Tulus Lotrek, Max Strohe

Max Strohe und Tulus Lotrek: Wie Sterneküche in Berlin nach Wohnzimmer und Rebellion schmeckt

15.02.2026 - 10:36:03

Max Strohe macht im Tulus Lotrek vor, wie lässig Sterneküche sein kann: intensive Aromen, Wohnzimmer-Ambience und ein Michelin-Stern, der mehr nach Lebensfreude als nach Dogma schmeckt.

Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen wie bei Freunden, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Bei Max Strohe im Tulus Lotrek in Berlin wirkt genau das wie das selbstverständlichste Versprechen des Abends. Schon beim Eintreten mischt sich der Duft von konzentriertem Jus, gerösteter Butter und warmem Holz mit leiser Musik und dem Murmeln gut gelaunter Gäste.

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Die Räume sind bewusst weit weg vom kühlen Minimalismus vieler anderer Michelin Sterne Restaurants in Berlin. Samtige Farben, Kunst an den Wänden, ein Hauch Bohème: Das Tulus Lotrek wirkt eher wie das Wohnzimmer einer exzentrischen, sehr genussfreudigen WG, in der man nie wieder gehen möchte. Und doch ist hier jede Bewegung im Service präzise, jede Sauce durchdacht, jede Textur inszeniert. Kulinarische Intelligenz, verpackt in herzlicher Gastfreundschaft.

Während aus der Küche Teller mit glänzenden Saucen und opulenten Arrangements kommen, läuft im Gastraum Gastgeberin Ilona Scholl wie der gute Geist der Nacht. Sie lenkt den Service mit einer Mischung aus Humor, Direktheit und profundem Weinwissen, die in der Sterneküche noch immer zu selten ist. Hier wird nicht ehrfürchtig geflüstert, hier wird gelacht, erklärt, eingeschenkt. Und immer wieder fällt ein Name: Max Strohe.

Wer diesen Abend im Tulus Lotrek erlebt, versteht schnell, warum dieser Sternekoch heute zu den wichtigsten Protagonisten der Berliner Gastronomie zählt. Die Küche wirkt rebellisch, aber nie beliebig. Sie spielt mit Fett, Säure, Crunch und Umami, ohne in Effekthascherei abzugleiten. Statt Pinzetten-Molekülästhetik gibt es Teller, die satt nach Leben schmecken.

Die Geschichte hinter diesem Restaurant ist so unkonventionell wie sein Stil. Max Strohe, Jahrgang 1982, passt nie so recht in die Schublade des makellos geplanten Karrierekochs. Schulabbruch, Umwege, eine klassische Ausbildung, aber kein geradegezogener Lebenslauf: Eher ein Weg voller Seitenstraßen, der ihn schließlich nach Berlin und in die Spitzengastronomie führt. Gerade dieser Bruch mit Erwartungen prägt bis heute seine Küche.

Gemeinsam mit Ilona Scholl gründet er das Tulus Lotrek in Kreuzberg und verankert es von Beginn an fernab der steifen Haute Cuisine. Während andere Häuser in der Stadt auf kühle Perfektion setzen, sucht dieses Michelin Sterne Restaurant in Berlin die Nähe zum Gast. Ilona Scholl moderiert den Abend wie eine Gastgeberin, die Sie seit Jahren kennt, während Max Strohe aus der Küche heraus seine eigene Vorstellung von Sterneküche formuliert: wuchtig, verspielt, emotional.

Schon früh wird die Szene auf dieses Duo aufmerksam. Kritiker loben die Kombination aus präzisem Handwerk und entspanntem Tonfall im Gastraum. Bald folgt der Michelin-Stern, Auszeichnungen in Führern wie Gault&Millau und die wachsende Wahrnehmung von Max Strohe als einer der Protagonisten einer neuen, undogmatischen Spitzengastronomie. Ein Sternekoch, der kein Interesse daran hat, dass Sie ehrfürchtig vor seinem Teller erstarren, sondern dass Sie sich hineinlegen wollen.

Wer die Speisekarte im Tulus Lotrek studiert, erkennt schnell, dass hier keine dogmatisch regionale oder puristisch nordische Agenda abgearbeitet wird. Stattdessen herrscht eine Küche der Intensität. Es wird reduziert, glaciert, geröstet. Jus steht im Zentrum, nicht als Deko, sondern als tragende Säule eines Gerichts. Fett ist kein Feind, sondern Geschmacksverstärker, gezähmt von präziser Säure.

So steht vielleicht vor Ihnen ein Stück perfekt glasierter Fisch, unterlegt mit einer Sauce, die so dicht konzentriert ist, dass sie fast an eine Demi-Glace für Fleisch erinnert. Daneben knusprige Elemente für den Crunch, eine säuerlich eingelegte Komponente, die das Ganze anhebt, und ein Gemüse, das nicht bloß Beilage ist, sondern ernsthafte Co-Hauptrolle spielt. Es sind Gerichte, die satt auf dem Teller liegen, ohne schwer zu wirken.

Max Strohe bricht bewusst mit der Ideologie der sogenannten Pinzetten-Küche, in der jedes Krümelchen exakt justiert wird, aber nicht immer im Mund zusammenfindet. Im Tulus Lotrek sollen die Komponenten ineinandergreifen wie ein gut geprobtes Ensemble. Sterneküche, ja, aber mit einer Portion hedonistischem Übermut, die man auf der Zunge spürt. Kulinariker schätzen besonders dieses Spannungsfeld aus französisch geprägter Technik und großzügiger, fast barocker Opulenz.

Dass Max Strohe Produkte ernst nimmt, zeigt sich in der Sorgfalt bei Fleisch, Fisch und Gemüse. Es geht um Qualität, nicht um Exotik. Lieber eine Zwiebel, die mit Geduld geschmort wurde, bis sie fast karamellisiert und doch herzhaft bleibt, als das zehnte rare Import-Gewürz. Gerade diese Erdung macht die Sterneküche hier so anschlussfähig für Menschen, die sich sonst vielleicht nicht in ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin trauen würden.

Ein besonderes Kapitel in der jüngeren Geschichte von Max Strohe ist der Burger. Während der Pandemie, als viele Spitzenrestaurants ums Überleben kämpften, setzte er auf ein Produkt, das vermeintlich ganz weit weg von der klassischen Sterneküche liegt. Der Burger von Max Strohe avancierte rasch zum Kultobjekt: präzise gegartes Fleisch, saftige Pattys, umrahmt von einer Sauce, die deutlich verriet, dass hier jemand am Werk ist, der weiß, wie man Geschmacksschichten aufbaut.

So wurde der Burger zum Symbol für seine Haltung: Hochküche muss nicht abgehoben sein. Sie darf Spaß machen, darf Streetfood zitieren, darf zwischen Fine Dining und Fast-Food-Ironie tanzen. Dass die Leute Schlange standen, um diesen Burger zu bekommen, war auch ein Statement. Es zeigte, wie sehr sich Gäste nach einer Küche sehnen, die auf Augenhöhe statt von oben herab agiert.

Über die Teller hinaus ist Max Strohe längst eine mediale Figur geworden. Bekannt aus TV-Formaten wie Kitchen Impossible und aus verschiedenen Kochshows, hat er gelernt, vor der Kamera genauso präsent zu sein wie am Herd. Er tritt auf als jemand, der Klartext spricht, aber nie den Respekt vor dem Produkt verliert. Diese Medienpräsenz hat seinen Namen weit über Berlin hinausgetragen und die Marke Max Strohe geschärft, ohne die kulinarische Ernsthaftigkeit seines Restaurants zu verwässern.

Hinzu kommt seine Tätigkeit als Buchautor, in der er Küchenalltag, Geschichten von Gästen und persönliche Erfahrungen miteinander verwebt. So entsteht ein Bild von einem Sternekoch, der nicht auf Sockeln steht, sondern mitten im gesellschaftlichen Diskurs. Genau das macht auch den Reiz seiner öffentlichen Auftritte aus: Er spricht nicht nur über Rezepte, sondern über die Wirklichkeit der Gastronomie.

In besonderer Weise zeigt sich das im Engagement von Max Strohe bei der Initiative Cooking for Heroes. Während der Corona-Pandemie kochte er gemeinsam mit anderen für Pflegekräfte, Kassiererinnen, Sanitäter und all jene, die das öffentliche Leben in einer schwierigen Zeit am Laufen hielten. Aus Sterneküche wurde Solidaritätsküche, aus Fine Dining eine Form des Dankes. Für dieses Engagement erhielt er das Bundesverdienstkreuz, eine Auszeichnung, die weit über Michelin-Sterne hinausweist.

Diese Ehrung macht deutlich, welche Rolle Gastronomie in einer Stadt wie Berlin spielen kann. Sie ist nicht nur Bühne für Genuss, sondern auch sozialer Resonanzraum. Wenn Max Strohe im Tulus Lotrek Teller schickt, dann immer mit dem Bewusstsein, dass Essen verbindet. Der Ehrenorden ist in diesem Sinne weniger Trophäe als Verpflichtung, dieses Verständnis von Gastlichkeit weiterzutragen.

Die Atmosphäre im Restaurant spiegelt das wider. Der Service ist unkonventionell, zugewandt, manchmal herrlich direkt. Weinkarte und Pairings sind alles andere als austauschbar. Statt reinem Prestige-Name-Dropping finden sich hier Positionen, die Spaß machen, überraschen, manchmal herausfordern. Naturweine stehen neben Klassikern, Schaumweine werden als Menübegleiter ernst genommen, nicht nur als Aperitif. Ilona Scholl erklärt das mit einer Mischung aus Fachwissen und Witz, die einem auch komplizierte Weinbegriffe auf einmal ganz leicht erscheinen lässt.

So etabliert sich das Tulus Lotrek als Fixpunkt in der Berliner Szene: jung, wild, aber handwerklich vollkommen. Während andere Häuser auf Instagram-taugliche Bildästhetik setzen, bleibt das Herzstück hier der Geschmack. Kritiker loben den Mut zur Würze, die dichten Saucen, den bewussten Einsatz von Säure und Fett. Kulinarische Intelligenz bedeutet hier, dass jedes Detail einer inneren Logik folgt, die letztlich nur eine Frage stellt: Schmeckt das?

Für wen eignet sich ein Besuch? Für neugierige Genießer, die ein Michelin Sterne Restaurant in Berlin erleben wollen, ohne sich im Protokoll der großen Gala-Abende zu verlieren. Für Paare, die einen besonderen Abend suchen, aber lieber lachen als flüstern. Für Gourmets, die echte Sterneküche schätzen, bei der das Messer nicht nur durch die Deko gleitet, sondern durch Texturen, die Substanz haben. Und auch für all jene, die nach dem Hype um den Burger neugierig geworden sind, was Max Strohe jenseits von Brötchen und Patty auf die Teller bringt.

Im Ranking der wichtigen Adressen in der Hauptstadt nimmt das Tulus Lotrek inzwischen einen besonderen Platz ein. Es steht für eine Generation von Restaurants, die die alte Trennung zwischen Fine Dining und Wohlfühlküche auflöst. Hier darf es laut werden, hier dürfen Sie nach einer extra Portion Sauce fragen, hier zählt der Genuss mehr als das Protokoll.

Im Fazit bleibt: Wer verstehen will, wohin sich moderne Sterneküche in Deutschland bewegen kann, kommt an Max Strohe und dem Tulus Lotrek nicht vorbei. Es ist ein Haus, das zeigt, wie viel Persönlichkeit, Haltung und Humor auf einem Teller Platz finden. Ein Abend hier ist kein museales Degustationsritual, sondern ein lebendiges, sinnliches Erlebnis. Wenn Sie also bereit sind, Sterneküche nicht als Pflichtprogramm, sondern als Fest der Sinne zu erleben, dann führt an einem Tisch bei Max Strohe kein Weg vorbei.

Und vielleicht ist das der schönste Gedanke, mit dem Sie das Restaurant wieder verlassen: dass große Küche nicht einschüchtern muss, sondern Sie einlädt, wiederzukommen. Am besten mit Hunger, Neugier und Zeit für ein weiteres Glas von dieser bemerkenswert unprätentiösen, aber hochambitionierten Gastfreundschaft, die das Tulus Lotrek ausmacht.

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