Massachusetts, KI-Assistenten

Massachusetts setzt auf KI-Assistenten für 40.000 Beamte

22.02.2026 - 11:51:12 | boerse-global.de

Massachusetts stattet als erster US-Bundesstaat seine gesamte Verwaltung mit ChatGPT aus – und erntet heftige Kritik. Während die Regierung von Modernisierung spricht, fordern Gewerkschaften und Datenschützer Transparenz.

Die Entscheidung der Regierung von Massachusetts, eine KI auf Basis von ChatGPT für rund 40.000 Beschäftigte der Exekutive einzuführen, stößt auf wachsenden Widerstand. Progressive Gruppen, Parlamentarier und Gewerkschaften fordern in den letzten Tagen vehement Einblick in die Verträge mit OpenAI.

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Kritiker wie die Abgeordnete Erika Uyterhoeven werfen der Regierung vor, die Entscheidung von einer industriedominierten Taskforce treffen lassen zu haben, ohne staatliche Angestellte oder Verbraucherschützer einzubeziehen. Die Gewerkschaft National Association of Government Employees zeigt sich besorgt über mögliche Jobverluste und eine schleichende Veränderung von Tätigkeitsprofilen.

Zudem gibt es ethische Bedenken wegen OpenAIs Zusammenarbeit mit US-Einwanderungsbehörden. Die Kritiker petitionieren nun für parlamentarische Anhörungen, um den Vertrag und seine Folgen für die Belegschaft prüfen zu lassen.

Umstrittenes Pilotprojekt gestartet

Der Konflikt entzündet sich an einer Mitte Februar 2026 verkündeten Initiative. Massachusetts ist der erste Staat, der generative KI flächendeckend in der Verwaltung einsetzt. Das Tool soll Beamte bei Routineaufgaben entlasten: beim Verfassen von Dokumenten, bei Recherchen, Übersetzungen und der Auswertung komplexer Tabellen.

Staatssekretär Jason Snyder betont, die KI solle assistieren, nicht ersetzen. Für jede Anwendung gelte eine strikte menschliche Aufsichtspflicht. Die Einführung erfolgt schrittweise, beginnend im Technologie- und Sicherheitsressort, bevor Gesundheits- und andere Behörden folgen.

Datenschutz bleibt zentraler Streitpunkt

Im Fokus der Debatte steht die Sicherheit sensibler Staatsdaten. Kritiker fragen, wie die KI mit vertraulichen Bürgerinformationen umgeht. Die Regierung versichert, das System arbeite in einer abgeschotteten, sicheren digitale­n Umgebung.

Alle Daten verblieben innerhalb der staatlichen Infrastruktur und würden nicht zum Training von OpenAIs öffentlichen Modellen genutzt, so die Behörden. Für sensible Gesundheitsdaten seien isolierte Arbeitsumgebungen geplant. Skeptiker entgegnen: Ohne öffentliche Einsicht in die Datenverarbeitungsvereinbarungen seien diese Zusicherungen nicht unabhängig überprüfbar.

Blaupause für die digitale Verwaltung?

Der Fall Massachusetts wird zum Lackmustest für den KI-Einsatz im öffentlichen Sektor. Andere Staaten wie Pennsylvania testen zwar Pilotprojekte, doch das Vorhaben in Neuengland ist bislang das umfassendste.

Wirtschaftsminister Eric Paley sieht darin eine Führungsrolle im Technologiesektor. Beobachter erkennen jedoch den grundsätzlichen Konflikt zwischen schnellem technologischem Fortschritt und behördlichen Schutzmechanismen. Es geht um die Balance zwischen Effizienzversprechen und berechtigten Sorgen um algorithmische Verzerrung, Datensouveränität und Arbeitsplatzsicherung.

Die Regierung steht vor einer doppelten Herausforderung: die technische Einführung zu managen und gleichzeitig die Forderungen nach mehr Kontrolle zu besänftigen. Wie Massachusetts diesen Spagat meistert, könnte zur Blaupause für andere Regierungen werden, die ihre Verwaltung modernisieren wollen. Der eigentliche Test beginnt erst: nicht die Technologie zum Laufen zu bringen, sondern das Vertrauen der Beschäftigten und der Öffentlichkeit zu gewinnen.

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