könnte dies geschlossene Ökosysteme verhindern und den Wettbewerb beleben. Für Meta wäre eine Niederlage teuer: Bußgelder von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes wären möglich, verbunden mit einer strategischen Neuausrichtung seiner KI-Integration.
Der Fall steht auch im Kontext anhaltender Spannungen zwischen US-Tech-Giganten und europäischen Regulierern, die Gesetze wie den Digital Markets Act (DMA) mit Nachdruck durchsetzen. Die Drohung mit einstweiligen Maßnahmen zeigt den Willen Brüssels, frühzeitig gegen Wettbewerbsverzerrung in dynamischen Digitalmärkten vorzugehen.
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Die Frage ist: Wird die Zukunft der KI-Assistenten von offener Wahl oder Plattform-Dominanz geprägt sein?
@ boerse-global.de
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