Marburg, Millionen-Projekt

Marburg startet Millionen-Projekt für gerechte ADHS-Diagnosen

01.03.2026 - 04:48:13 | boerse-global.de

Ein neues Millionenprojekt erforscht geschlechtsspezifische ADHS-Symptome, um die Versorgungslücke zu schließen, während Diagnosen explodieren und Wartezeiten Jahre betragen.

Marburg startet Millionen-Projekt für gerechte ADHS-Diagnosen - Foto: über boerse-global.de
Marburg startet Millionen-Projekt für gerechte ADHS-Diagnosen - Foto: über boerse-global.de

Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Marburg will die Versorgungslücke bei ADHS für Frauen und geschlechterdiverse Personen schließen. Das millionenschwere Vorhaben reagiert auf explodierende Diagnosezahlen und ein überlastetes Gesundheitssystem.

Diagnosen explodieren, das System kollabiert

Die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei Erwachsenen hat sich in zehn Jahren verdreifacht. Aktuelle Daten zeigen einen Anstieg von 8,6 auf 25,7 Fälle pro 10.000 Versicherte zwischen 2015 und 2024. Besonders drastisch steigen die Zahlen bei jungen Erwachsenen und Frauen.

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Experten sehen darin keine Modeerscheinung, sondern den Abbau einer jahrelangen Unterdiagnose. Doch die wenigen Spezialisten sind überlaufen. Die Folge: Wartezeiten von Monaten oder sogar Jahren auf einen Termin.

Warum Frauen oft durchs Raster fallen

Ein Kernproblem ist veraltetes Fachwissen. Die klassische Vorstellung vom hyperaktiven Jungen passt selten auf Mädchen und Frauen. Deren Symptome zeigen sich anders: durch innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, Tagträumen oder extreme Erschöpfung.

Genau hier setzt das Projekt "GAP-ADHS" an. Mit 1,3 Millionen Euro vom Innovationsfonds will das Team geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomatik und Diagnose erfassen. Ziel sind konkrete Handlungsempfehlungen für Ärzte.

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Die teure Alternative: Warten oder zahlen

Wer nicht Jahre warten will, muss oft selbst zahlen. Eine ADHS-Diagnostik bei privaten Anbietern kostet zwischen 480 und 850 Euro. Diese Zwei-Klassen-Medizin verschärft die Ungerechtigkeit im System.

Dass Finanzierung ein Schlüsselproblem ist, zeigt ein gescheiterter Vorstoß des Berufsverbands Deutscher Psychiater. Dessen "KARO"-Projekt für bessere Versorgungsstrukturen fand keine einzige unterstützende Krankenkasse.

Kann Forschung das System reformieren?

Das Marburger Projekt bringt Universitäten, Krankenhausinstitute, Kassen und Patienten organisationen zusammen. Die Forscher wollen Checklisten entwickeln, die in Praxis und Ausbildung einfließen.

Doch ohne politischen Willen drohen die Erkenntnisse wirkungslos zu bleiben. Die steigenden Diagnosezahlen offenbaren ein Systemversagen – die erfolgreiche Entstigmatisierung von ADHS trifft auf völlig unzureichende Strukturen.

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