Maschinenbau verliert 22.000 Jobs – Trendwende nicht in Sicht
13.02.2026 - 17:53:12Die deutsche Maschinenbauindustrie hat 2025 einen deutlichen Personalabbau erlebt. Rund 22.000 Arbeitsplätze gingen verloren, wie der Branchenverband VDMA heute mitteilte. Anhaltende Konjunkturflaute und internationaler Wettbewerbsdruck zwingen die Unternehmen zu diesem drastischen Schritt.
Düstere Prognose trotz leichter Hoffnungsschimmer
Der Rückgang von 2,2 Prozent drückt die Beschäftigtenzahl in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern auf knapp über eine Million. Experten prognostizieren, dass sich der Abbau auch 2026 fortsetzen wird. Die Ursachen sind vielfältig: Investitionszurückhaltung der Kunden, intensiver Wettbewerb aus China und handelspolitische Hindernisse belasten die Exportbranche schwer.
Doch es gibt auch vorsichtige Lichtblicke. Eine aktuelle Konjunkturumfrage deutet auf eine leicht aufgehellte Stimmung hin. Das vierte Quartal 2025 brachte zudem steigende Auftragseingänge. Für das Gesamtjahr blieben die Bestellungen jedoch auf Vorjahresniveau – ein Nullwachstum, das nicht ausreicht, um den negativen Trend zu stoppen. Die Kapazitätsauslastung in den Fabriken lag mit nur 78 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Regionale Unterschiede verschleiern Gesamttrend
Die Krise trifft nicht alle Regionen gleich hart. Während der baden-württembergische Maschinenbau 2025 einen realen Auftragsrückgang von zwei Prozent verzeichnete, verbuchte Bayern ein Plus von sechs Prozent. Auch ostdeutsche Unternehmen konnten sich mit einem Zuwachs von drei Prozent leicht vom stagnierenden Bundestrend absetzen.
Doch diese regionalen Unterschiede täuschen nicht über den übergeordneten Druck hinweg. Selbst in wachsenden Gebieten belasten hohe Kosten und bürokratische Hürden die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Der allgemeine Abwärtstrend bleibt intakt.
Paradox: Fachkräftemangel trotz Stellenabbau
Die Situation ist paradox: Während Jobs abgebaut werden, herrscht gleichzeitig ein akuter Mangel an qualifizierten Fachkräften. Viele mittelständische Maschinenbauer versuchen daher, ihre Stammbelegschaft mit Instrumenten wie Kurzarbeit zu halten. Sie fürchten den demografisch bedingten Fachkräftemangel der kommenden Jahre.
Doch die finanziellen Puffer schwinden. Jüngste Umfragen zeigen, dass aktuell mehr Unternehmen eine Verkleinerung als einen Ausbau ihrer Belegschaft planen. Die konjunkturelle Schwäche schlägt nun immer direkter auf den Arbeitsmarkt durch.
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Politik unter Druck – Forderungen nach Entlastung
Für 2026 rechnen Branchenvertreter bestenfalls mit einer Seitwärtsbewegung und einem minimalen Produktionsanstieg. Eine echte Erholung wird nicht erwartet. Angesichts dieser Lage verschärft der VDMA seine Forderungen an die Politik.
Im Fokus stehen die Senkung der als zu hoch empfundenen Sozialabgaben und ein flexibleres Arbeitszeitgesetz. Statt einer täglichen Höchstarbeitszeit fordert die Branche eine wöchentliche Orientierung. Nur durch solche Reformen könne der industrielle Mittelstand entlastet und der Standort Deutschland gestärkt werden.
Ohne einen Kurswechsel, der Planungssicherheit und wirtschaftliche Dynamik ermöglicht, droht der Schlüsselindustrie ein weiteres schwieriges Jahr. Die Frage ist: Reagiert die Politik rechtzeitig, bevor der Abbau irreparable Schäden hinterlässt?
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