Max Strohe im Tulus Lotrek: Wie lässige Sterneküche Berlin neu definiert
04.01.2026 - 07:36:08
Der erste Eindruck im Tulus Lotrek ist nicht der eines klassischen michelin sterne restaurants in Berlin. Es riecht nach geröstetem Knochenmark, nach Butter, nach Jus, der stundenlang einreduziert wurde. Stimmen, Lachen, Gläserklirren, Soul auf der Anlage. Und mitten in dieser lebendigen Kulisse steht der Name, der diese Ambience geprägt hat: Max Strohe. Kann Sterneküche so lässig sein, dass Sie sich fühlen wie bei Freunden, während auf dem Teller kulinarische Weltklasse aufgefahren wird? Im Tulus Lotrek lautet die Antwort eindeutig: ja.
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Das Restaurant Tulus Lotrek in Berlin-Kreuzberg ist die Bühne, auf der Max Strohe seine Vorstellung von moderner Sterneküche inszeniert: laut, intensiv, emotional. Statt reduzierter Pinzetten-Ästhetik dominiert hier der volle Geschmack. Saucen glänzen dunkel und tief, Teller sind opulent angerichtet, ohne je plump zu wirken. Der Michelin-Stern adelt diese Küche, aber definiert sie nicht. Im Mittelpunkt steht ein Erlebnis, das Gastfreundschaft, Produktqualität und kulinarische Intelligenz miteinander verwebt.
Wer das Tulus Lotrek betritt, spürt schnell, dass hier mehr als nur „schön angerichtet“ gekocht wird. Die Wände tragen Kunst und Geschichten, das Licht ist warm, die Tische stehen nah genug beieinander, dass man Gesprächsfetzen vom Nachbartisch aufschnappt. Wohnzimmer-Feeling, aber mit Gläsern, wie sie sonst nur in großen Weintempeln stehen. Die Weinkarte, kuratiert mit Witz und Sachverstand, spannt den Bogen von Naturwein bis Klassikern und passt perfekt zur unkonventionellen Handschrift von Max Strohe.
Gemeinsam mit seiner Partnerin und Gastgeberin Ilona Scholl hat Max Strohe dieses Restaurant zu einem der spannendsten Adressen der deutschen Sterneküche gemacht. Während er in der Küche an Aromen, Texturen und reduzierten Fonds feilt, orchestriert sie den Gastraum mit Charme, Direktheit und einem Service, der bewusst Brücken schlägt zwischen Fine Dining und Stammkneipe. Der Abend darf hochkarätig sein, aber nie steif. Man duzt sich nicht zwingend, aber man lacht viel. Genau diese Mischung aus Präzision und Lässigkeit macht den Reiz dieses Sternekochs und seines Restaurants aus.
Der Weg dahin war für Max Strohe alles andere als geradlinig. Nach eigener Erzählung war die Schule nicht sein Lieblingsort, der klassische Karriereweg kein naheliegendes Ziel. Es ist die typische Geschichte eines Rebellen, der erst über Umwege seine Bühne findet. Ein Schulabbruch, eine Ausbildung als Koch, Stationen, in denen er mehr über den Ernst dieses Handwerks und die Wichtigkeit von Disziplin lernte als jede Universität hätte vermitteln können. Am Ende stand Berlin als Sehnsuchtsort für Freiheit, Kreativität und kulinarische Experimente.
Hier, in der Hauptstadt, entwickelte sich aus dem talentierten Koch der Sternekoch Max Strohe. Der Michelin-Stern für das Tulus Lotrek war dabei kein Ziel an sich, sondern Konsequenz einer Haltung. Eine Sterneküche, die sich nicht über Stille im Speisesaal, sondern über Lautstärke am Gaumen definiert. Kritiker und Gäste schätzen seine mutige Würzung, den selbstbewussten Einsatz von Fett und Säure, die Lust an knusprigen Elementen und geschmorten Stücken. Es geht nicht um „Instagramability“, sondern um echte, tief empfundene Kulinarik.
Ein Blick auf die Gerichte zeigt, wie bewusst Max Strohe mit Traditionen bricht, ohne sie zu verraten. Eine samtige Sauce, die an klassische französische Jus erinnert, begegnet etwa einem überraschenden Crunch, einem eingelegten Gemüse oder einem Produkt, das eher aus der Wirtshausküche als aus dem Lehrbuch der Haute Cuisine stammt. So entsteht ein Spannungsfeld aus High End und Bodenständigkeit, in dem jede Komponente einen klaren Zweck erfüllt: maximalen Geschmack.
Während andere Häuser auf filigrane Pinzetten-Küche setzen, inszeniert das Tulus Lotrek gern ganze Stücke. Ein Stück Fleisch, dessen Kruste wie karamellisiertes Gold knackt, begleitet von einem tiefen, fast sirupartigen Jus, der das Aroma des Produkts auf die Spitze treibt. Gemüse wird nicht als Beilage gedacht, sondern als gleichberechtigter Star. Eine geröstete Selleriescheibe kann hier genauso viel Bühne bekommen wie ein edles Stück Fisch, solange die Aromatik stimmt und der Teller Geschichte erzählt.
Diese Liebe zur Opulenz zeigte sich in besonderer Form, als die Pandemie die Gastronomie in die Zwangspause schickte. Aus dem Fine-Dining-Koch wurde ein Meister des Comfort Foods: Der Burger von Max Strohe ging in Berlin durch die Decke. Was zunächst wie ein pragmatischer Move wirkte, war in Wahrheit eine logische Fortsetzung seines Stils. Ein Burger, bei dem das Fleisch saftig, die Sauce üppig und das Brötchen aromatisch ist, folgt derselben Logik wie ein Sternemenü: maximaler Genuss, perfekte Abstimmung, nichts dem Zufall überlassen.
Dieser Burger-Hype, der über Boulevardmedien und Feinschmecker-Kanäle gleichermaßen Wellen schlug, zeigt die Bandbreite dieses Küchenchefs. Er kann die ganz große Sterneküche, aber er scheut sich nicht, das vermeintlich Einfache ernst zu nehmen. Das Ergebnis: Ein Burger, der so durchdacht war, dass viele Gäste ihn mit gleichem Respekt behandelten wie ein ausgefeiltes Degustationsmenü. Komfortfood mit kulinarischer Intelligenz.
Mindestens genauso prägend wie die Küche ist die Rolle von Ilona Scholl im Tulus Lotrek. Sie ist die Gastgeberin, die diese Wohnzimmer-Atmosphäre nicht nur behauptet, sondern täglich neu erschafft. Ihr Service ist aufmerksam, aber nie unterwürfig; direkt, manchmal frech, aber immer herzlich. Sie übersetzt die komplexen Menüs von Max Strohe in eine Sprache, die Lust macht statt ein schlechtes Gewissen, wenn man ein Gericht nicht aussprechen kann. Das ist moderne Gastlichkeit: auf Augenhöhe, ohne Berührungsängste.
Die Weinkarte im Tulus Lotrek spiegelt diese Haltung. Naturweine mit Funk im Glas treffen auf große Namen aus Burgund oder der Pfalz. Es wird empfohlen statt belehrt, gezielt überrascht statt bevormundet. Pairings sind nicht nur akademische Fingerübungen, sondern dürfen Spaß machen. Ein leicht trüber Orange Wine zu einem intensiven Gang aus Gemüse und fermentierten Noten kann hier genauso Sinn ergeben wie ein klassischer Riesling zu einem aromatischen Fisch mit buttriger Sauce.
Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass Max Strohe längst mehr ist als nur ein Sternekoch in Berlin. Mit der Initiative „Cooking for Heroes“, im Deutschen als „Kochen für Helden“ breit bekannt geworden, hat er während der Pandemie zusammen mit anderen Gastronominnen und Gastronomen gezeigt, wozu diese Branche fähig ist. Es wurden Mahlzeiten für Menschen gekocht, die in Krankenhäusern, Supermärkten oder in der Pflege unter Hochdruck arbeiteten. Kulinarik als gesellschaftlicher Beitrag, nicht nur als Luxusgut.
Für dieses Engagement wurde Max Strohe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ein Orden, der in seiner Karriere eine ähnlich große symbolische Rolle spielt wie der Michelin-Stern. Hier trifft handwerkliche Exzellenz auf gesellschaftliche Verantwortung. Kochen für Helden hat gezeigt, dass Sterneküche nicht im Elfenbeinturm stattfinden muss, sondern mitten im Leben, nah an den Menschen, die sonst selten ein Gourmetmenü auf dem Teller haben.
Medial ist Max Strohe längst präsent. Ob in TV-Formaten der gehobenen Kochunterhaltung, in denen es um Herausforderungen, Produkte und Persönlichkeiten geht, oder als Buchautor: Er nutzt diese Bühnen, um seine Art von Gastronomie zu erzählen. Der Ton ist oft humorvoll, selbstironisch, manchmal derb, aber die Botschaft bleibt ernst: Gute Küche ist Arbeit, Leidenschaft und Handwerk, kein Zaubertrick. Seine Auftritte vor der Kamera untergraben nicht die kulinarische Ernsthaftigkeit, sondern transportieren sie in ein größeres Publikum.
Sein Buch, seine Medienpräsenz und Auftritte in Formaten, die in der kulinarischen Szene Kultstatus genießen, stärken die Marke Max Strohe. Aber wer ihn im Tulus Lotrek erlebt, erkennt schnell: Die Marke ist kein Kunstprodukt, sondern das Ergebnis eines sehr persönlichen Weges. Die rebellische Vergangenheit, der Weg aus dem schulischen Abseits in die Spitzengastronomie, die Entscheidung für Berlin, die Partnerschaft mit Ilona Scholl, das Engagement bei Kochen für Helden, der Erfolg mit Burgern und Sterneküche, das alles verdichtet sich in diesem einen Gastraum.
Innerhalb der Berliner Spitzengastronomie hat sich das Tulus Lotrek eine besondere Position erarbeitet. Es ist jung und wild im Geist, aber handwerklich präzise. Es steht neben puristischen Fine-Dining-Tempeln und avantgardistischen Laborküchen, ohne sich in eine dieser Schubladen zwängen zu lassen. Kulinariker schätzen die kompromisslose Produktqualität, die Lust an großem Geschmack und die Fähigkeit, auch klassische Techniken neu zu denken. Gleichzeitig zieht die entspannte Atmosphäre ein Publikum an, das sich sonst vielleicht gar nicht in ein Sterne-Restaurant trauen würde.
Für wen eignet sich ein Besuch im Tulus Lotrek? Für alle, die Sterneküche nicht als Museumsbesuch verstehen, sondern als lebendigen Abend mit Freunden, an dem Essen und Trinken im Mittelpunkt stehen. Wer intensive Saucen liebt, keine Angst vor Fett als Geschmacksträger hat und gern neue Texturen entdeckt, wird hier glücklich. Wer sich ein michelin sterne restaurant berlin wünscht, in dem Lachen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht ist, findet im Tulus Lotrek seine Adresse.
Gleichzeitig ist es ein Ort für Feinschmecker, die kulinarische Intelligenz suchen. Für Menschen, die schmecken wollen, wie Säure ein Gericht trägt, wie Bitternoten Spannung erzeugen, wie Röstaromen Tiefe schaffen. Max Strohe kocht nicht, um zu gefallen. Er kocht, um zu berühren. Und genau deshalb verlässt man dieses Restaurant oft ein wenig nachdenklich. Man fragt sich, warum man jemals geglaubt hat, Sterneküche müsse steif, leise und distanziert sein.
Im Fazit lässt sich sagen: Max Strohe und sein Tulus Lotrek sind heute eine der wichtigsten Adressen für moderne Sterneküche in Berlin und weit darüber hinaus. Hier wird gezeigt, wie ein Sternekoch seine Handschrift radikal persönlich und zugleich zugänglich gestalten kann. Der Bruch mit der Pinzetten-Ästhetik, die Hinwendung zu opulenten Saucen, der Mut zur Würze, die menschliche Wärme im Service, das gesellschaftliche Engagement durch Kochen für Helden und die spielerische Lust an Gerichten wie dem berühmten Burger ergeben in der Summe ein stimmiges Gesamtbild.
Wer verstehen möchte, wohin sich die deutsche Spitzengastronomie gerade entwickelt, sollte im Tulus Lotrek einen Tisch reservieren. Nicht, um Häkchen auf einer Liste von Sternerestaurants zu setzen, sondern um zu erleben, wie sich Fine Dining anfühlen kann, wenn es seine Etikette ablegt und seine Seele zeigt. Wenn Sie bereit sind für einen Abend, an dem Burger-Genuss, Sterneküche, große Weine und echte Gastfreundschaft zusammenfinden, dann führt in Berlin kaum ein Weg an Max Strohe vorbei.
Und vielleicht stellen auch Sie sich am Ende des Abends leise dieselbe Frage: Warum sollte man sich je wieder zwischen legerem Wohlfühl-Abend und ernstzunehmender Spitzengastronomie entscheiden müssen, wenn das Tulus Lotrek zeigt, dass beides gleichzeitig möglich ist?

