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Mastercard Aktie: Swipe-Fee-Vergleich vorläufig genehmigt

Veröffentlicht am: 10.06.2026 um 00:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Richter gibt 38-Milliarden-Dollar-Vergleich zu Kartengebühren grünes Licht. Händlerverbände kritisieren die Einigung als unzureichend.

Mastercard Aktie: Milliarden-Vergleich zu Swipe-Fees genehmigt
Eine Hand hält eine Mastercard-Kreditkarte über ein modernes Zahlungsterminal mit einer verschwommenen Stadtkulisse im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein 21 Jahre alter Rechtsstreit nähert sich seinem Ende. Ein US-Bundesrichter hat den revidierten Vergleich zwischen Visa und Mastercard auf der einen sowie Millionen Händlern auf der anderen Seite vorläufig genehmigt — das Volumen: 38 Milliarden Dollar.

Was der Richter entschieden hat

Richter Brian Cogan in Brooklyn erteilte am Dienstag die vorläufige Genehmigung. Das ist ein deutlicher Schritt nach vorn — sein Vorgänger hatte einen früheren Entwurf über 30 Milliarden Dollar im Juni 2024 noch abgelehnt, weil die Gebührensenkungen zu gering ausgefallen seien.

Der neue Vergleich sieht vor, dass Visa und Mastercard ihre Interchange-Gebühren für fünf Jahre um 0,1 Prozentpunkte senken. Für Standardkarten gilt außerdem eine Obergrenze von 1,25 Prozent über acht Jahre. Händler sollen künftig mehr Spielraum bei Aufpreisen erhalten und bestimmte Kartenkategorien gezielt ablehnen können — womit de facto die bisherige "Honor All Cards"-Regel für Premium- und Gewerbekarten fällt.

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Zum Vergleich: Die Interchange-Einnahmen von Visa und Mastercard in den USA lagen 2025 bei rund 118,8 Milliarden Dollar — nach 111,2 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Der durchschnittliche Gebührensatz betrug zuletzt 2,36 Prozent.

Widerstand bleibt

Trotz Genehmigung ist Widerstand aus dem Händlerlager spürbar. Der National Retail Federation, die Merchants Payments Coalition sowie Walmart werten den Vergleich als unzureichend. Walmart bezeichnete ihn als "Geschenk" an die Kartennetzwerke, weil anticompetitives Verhalten über drei Jahrzehnte hinweg faktisch eingefroren werde. Kritiker monieren außerdem, dass Händler zwar Karten nach Kategorie ablehnen könnten, aber weiterhin alle Karten eines Issuers innerhalb eines Netzwerks akzeptieren müssten.

Gutachter der Klägerseite — darunter Nobelpreisträger Joseph Stiglitz — schätzen hingegen, dass der Vergleich bis 2031 Einsparungen von 38 Milliarden Dollar für Händler und insgesamt rund 224 Milliarden Dollar an Gesamtnutzen erzeugen könnte.

Die vorläufige Genehmigung ist nicht das Ende des Prozesses. Für eine endgültige Zustimmung braucht es eine abschließende gerichtliche Anhörung — bei der Einwände der Händlerverbände erneut auf den Tisch kommen dürften. Ob Walmart und die Handelsverbände ihre Einwände bis dahin verschärfen oder zurückziehen, wird maßgeblich bestimmen, wie schnell der Vergleich rechtskräftig wird.

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