McKesson-Aktie, Allzeithoch

McKesson-Aktie auf Allzeithoch – lohnt für Deutsche jetzt noch der Einstieg?

23.02.2026 - 22:00:35 | ad-hoc-news.de

Die McKesson-Aktie jagt von Rekord zu Rekord – doch viele deutsche Anleger haben den US-Gesundheitsriesen gar nicht auf dem Radar. Was hinter der Rally steckt, welche Risiken drohen und wie Sie die Chance bewerten sollten.

Bottom Line zuerst: Die McKesson-Aktie (ISIN US58155Q1031) gehört aktuell zu den auffälligsten Gesundheitswerten an der Wall Street. Nach starken Zahlen und angehobener Prognose hat der US-Pharmagroßhändler ein neues Rekordniveau erreicht – und rückt damit schlagartig auf die Watchlist vieler deutscher Anleger.

Für Sie als Privatanleger in Deutschland ist die entscheidende Frage: Handelt es sich hier um einen defensiven Qualitätswert mit weiterem Potenzial – oder um ein bereits ausgereiztes Pharma-Schwergewicht mit Rückschlagsrisiko? Was Sie jetzt wissen müssen…

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

McKesson ist einer der größten Pharmagroßhändler der Welt und spielt eine zentrale Rolle in der US-Gesundheitsversorgung. Das Geschäftsmodell ist klassisch defensiv: Vertrieb von Arzneimitteln, Medizintechnik und Gesundheits-IT an Apotheken, Kliniken und Arztpraxen – mit meist langfristigen Verträgen.

Der jüngste Kurssprung wurde maßgeblich durch starke Quartalszahlen und eine erneut angehobene Gewinnprognose ausgelöst. Sowohl Umsatz als auch bereinigter Gewinn je Aktie lagen über den Markterwartungen, wie mehrere Finanzportale übereinstimmend berichten. Der Markt honoriert vor allem die robuste Nachfrage im US-Gesundheitssystem und die Fähigkeit des Managements, Margen zu stabilisieren.

Wichtige Treiber im Zahlenwerk waren laut Analystenkommentaren:

  • Wachstum im Kerngeschäft US-Pharmagroßhandel – unterstützt durch höhere Medikamentenpreise und Volumina.
  • Solide Entwicklung im Bereich Specialty Pharma – etwa hochpreisige Onkologie- und Biotech-Therapien.
  • Effizienzprogramme, die die operative Marge verbessern.
  • Fortgesetzte Aktienrückkäufe, welche den Gewinn je Aktie zusätzlich nach oben treiben.

Die Kombination aus defensivem Geschäftsmodell, hoher Cash-Generierung und aggressivem Kapitalrückfluss an die Aktionäre (Dividenden plus Buybacks) macht McKesson für viele institutionelle Investoren zu einem klassischen „Compounder“ – also einem Wert, der über Jahre stetig Wert schafft.

Bewertung: Noch attraktiv oder schon heiß gelaufen?

Trotz der starken Performance notiert McKesson im historischen Vergleich weiterhin eher moderat bewertet. Je nach Quelle liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der nächsten 12 Monate im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich – also deutlich günstiger als viele Healthcare- und Tech-Wachstumswerte.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass McKesson in einem margenarmen, stark regulierten Markt mit hohem Wettbewerbsdruck agiert. Die Marktteilnehmer honorieren aktuell die operative Exzellenz und die relative Preissetzungsmacht – doch das macht die Aktie auch anfällig für Enttäuschungen, wenn die Margen einmal unter Druck geraten sollten.

Wesentliche Bewertungsfaktoren aus Anlegersicht:

  • Stabiles, wenig konjunkturabhängiges Geschäftsmodell – Pluspunkt in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld.
  • Aktionärsfreundliche Kapitalallokation – kontinuierliche Dividende und hohe Aktienrückkäufe.
  • Regulatorisches Risiko – insbesondere durch die US-Politik (Gesundheitsreformen, Preiskontrollen).
  • Rechtliche Risiken – etwa im Zusammenhang mit der Opioid-Krise in den USA, die in den vergangenen Jahren immer wieder zu hohen Vergleichszahlungen im Sektor geführt hat.

Warum das für deutsche Anleger relevant ist

Für Investoren in Deutschland ist McKesson aus mehreren Gründen interessant:

  • Defensiver Gesundheits-Play als Ergänzung oder Alternative zu hiesigen Werten wie Fresenius, Siemens Healthineers oder Sartorius.
  • US-Dollar-Exposure in einem Umfeld, in dem viele deutsche Anleger Teile ihres Vermögens bewusst außerhalb des Euro-Raums diversifizieren wollen.
  • Stabilitätsanker im Depot: Pharmadistribution ist extrem zyklenresistent – Krankheitsverläufe hängen nicht vom BIP-Wachstum ab.

Die Kehrseite: Deutsche Anleger tragen zusätzlich zum Unternehmensrisiko ein Währungsrisiko. Stärkt sich der Euro deutlich gegenüber dem US-Dollar, kann dies die in Euro gerechnete Performance der McKesson-Aktie merklich dämpfen – selbst wenn der Kurs in den USA seitwärts läuft oder moderat steigt.

Neben dem Devisenaspekt spielt auch die US-Zinsstruktur eine Rolle. Steigende Renditen für US-Staatsanleihen können defensive Dividendentitel wie McKesson zeitweise weniger attraktiv erscheinen lassen, wenn Investoren sichere Zinsen als Alternative entdecken.

Vergleich mit DAX- und europäischen Healthcare-Werten

Spannend ist der Blick auf die Korrelation: Historisch zeigt sich, dass große US-Gesundheitswerte wie McKesson, UnitedHealth oder CVS Health in Stressphasen des DAX häufig stabiler laufen und damit als Diversifikator dienen.

Während deutsche Gesundheitswerte zuletzt immer wieder unter Einzelsorgen litten – Lieferkettenprobleme, Gewinnwarnungen, Preisdruck in Europa –, profitiert McKesson primär vom deutlich größeren und margenträchtigeren US-Markt. Für Anleger, die bereits stark in DAX-Werte investiert sind, kann McKesson somit ein Baustein zur regionalen und regulatorischen Streuung sein.

Risiko: Parallelitäten im Sektor. Sollte die weltweite Gesundheitspolitik stärker auf Kostensenkung und Preisdruck zielen, können sowohl europäische als auch US-Titel gleichzeitig unter Druck geraten. McKesson ist als Intermediär dabei besonders von den Margen im Vertriebskanal abhängig.

Wie deutsche Anleger praktisch investieren können

McKesson ist an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet und kann von Deutschland aus über nahezu jede gängige Bank oder Neobroker-Plattform gehandelt werden. Typische Zugangswege:

  • Direkter Kauf der US-Aktie über Xetra-ähnliche Handelsplätze mit US-Zugang oder im Direkthandel der Broker.
  • Order an deutschen Börsenplätzen, etwa Frankfurt oder Tradegate, wo die Aktie in Euro quotiert wird (Achtung auf Spreads und Handelszeiten).
  • Investition über breit gestreute Healthcare-ETFs, in denen McKesson häufig als einer der größeren Titel enthalten ist – hier aber stets den jeweiligen ETF-Prospekt prüfen.

Beachten sollten deutsche Anleger:

  • Quellensteuer auf Dividenden aus den USA (meist teilweise auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar, je nach persönlicher Situation und Formular W-8BEN).
  • Handelszeiten: Die liquidesten Phasen liegen in der US-Börsenzeit am Nachmittag/Abend deutscher Zeit.
  • Orderart: Aufgrund der Volatilität an US-Märkten sind Limit-Orders ratsam, um Ausführungsrisiken zu begrenzen.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Analystenstimmung zu McKesson ist überwiegend positiv. In den vergangenen Wochen haben mehrere große Investmenthäuser ihre Kursziele angehoben und ihre positiven Einschätzungen bestätigt. Übereinstimmend wird hervorgehoben, dass McKesson trotz der starken Kursentwicklung weiterhin ein attraktives Chance-Risiko-Profil aufweise.

Typische Argumentationslinien der Analysten:

  • Strukturelles Wachstum im US-Gesundheitsmarkt durch alternde Bevölkerung und steigenden Medikamentenbedarf.
  • Effizienzgewinne in der Logistik und Digitalisierung des Vertriebsnetzes.
  • Aktienrückkaufprogramme als verlässlicher Kurstreiber im Hintergrund.
  • Beherrschbare regulatorische Risiken, solange es in den USA nicht zu radikalen Eingriffen in die Preisbildung kommt.

Die Mehrheit der Research-Häuser stuft McKesson mit Ratings im Bereich „Buy“ oder „Overweight“ ein, teilweise mit Kurszielen, die noch einmal einen zweistelligen Prozentaufschlag auf das aktuelle Kursniveau implizieren. Einzelne vorsichtige Stimmen verweisen allerdings darauf, dass nach der Rally kurzfristige Rücksetzer jederzeit möglich sind – vor allem, wenn die nächste Quartalszahl „nur“ die Erwartungen trifft und nicht übertrifft.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Der übergeordnete Trend bleibt intakt positiv, doch Einstiegszeitpunkt und Risikobudget sollten bewusst gewählt werden. Wer bereits stark in US-Gesundheitswerte investiert ist, sollte Doppelstrukturen vermeiden und sein Portfolio als Ganzes betrachten.

Chancen-Risiko-Profil aus Sicht eines deutschen Privatanlegers

Auf Basis der derzeit bekannten Daten lassen sich die wichtigsten Chancen und Risiken wie folgt zusammenfassen:

  • Chancen
    • Defensiver Wachstumswert mit hoher Visibilität der Gewinne.
    • Attraktive Free-Cashflow-Generierung, die Dividenden und Buybacks ermöglicht.
    • Struktureller Rückenwind durch Demografie und Medizinforschung.
    • Geringe direkte Korrelation zum deutschen Konjunkturzyklus – Diversifikationseffekt.
  • Risiken
    • Regulatorischer Druck auf Medikamentenpreise in den USA.
    • Rechtliche Risiken (z. B. Opioid-Thematik), die zu Sonderbelastungen führen können.
    • Währungsrisiko EUR/USD für deutsche Anleger.
    • Mögliches Bewertungsrisiko nach der starken Kursrally – Rückschläge bei Enttäuschungen nie ausgeschlossen.

Ein möglicher Ansatz für vorsichtige Anleger: Gestaffelte Einstiege in Tranchen statt einer großen Einmalinvestition. So lässt sich das Timing-Risiko etwas reduzieren, insbesondere in einem Umfeld erhöhter Zins- und Inflationsunsicherheit.

Fazit für Ihr Depot

McKesson ist kein spekulativer Turnaround-Wert, sondern ein etablierter, gut geführter Gesundheitslogistiker mit solider Ertragsbasis. Für Anleger in Deutschland, die stabile Cashflows, defensive Branchenexposure und US-Diversifikation suchen, kann die Aktie ein spannender Baustein sein – vorausgesetzt, das Währungs- und Regulierungsrisiko wird bewusst akzeptiert.

Wer auf schnelle Verdopplungen spekuliert, könnte hingegen enttäuscht werden: Der Investment-Case bei McKesson ist eher der eines soliden „Compounders“ als einer Kursrakete. Genau diese Qualität schätzen viele professionelle Investoren – und erklären damit die anhaltend freundliche Analystenstimmung.

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