Aktien Europa: Iran-Hängepartie bremst den Wochenauftakt
11.05.2026 - 11:41:26 | dpa.deAnleger blieben vorsichtig, weil beide Seiten bei ihren Bemühungen um ein Ende des Kriegs nicht vorankommen. Wieder anziehende Ölpreise waren die Folge.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor am späten kurz vor dem Mittag ein halbes Prozent auf 5.883 Punkte. Außerhalb der Eurozone sank der schweizerische SMI CH0009980894 um 0,2 Prozent auf 13.073 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 jedoch zeigte sich robuster, indem er sich 0,1 Prozent höher bei 10.247 Punkten bewegte.
"Der Weg zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bleibt ungewiss", schrieben die Experten der UBS um den Investmentchef Mark Haefele mit Blick auf die jüngsten Ereignisse im Iran-Krieg. US-Präsident Donald Trump und der Iran hatten jeweils Friedensvorschläge der Gegenseite zur Beilegung des Konflikts als nicht akzeptabel zurückgewiesen.
Führend in der europäischen Sektorwertung waren die Telekom-Werte, die allgemein als defensivere Anlagevariante angesehen werden. Positiv auf fielen die im Stoxx Europe 600 Telecommunications und im FTSE 100 enthaltenen Titel von Airtel Africa GB00BKDRYJ47, die in London mehr als zehn Prozent höher gehandelt wurden. Bei dem Unternehmen gab es Spekulationen darüber, dass der Mehrheitsaktionär Bharti Airtel seine Beteiligungsstruktur neu ordnen könnte.
Auch Banken und Rohstoffwerte waren am Montag positive Ausnahmen im schwachen Marktumfeld. Der Rückenwind im Öl- und Gassektor EU0009658780 durch wieder anziehende Preise der fossilen Brennstoffe ließ allerdings etwas nach. Der Sektorindex bewegte sich zuletzt noch ein halbes Prozent höher nach einem Spitzenplus, das im frühen Handel mehr als ein Prozent betragen hatte.
Unter den Einzelwerten im EuroStoxx fielen die Titel von Argenx NL0010832176 mit einem Anstieg um 1,4 Prozent positiv auf. Sie profitierten von einer Zulassungserweiterung in den USA für das Medikament Vyvgart. Dessen Spektrum gegen die Autoimmunkrankheit Myasthenia gravis wird mit dem Einsatz gegen eine seronegative Variante (SNMG) erweitert.
In London sorgte es bei Asos GB0030927254 für einen Kurssprung um fast 13 Prozent, dass der vermeldete Verkauf eines Logistikzentrums an die Supermarktkette Marks & Spencer GB0031274896 positiv überraschte. Die positive Reaktion der Asos-Anleger fußt darauf, dass die Vereinbarung zu einem signifikanten einmaligen Vorsteuergewinn führen wird.
Generell unter Druck standen die Aktien aus den Auto- und Rüstungssektoren. Im Rüstungsbereich war am Montag Rheinmetall DE0007030009 das Sinnbild, mit einem Kursrutsch auf ein erneutes Tief seit April 2025. Von Bernstein Research wurde auf anhaltende Lösungsbemühungen im Ukraine-Krieg verwiesen. Ein dort nachhaltiger Waffenstillstand würde der Branche den wichtigsten Treiber nehmen, hieß es am Montag in einem Kommentar von Analyst Adrien Rabier.
Die Streichung einer Kaufempfehlung durch die Bank of America, die einen Vorstoß chinesischer Konkurrenz in der Europäischen Union befürchtet, ließ den Kurs des französischen Autobauers Renault FR0000131906 um 3,3 Prozent absacken - etwas stärker als bei den ebenfalls abgestuften Stellantis NL00150001Q9-Aktien, die aber auch über dem Sektorschnitt um 1,3 Prozent fielen. Titel des Opel- und Peugeot-Mutterkonzerns bewertet die US-Bank nun mit "Underperform".
Eine positive Erwähnung wert sind die Aktien von Holcim CH0012214059, die sich in Zürich mit einem Prozent im Plus bewegten. Die US-Bank JPMorgan hatte die Aktien auf eine Liste der besten Anlageideen gesetzt. Zudem drückte Analystin Elodie Rall dem Baustoffhersteller mit Blick auf den Halbjahresbericht den Stempel "Positive Catalyst Watch" auf. Holcim ist nun ihr Branchenfavorit.
In London zogen die Anteile der Fluggesellschafts-Holding IAG ES0177542018 um 5,7 Prozent an nach der Nachricht, dass das Unternehmen den Haltern einer Anleihe an Wandlungsangebot unterbreitet hatte.
Die Aktien von Axa FR0000120628 waren am Montag nur optisch der größte EuroStoxx-Verlierer. Die Titel des Versicherers wurden zu Wochenbeginn ex Dividende gehandelt.
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