Medienmacher: Förderung wichtige Stütze für Lokaljournalismus
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 18:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Thüringer Verleger und Lokal-TV-Anbieter Maik Schulz sagte beim Lokaljournalismus-Kongress 2026 in Berlin, ohne ein Programm der Thüringer Landesmedienanstalt wäre etwa die Ausbildung von Volontären kaum noch möglich. Die Förderung verschaffe den Sendern "Zeit zum Luftholen" und ermögliche politische Berichterstattung, ohne bei jedem Inhalt auf die Finanzierung schauen zu müssen.
Zu dem Kongress eingeladen hatten gemeinsam die Landesmedienanstalten Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg/Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern fließen öffentliche Mittel in lokale Fernsehangebote. Für 2024 und 2025 habe das Land jeweils 300.000 Euro bereitgestellt, sagte der Direktor der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Bert Lingnau. Zuletzt hätten sich sieben Veranstalter die Förderung geteilt. Bei sieben geförderten Veranstaltern seien das rechnerisch rund 40.000 Euro pro Veranstalter.
Für 2026 und 2027 seien erneut jeweils 300.000 Euro eingeplant. Die Medienanstalt wolle versuchen, die Summe künftig anzuheben.
Warnung vor Abhängigkeit
Die stellvertretende "Tagesspiegel"-Chefredakteurin Anke Myrrhe warnte allerdings vor einer zu großen Abhängigkeit von Fördermitteln. Förderung könne "punktuell immer ein Baustein sein". Grundsätzlich müssten Medien aber Angebote schaffen, für die Menschen bereit seien, zu bezahlen.
Dass das funktionieren könne, zeige der Berliner "Checkpoint"-Newsletter. Er habe rund 200.000 Abonnentinnen und Abonnenten, etwa ein Drittel davon zahle dafür. Trotzdem stößt auch der "Tagesspiegel" beim Lokaljournalismus an wirtschaftliche Grenzen. In den Berliner Bezirken gebe es jeweils nur eine zuständige Person. Eine wirklich tiefgehende tägliche Berichterstattung aus den einzelnen Bezirken könne der Verlag wirtschaftlich nicht leisten.
