KI-Konkurrenz, WhatsApp

Meta blockiert KI-Konkurrenz auf WhatsApp – EU ermittelt

20.01.2026 - 12:09:12

Die EU-Kommission verschärft ihre Prüfung von Meta, nachdem der Konzern Drittanbieter von KI-Diensten auf WhatsApp ausgesperrt hat. Während die umstrittene Regelung seit dem 15. Januar gilt, haben brasilianische Behörden sie bereits gestoppt. Das lenkt den Fokus auf ein laufendes EU-Kartellverfahren.

Meta schränkt seit letzter Woche den Zugang für allgemeine KI-Chatbots auf seiner WhatsApp-Business-Plattform ein. Nur noch „beiläufige“ Automatisierung ist erlaubt, etwa für spezifischen Kundenservice. Die Kernfunktion des Messengers bleibt menschlicher Interaktion oder Metas eigener KI vorbehalten.

Doch die globale Durchsetzung scheiterte zunächst in Brasilien. Die dortige Wettbewerbsbehörde CADE erwirkte am 16. Januar eine einstweilige Verfügung. Sie fürchtet irreparablen Schaden für den Wettbewerb, wenn Konkurrenten von einem der weltweit wichtigsten Kommunikationskanäle ausgeschlossen werden. Meta setzte die Beschränkungen für brasilianische Nutzer daraufhin aus – anders als in Europa.

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EU-Kartellverfahren gewinnt an Dringlichkeit

Der brasilianische Erfolg erhöht den Druck auf die EU-Kommission. Diese prüft seit Dezember 2025, ob Meta seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, um Rivalen im KI-Sektor auszubremsen. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera sieht die Gefahr einer dauerhaften Schädigung des KI-Ökosystems.

Im Zentrum steht der Vorwurf des „Self-Preferencing“: Indem Meta eigene Dienste wie „Meta AI“ direkt in WhatsApp integriert, gleichzeitig aber Konkurrenzprodukte blockiert, könnte es den Zugang zu Millionen europäischen Nutzern kontrollieren. Das Verfahren läuft unter klassischem Kartellrecht, das eine detaillierte Prüfung von Absicht und Wirkung erlaubt. Die schnelle Reaktion Brasiliens könnte die EU zu ähnlichen einstweiligen Maßnahmen ermutigen.

Technische Gründe oder Wettbewerbsstrategie?

Meta verteidigt die Änderungen mit technischen Erwägungen. Die Infrastruktur der WhatsApp-Business-API sei nicht für das hohe Volumen offener Anfragen durch allgemeine KI-Chatbots ausgelegt. Der Anstieg automatisierter Anfragen belaste die Systeme.

Kritiker sehen darin jedoch einen vorgeschobenen Grund. Der Zeitpunkt des Verbots falle auffällig mit Metas aggressiver Expansion eigener KI-Tools zusammen. Indem der Konzern Konkurrenten aus dem WhatsApp-Ökosystem verdrängt, bahne er den Weg für seinen eigenen Assistant als Standard-KI.

Betroffen sind zahlreiche Start-ups und etablierte Anbieter, die ihre Dienste auf WhatsApp aufgebaut haben, um Kunden in Märkten zu erreichen, in denen der Messenger allgegenwärtig ist. Für viele bedeutete der 15. Januar das Ende ihrer Geschäftstätigkeit auf der Plattform.

Fragmentierter Markt und unsichere Zukunft

Die unterschiedlichen regulatorischen Reaktionen schaffen einen zersplitterten KI-Markt. Während brasilianische Nutzer weiterhin verschiedene KI-Tools über WhatsApp nutzen können, sind europäische und nordamerikanische Nutzer weitgehend auf Metas eigene Angebote beschränkt.

Die EU-Kommission wird die technischen Argumente Metas genau prüfen. Sollte sich die Begründung der „Systembelastung“ als haltlos erweisen oder es weniger restriktive Lösungen gegeben haben, drohen hohe Geldbußen und die Auflage, den Drittanbieter-Zugang wiederherzustellen. Der Ausgang des Verfahrens könnte maßgeblich beeinflussen, wie marktbeherrschende Plattformen mit der nächsten Generation von KI-Diensten interagieren.

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