Max Rubner-Institut startet größte Ernährungsstudie seit 20 Jahren
26.04.2026 - 15:00:33 | boerse-global.deDie NeMo-Studie soll erstmals seit zwei Jahrzehnten repräsentative Daten zum Essverhalten der Deutschen liefern – inklusive Blut- und Urintests.
Das Max Rubner-Institut (MRI) hat im April 2026 mit der Hauptphase der bundesweiten Erhebung begonnen. Mehr als 3.000 Teilnehmer zwischen 18 und 80 Jahren werden dafür in 120 zufällig ausgewählten Orten untersucht. Die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat soll eine gravierende Datenlücke schließen: Die letzte vergleichbare Erhebung, die Nationale Verzehrsstudie II, liegt rund 20 Jahre zurück.
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Blut- und Urinproben statt Fragebögen allein
Anders als reine Befragungsstudien setzt NeMo auf eine Kombination aus Interviews und medizinischen Messungen. Die Forscher erfassen nicht nur Größe, Gewicht und Bauchumfang, sondern entnehmen auch Blut- und Urinproben. Dadurch lässt sich der tatsächliche Versorgungsstatus mit Vitamin D, B12, Folsäure, Eisen, Selen und Jod bestimmen.
„Die Verknüpfung von Ernährungsdaten mit objektiven Nährstoffmessungen ermöglicht ein präzises Bild der Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und Gesundheit“, so das MRI. Die Datenerhebung läuft bis Juni 2027. Als Dankeschön erhalten die Teilnehmer eine persönliche Auswertung ihrer Laborergebnisse.
Warum die Daten dringend nötig sind
Seit Mitte der 2000er Jahre haben sich Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelangebot grundlegend verändert. Die NeMo-Studie soll eine kontinuierliche Beobachtung der Ernährungstrends etablieren – essenziell für die Prävention von Volkskrankheiten wie Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom.
Die Ergebnisse werden zeigen, welche Lebensmittelgruppen am meisten zu Zucker-, Fett- und Salzzufuhr beitragen. Das liefert die Grundlage für Reformulierungsstrategien der Lebensmittelindustrie und hilft, die nationalen Ernährungsempfehlungen zu aktualisieren. Auch die Risikobewertung von Schadstoffen in Lebensmitteln profitiert von den neuen Daten.
Die technische Umsetzung unterstützt Oracle Life Sciences, die Feldarbeit in bestimmten Regionen übernimmt Infratrend Forschung GmbH.
Erste Erkenntnisse: Selbstbild und Realität klaffen auseinander
Bereits eine Online-Vorstudie aus dem Jahr 2024 lieferte aufschlussreiche Ergebnisse. Sie zeigte eklatante Unterschiede zwischen Selbstwahrnehmung und tatsächlichem Essverhalten:
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- Rund 25 Prozent der Befragten bezeichneten sich als Flexitarier (maximal zweimal Fleisch pro Woche). Die tatsächlichen Konsumdaten zeigten jedoch, dass 75 Prozent häufiger Fleisch aßen.
- Nur 4 Prozent der Bevölkerung leben vegetarisch.
- 1 Prozent vegan, weitere 2 Prozent pescetarisch.
- Die Hälfte der Teilnehmer schätzte die eigene Ernährung als gesund ein.
- Ein Drittel nannte hohe Kosten als Hürde, ein weiteres Drittel den schwierigen Alltagsintegrationsfaktor.
Wer seine Ernährung als ungesund bewertete, konsumierte laut Studie überdurchschnittlich viel Fleisch, Süßigkeiten und Fertigprodukte.
Ausblick: Was die Studie für die Politik bedeutet
Die NeMo-Ergebnisse werden voraussichtlich die Ernährungspolitik des nächsten Jahrzehnts prägen. Nach Abschluss der Datenerhebung 2027 sollen die Erkenntnisse in nationale und europäische Regulierungen einfließen.
MRI-Präsidentin Professor Tanja Schwerdtle betont: „Wir müssen den tatsächlichen Versorgungsstatus der Bevölkerung mit Vitaminen und Spurenelementen kennen, um wirksame Gesundheitsmaßnahmen entwickeln zu können.“ Bereits geplant ist das Folgemodul „nemo kids/family“ für 2028, das Kinder, Jugendliche und Schwangere in den Blick nimmt.
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