Mental, Health

Mental Health Alliance startet bundesweite Resilienz-Initiative

23.02.2026 - 02:39:12 | boerse-global.de

Eine neue Allianz und ein aktueller Report zeigen: Mentale Widerstandskraft rückt in den Fokus von Gesellschaft und Wirtschaft, doch Unternehmen handeln oft noch zu zögerlich.

Eine neue Allianz will die psychische Widerstandskraft der Gesellschaft stärken. Die Mental Health Alliance startete offiziell am 18. Februar an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr Ziel: Mentale Gesundheit als Schlüsselfaktor für die Zukunft verankern.

Das Netzwerk bündelt Expertise aus Wissenschaft, Medizin, Verwaltung und Politik. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention bei Kindern und Jugendlichen. „Anpassungsfähigkeit ist keine angeborene Eigenschaft“, betonen Experten. Sie muss aktiv gefördert werden.

Digitale Helfer auf Rezept boomen

Parallel gewinnen digitale Werkzeuge an Bedeutung. Aktuell wird intensiv über Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) diskutiert – Apps auf Rezept. Sie sollen Wartezeiten auf Therapieplätze überbrücken.

„Es handelt sich oft um gut aufbereitete Inhalte“, sagt Enno Maaß von der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung. Doch die Apps ersetzen keine Therapie. Sie sind eine Ergänzung, die erste Bewältigungsstrategien für den Alltag vermittelt.

Gleichzeitig wandelt sich das Verständnis von Resilienz. Der Psychiater Bastian Willenborg ordnete den Begriff kürzlich neu ein. Echte Widerstandskraft bedeute nicht, sich durch alles durchzukämpfen. Sondern auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und Grenzen zu akzeptieren.

Mittelstand blickt sorgenvoll in die Zukunft

Die wirtschaftliche Lage befeuert die Debatte. Der aktuelle Resilienz-Report der R+V Versicherung zeigt ein gesunkenes Vertrauen im Mittelstand. 29 Prozent der Führungskräfte blicken sorgenvoll in die Zukunft ihres Unternehmens. 2024 lag dieser Wert noch bei 17 Prozent.

Rund 70 Prozent der Befragten halten die deutsche Wirtschaft für stark krisengefährdet. Die Folge: Viele Betriebe schalten in den Krisenmodus. Jede dritte Führungskraft gibt an, vorbeugende Maßnahmen zur Stärkung der betrieblichen Resilienz ergriffen zu haben.

Doch es gibt ein Umsetzungsdefizit. „Viele Firmen erkennen die Gefahren, steuern aber nicht ausreichend gegen“, sagt R+V-Vorstand Jens Hasselbächer. Zentrale Handlungsfelder sind Mitarbeiterbindung, Digitalisierung und Cybersicherheit.

Prävention rückt in den Vordergrund

Die aktuellen Entwicklungen zeigen einen Trend: Resilienz wird ganzheitlich verstanden. Die strikte Trennung zwischen privater Gesundheit und beruflicher Leistungsfähigkeit löst sich auf. Der präventive Ansatz rückt in den Vordergrund.

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Statt erst bei akuten Krisen zu reagieren, trainieren immer mehr Menschen und Unternehmen ihre Anpassungsfähigkeit im Vorfeld. Digitale Tools spiegeln das Bedürfnis nach niedrigschwelligen Hilfen wider.

Doch der Weg zu einer resilienteren Arbeitswelt ist lang. Die Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und tatsächlichen Schutzmaßnahmen bleibt groß. Unternehmen, die hier aktiv investieren, dürften künftig einen Wettbewerbsvorteil haben.

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