MaKI, Deutschlands

MaKI: Deutschlands Transparenzoffensive für KI in der Verwaltung

06.01.2026 - 21:04:11

Die Bundesregierung startet mit der Plattform MaKI ein bundesweites Transparenzregister für KI in der Verwaltung, um Doppelarbeit zu vermeiden und die EU-Vorgaben frühzeitig zu erfüllen.

Die Bundesregierung treibt die Transparenz von KI-Systemen in Behörden massiv voran. Mit der Plattform MaKI schafft sie die zentrale Erfassung noch vor der EU-Frist.

Berlin – Deutschland prescht vor: Während die EU-KI-Verordnung erst im August 2026 voll greift, hat die Bundesregierung ihre Transparenzoffensive für Künstliche Intelligenz in der Verwaltung deutlich ausgeweitet. Der „Marktplatz der KI-Möglichkeiten“ (MaKI) ist aus der Pilotphase in den Regelbetrieb übergegangen und wird nun zum zentralen Transparenzregister für den öffentlichen Sektor ausgebaut. Diese Woche startete mit dem Beitritt der ersten Bundesländer eine entscheidende Expansionsphase.

Vom Pilotprojekt zum bundesweiten Standard

MaKI, ursprünglich vom Bundesinnenministerium initiiert, wandelt sich vom Experiment zum verbindlichen Instrument. Die Plattform dient als nationale Infrastruktur, um die Transparenzvorgaben der kommenden EU-KI-Verordnung zu erfüllen. Laut aktuellen Daten sind bereits über 65 Organisationseinheiten und hunderte KI-Anwendungen registriert – von der Planung bis zum Live-Betrieb.

Das Ziel ist ambitioniert: eine vollständige Landkarte der staatlich genutzten KI. „Bevor eine Behörde eine neue KI-Lösung kauft oder entwickelt, soll sie prüfen, ob es auf MaKI nicht schon etwas Vergleichbares gibt“, erläutern Quellen aus der Digitalverwaltung. So soll Doppelarbeit vermieden und bewährte Lösungen schneller verbreitet werden. Die Bundesregierung setzt damit auf freiwillige Vorab-Compliance, um einem regulatorischen Chaos im Sommer 2026 zuvorzukommen.

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Länder schließen sich an – Silos sollen fallen

Ein Durchbruch dieser Woche ist die Integration der Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern geht als Pionier voran und hat seine Landesverwaltung an das bisher bundesweite System angeschlossen. Weitere Länder sollen im ersten Quartal 2026 folgen.

Diese vertikale Integration ist eine direkte Antwort auf eine alte Schwäche der deutschen Digitalpolitik: die Zersplitterung der IT-Landschaft. Indem Kommunen, Länder und Bund auf einen gemeinsamen Marktplatz zugreifen, soll eine Kultur des „Kopierens und Einfügens“ erfolgreicher KI-Pilotprojekte entstehen. Getrennte Insellösungen gehören dann der Vergangenheit an.

Matching-Algorithmus spart Steuergelder

Die Plattform ist mehr als nur ein Pflichtregister. Sie soll konkret Geld sparen. Über 220 der gelisteten Projekte suchen aktuell ausdrücklich nach Kooperationspartnern, fast 100 werden als „wiederverwendbar“ eingestuft.

Ein intelligenter Matching-Algorithmus bringt Behörden mit ähnlichen Bedarfen zusammen. Braucht eine Gemeinde in Bayern eine KI zur Textanalyse von Bauanträgen, verweist MaKI sie womöglich auf eine bereits erprobte Lösung einer Bundesbehörde. Auch der Einsatz generativer KI-Modelle über die gesicherte Bundesplattform „Kipitz“ wird nun zentral dokumentiert. So bleibt die Souveränität über Daten und Systeme gewahrt.

Wettlauf gegen die EU-Uhr

Der Zeitdruck ist beträchtlich. Die strengen Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme – darunter Transparenz und Grundrechtsfolgenabschätzungen – gelten EU-weit ab August 2026. Deutschland versucht, mit MaKI ein funktionierendes Modell vorzulegen, das Regulation und Innovation verbindet. Die Strategie: Deutschland soll in der EU als Vorreiter für eine praktikable KI-Governance gelten.

Für die Wirtschaft sendet die Transparenzoffensive klare Signale. Sie zeigt, wo im öffentlichen Sektor konkreter Bedarf an KI-Lösungen besteht, und könnte so den Markt für „GovTech“ gezielt beleben.

Die nächsten Schritte: Qualität und EU-Anbindung

In den kommenden sechs Monaten steht die Qualitätssicherung im Fokus. Es geht nicht mehr nur um die reine Anzahl der Einträge, sondern um deren Vollständigkeit und Nutzbarkeit. Rund 1,7 Millionen Euro sind für 2026 eingeplant, um MaKI weiterzuentwickeln. Geplant sind automatisierte Schnittstellen, die Daten direkt an die zentrale EU-Datenbank übermitteln, sobald diese online geht.

Für Bürger verspricht die Initiative mehr Einblick in den „Blackbox“-Einsatz von Algorithmen. Ein öffentliches Dashboard soll demnächst zeigen, wo und wie KI Verwaltungsentscheidungen beeinflusst – ein entscheidender Schritt für die Akzeptanz im Zeitalter der automatisierten Verwaltung.

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