Medizin-Allianz, Präventionspflicht

Medizin-Allianz fordert staatliche Präventionspflicht

20.02.2026 - 11:01:12 | boerse-global.de

Ein breites Bündnis aus Medizin und Wissenschaft verlangt verbindliche staatliche Maßnahmen gegen Bewegungsmangel und beendet die Ära freiwilliger Gesundheitsvorsorge.

Ein breites Bündnis aus Medizin und Wissenschaft fordert das Ende freiwilliger Gesundheitsvorsorge. Angesichts explodierender Kosten und Rekordwerten bei Bewegungsmangel verlangt die Allianz gesetzlich verankerte Prävention als staatliche Pflichtaufgabe. Mitunterzeichner ist die Bundeszahnärztekammer.

Appell an Eigenverantwortung ist gescheitert

Das am Donnerstag veröffentlichte Forderungspapier bricht radikal mit bisheriger Politik. Statt auf Aufklärung und freiwillige Änderungen setzt die Allianz nun auf staatliche Regulierung. „Deutschland verwaltet nur Krankheiten, statt Gesundheit zu ermöglichen“, lautet die Kernkritik. Die Experten fordern einen Paradigmenwechsel.

Konkret soll wirksame Unterstützung durch Gesetze die bisherigen freiwilligen Selbstverpflichtungen von Industrie und Arbeitgebern ersetzen. Diskutiert wird etwa ein „Rezept für Bewegung“, das ärztliche Empfehlungen verbindlicher macht. Vermeidbare Risikofaktoren wie Bewegungsmangel verursachen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe – bloße Appelle reichen nicht mehr.

Deutschland: Eine Nation im Dauersitz

Die Dringlichkeit untermauern aktuelle Daten. Der DKV-Report 2025 zeigt: Deutsche sitzen an Werktagen durchschnittlich über zehn Stunden. Ein historischer Höchstwert. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei jungen Erwachsenen und Büroangestellten.

In den letzten zehn Jahren stieg die Sitzdauer um fast zwei Stunden pro Tag. Experten der Deutschen Sporthochschule Köln warnen: Inaktivität ist kein individuelles Laster mehr, sondern ein systemisches Risiko. Nur etwa zwei Prozent der Bevölkerung leben rundum gesund.

Sitzen wird zum Gesundheitsrisiko

Die medizinischen Folgen sind gravierend. Bewegungsmangel zählt zu den Hauptrisikofaktoren für Schlaganfälle – neben Bluthochdruck und Diabetes. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt linear mit der Dauer des Sitzens.

Bereits nach kurzen Sitzperioden schaltet der Stoffwechsel in einen Ruhemodus. Dieser begünstigt Entzündungsprozesse. Doch ist jedes Sitzen gleich schädlich?

Nicht jedes Sitzen ist gleich schädlich

Eine aktuelle Analyse der University of Queensland differenziert: Für die Gehirngesundheit zählt auch die Art der Tätigkeit. Passives Sitzen vor dem Fernseher korreliert mit negativen Folgen. Kognitiv aktives Sitzen – bei Computerarbeit, Lesen oder Spielen – scheint hingegen weniger schädlich für die kognitive Leistung.

Doch ändert das etwas an der metabolischen Problematik? Sportwissenschaftler sind klar: Auch wer „aktiv sitzt“, verbraucht kaum Kalorien. Geistige Aktivität schützt vielleicht das Gehirn, aber nicht den Körper. Die Empfehlung bleibt: Regelmäßige Bewegungspausen sind essentiell.

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Wer bezahlt die Kosten der Inaktivität?

Die wirtschaftliche Dimension drängt in den politischen Fokus. Laut WHO und OECD verursachen bewegungsmangelbedingte Krankheiten in der EU jährlich Milliardenkosten. Für Deutschland prognostizieren Modelle drastisch steigende Ausgaben bis 2050.

Das Forderungspapier erhöht nun den Druck auf das Gesundheitsministerium. Prävention soll nicht länger als „Nice-to-have“ gelten, sondern als Investition in die Wirtschaftsstabilität. Beobachter erwarten Debatten über steuerliche Anreize für Betriebe und mehr Sportmedizin in der Regelversorgung.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Zeit unverbindlicher Empfehlungen läuft ab. Bewegungsmangel muss als politisches Handlungsfeld begriffen werden – so ernsthaft wie Klimaschutz oder Digitalisierung.

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