Mehr Ruhe im Hochhaus, wie Kones UltraRope den Aufzug neu denkt
18.06.2026 - 22:45:37 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Software & Services. Vor der Veröffentlichung am 18.06.2026, 22:44 Uhr geprüft. Details im Impressum.
Mit Kone UltraRope wirkt selbst die Fahrt in den 100. Stock erstaunlich leichtfüßig: Die Kabine gleitet leise, kaum Vibrationen, und man spürt, wie wenig Masse am Seil hängt. Hinter diesem Gefühl steckt ein unscheinbarer, dunkel schimmernder Gurt statt klassischer Stahlseile.
Hintergründe zur Kone-Oyj-Aktie
Wer verstehen will, wie Kone mit Lösungen wie UltraRope im Hochhausgeschäft wächst, findet in den Finanzberichten spannende Details.
Was Kone UltraRope besonders macht
Kone UltraRope ersetzt klassische Stahlseile durch einen leichten, karbonfaserverstärkten Gurt mit reibungsarmer Beschichtung. Die Konstruktion spart Masse im Schacht und reduziert die bewegte Last der Aufzugsanlage deutlich.
Nach Angaben von Kone sinkt das Gewicht der Seilkomponenten um bis zu 60 Prozent, was gerade bei Förderhöhen über 200 Metern entscheidend wird. Dadurch können Motoren kleiner dimensioniert werden, und auch der Energiebedarf geht spürbar zurück.
Längere Lebensdauer, weniger Stillstand
Die Lebensdauer von Kone UltraRope gibt der Hersteller mit rund doppelt so vielen Betriebsjahren wie bei herkömmlichen Stahlseilen an. Möglich machen das die korrosionsarmen Materialien und die reduzierte dynamische Belastung im Betrieb.
Für Betreiber bedeutet das: seltener Seilwechsel, weniger Stillstandzeiten, planbare Wartungsfenster. Gerade in Hochhäusern, in denen ein Seiltausch logistisch aufwendig und teuer ist, kann dieser Effekt die Betriebskosten deutlich senken.
Mehr Höhe, mehr Komfort im Alltag
Mit UltraRope sind theoretische Fahrhöhen von bis zu rund 1.000 Metern möglich, während klassische Stahlseile spätestens bei etwa 500 Metern an physikalische Grenzen stoßen. Diese Reichweite zielt klar auf künftige Supertall- und Megatall-Gebäude.
Im Alltag spüren Fahrgäste vor allem den ruhigeren Lauf und weniger Schwingungen bei Windlasten. Die leichtere Seilstruktur reagiert weniger träge, was die Steuerung feiner dosieren lässt und die Fahrt subjektiv angenehmer macht.
Praxisbeispiele aus realen Hochhäusern
UltraRope kommt bereits in prominenten Projekten wie dem Marine Bay Financial Centre in Singapur und weiteren Hochhäusern in Asien und im Mittleren Osten zum Einsatz. Dort soll die Lösung helfen, hohe Förderleistungen bei gleichzeitig niedrigerem Energiebedarf zu kombinieren.
Für Investoren interessant: Solche Referenzbauten stärken Kones Position im globalen Hochhausgeschäft, in dem sich der Konzern eng mit großen Projektentwicklern und Immobilienfonds vernetzt.
Wo die Grenzen und Risiken liegen
Trotz der Vorteile ist UltraRope kein Allheilmittel. Für niedrige und mittlere Gebäude mit Standardförderhöhen ist der Kostenvorteil gegenüber klassischen Stahlseilen begrenzt, da hier die Masse im Schacht weniger ins Gewicht fällt.
Hinzu kommt die höhere technologische Komplexität. Spezialisierte Wartungsteams und langfristig verfügbare Ersatzteile sind Pflicht, damit die Anlage über Jahrzehnte zuverlässig läuft. Das schmälert den Reiz für kleinere Betreiber mit einfachen Anforderungen.
Einordnung im Konzern und Blick auf die Aktie
UltraRope passt in Kones Strategie, nicht nur Aufzüge zu liefern, sondern komplette Lifecycle-Lösungen für Hochhäuser anzubieten - vom Neubau über Modernisierung bis zum digitalen Service. Der Konzern zielt damit auf planbare Serviceumsätze und eine stärkere Bindung an Großkunden.
Die Aktie von Kone Oyj (FI0009013403) notiert am 18.06.2026 an der Börse Helsinki zuletzt bei 53,00 Euro, umgerechnet auf Basis des aktuellen Wechselkurses.
Technik-Steckbrief zu Kone UltraRope
- Produkt: Kone UltraRope
- Hersteller: Kone Oyj
- Kategorie: Software/Service/Abo-nahe Aufzugstechnologie
- Markteinführung: ab 2013 sukzessive in globalen Hochhausprojekten
- UVP / Preis: projektspezifische Lösung, Preis abhängig von Gebäudehöhe und Auslegung
- Verfügbarkeit: weltweit über Kone-Projektgeschäft, insbesondere in Asien, Europa und dem Mittleren Osten
- Zielgruppe: Projektentwickler, Hochhausbetreiber, Immobilienfonds mit Fokus auf Supertall- und Premium-Gebäude
- Besonderheit / USP: deutlich geringeres Seilgewicht, höhere mögliche Förderhöhe und längere Lebensdauer als bei konventionellen Stahlseilen
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