Magnetom Free.Max von Siemens Healthineers - MRT mit Helium-freiem Design
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Magnetom Free.Max steht mitten im Untersuchungsraum, der breite 80-Zentimeter-Tunnel leuchtet sanft, während eine Patientin die Hände über die Brust legt und der Radiologe Dr. Martin Keller beruhigend mit ihr spricht. Die Bedienkonsole zeigt das kompakte Systemlayout, das ohne klassischen Heliumtank auskommt.
Heliumfreies MRT-Design im Fokus
Magnetom Free.Max ist ein MRT-System von Siemens Healthineers mit einem 0,55-Tesla-Magnet, das vollständig auf ein konventionelles Helium-Bulk-System verzichtet und stattdessen mit einem geschlossenen Kryokonzept arbeitet. Das Modell gehört zur sogenannten High-V MRI-Plattform und ist für Kliniken und Praxen konzipiert, die den Raumbedarf und die Installationskosten senken wollen.
Siemens Healthineers positioniert Magnetom Free.Max als System mit 80-Zentimeter-Öffnung, das den Zugang für adipöse Patienten und Menschen mit Platzangst erleichtern soll, ohne auf klinisch relevante Bildqualität bei Routineuntersuchungen zu verzichten. Laut Produktunterlagen benötigt der Magnet nur eine geringe Menge Helium, die im geschlossenen Kryostat verbleibt und nicht regelmäßig nachgefüllt werden muss.
Kompakte Installation und Infrastruktur
Ein zentrales Argument von Produktmanagerin Dr. Antonia Schulz ist die kompakte Infrastruktur von Magnetom Free.Max, der ohne aufwendige Quenchrohre installiert werden kann und mit vereinfachten Anforderungen an die Gebäudestruktur auskommt. In vielen Bestandsgebäuden lassen sich damit Räume nutzen, die für klassische Hochfeld-MRTs ungeeignet wären.
Siemens Healthineers beschreibt in seinen technischen Informationen einen geringeren Flächenbedarf und eine flexible Platzierung, sodass der MRT auch in kleineren radiologischen Praxen, Notaufnahmen oder spezialisierten Zentren installiert werden kann. Das Konzept zielt auf Märkte, in denen Investitionsbudgets für Großgeräte begrenzt sind und die Versorgungslücke in der bildgebenden Diagnostik geschlossen werden soll.
Siemens Healthineers MRT-Portfolio im Überblick
Wer sich für Magnetom Free.Max interessiert, findet weitere Hintergründe zur Rolle der MRT-Systeme im Gesamtgeschäft von Siemens Healthineers und aktuellen Marktdaten.
Technische Eckdaten und klinische Anwendungen
Der 0,55-Tesla-Magnet im Magnetom Free.Max adressiert laut Siemens Healthineers vor allem Fragestellungen, bei denen Robustheit gegenüber Metallartefakten und eine geringere spezifische Absorptionsrate (SAR) Vorteile bieten. Dazu gehören etwa Untersuchungen bei Patienten mit Implantaten sowie muskuloskelettale Bildgebung und Thorax-Untersuchungen, die bei Hochfeldsystemen technisch anspruchsvoll sind.
Die High-V MRI-Technologie kombiniert den niedrigeren Feldstärkebereich mit modernen Gradientenspulen und einem aktuellen Bildrekonstruktions-Stack, inklusive KI-unterstützter Algorithmen für Rauschreduktion. Radiologe Dr. Martin Keller beschreibt die Bedienoberfläche als vertraut, da sie in das bestehende Syngo-Ökosystem eingebunden ist und Workflows für Routing, Protokollverwaltung und Postprocessing unterstützt.
Bedienung, Patientenerlebnis und Workflow
Beim ersten Betreten des Untersuchungsraums fällt Beobachtern die vergleichsweise geringe Bauhöhe des Magnetom Free.Max und der breite Tunnel auf, der weniger bedrückend wirkt als klassische 60-Zentimeter-Systeme. Patientin Anna berichtet nach einer Knieuntersuchung von einem angenehmeren Gefühl beim Liegen, da Schultern und Arme mehr Raum haben und die Geräuschkulisse moderat erscheint.
Für das Personal ist laut Produktmanagerin Dr. Antonia Schulz relevant, dass der Tisch und das Spulenkonzept auf schnelle Wechsel ausgelegt sind und Routineprotokolle mit wenigen Handgriffen gestartet werden. Die Integration in Radiologie-Informationssysteme (RIS) und Picture Archiving and Communication Systems (PACS) erfolgt über standardisierte Schnittstellen, sodass Magnetom Free.Max in bestehende digitale Workflows eingebettet werden kann.
Marktzielgruppen und Einsatzszenarien
Siemens Healthineers adressiert mit Magnetom Free.Max eine breite Zielgruppe, von regionalen Allgemeinkrankenhäusern bis zu ambulanten radiologischen Zentren, die erstmals in MRT-Technologie investieren. Besonders in Ländern mit begrenzter MRT-Dichte sollen durch das kompakte und heliumreduzierte Design zusätzliche Standorte wirtschaftlich möglich werden.
Die Marketingunterlagen des Unternehmens nennen explizit Szenarien wie Notaufnahmen, wo schnelle Verfügbarkeit wichtig ist, sowie orthopädische und kardiologische Spezialpraxen. Ein weiterer Fokus liegt auf Gesundheitssystemen, die Nachhaltigkeitsziele verfolgen, da der geringere Heliumbedarf und die optimierte Energieeffizienz helfen können, den ökologischen Fußabdruck in der Bildgebung zu reduzieren.
Preisrahmen, Verfügbarkeit und Service
Offizielle Listenpreise für Magnetom Free.Max veröffentlicht Siemens Healthineers nicht öffentlich, in Branchenkreisen werden Gesamtkosten für System und Installation typischerweise im hohen sechsstelligen bis niedrigen siebenstelligen Eurobereich verortet, abhängig von Ausstattung und Serviceverträgen. Konkrete Angebote hängen von regionalen Vergabeverfahren, Ausschreibungen und Rabatten ab.
Das System ist laut Herstellerangaben in zahlreichen Märkten verfügbar, darunter Europa, Nordamerika und ausgewählte Regionen in Asien und dem Mittleren Osten. Kunden erhalten neben der Hardware Einbindung in das Service-Ökosystem des Unternehmens, also Remote-Wartung, Softwareupdates und Zugang zu Schulungsprogrammen für Radiologen und MTRA.
Wettbewerbsumfeld im MRT-Markt
Im globalen MRT-Markt konkurriert Siemens Healthineers unter anderem mit Herstellern wie GE HealthCare und Philips, die ebenfalls kompakte Systeme und Konzepte zur Reduktion von Heliumverbrauch anbieten. Magnetom Free.Max sticht vor allem durch den konsequent heliumarmen Ansatz mit geschlossener Kryotechnologie und der breiten Öffnung hervor.
Analysten sehen im Segment der kosteneffizienten MRT-Systeme Wachstumspotenzial, weil viele Gesundheitssysteme die bildgebende Kapazität ausbauen möchten, ohne in jedes Haus ein Hochfeld-Flaggschiff zu stellen. Für Siemens Healthineers dient Magnetom Free.Max als Ergänzung zu den Hochfeld- und Ultra-Hochfeld-Systemen im Portfolio und ermöglicht eine abgestufte Geräteauswahl.
Regulatorische Aspekte und Zulassungen
Magnetom Free.Max wurde in wichtigen Märkten regulatorisch zugelassen, darunter die USA mit einer 510(k)-Freigabe der Food and Drug Administration sowie CE-Kennzeichnung für die Europäische Union. Diese Zulassungen bestätigen, dass das System die medizinischen Sicherheits- und Leistungsanforderungen für MRT-Geräte erfüllt.
Für Krankenhausbetreiber und Betreiber von Praxen spielt die regulatorische Geschichte eine Rolle, weil sie die Integration in nationale Erstattungssysteme beeinflusst. In Deutschland etwa sind MRT-Untersuchungen Teil des vertragsärztlichen Leistungskatalogs, sodass neue Systeme wie Magnetom Free.Max nach ihrer Implementierung in bestehende Leistungsziffern und Abrechnungslogiken einfließen.
Digitalisierung und Datenintegration
Wie andere aktuelle Systeme des Herstellers ist Magnetom Free.Max in digitale Plattformen eingebunden, die Bilddaten, Protokolle und Gerätestatus bündeln. Dazu gehört die Anbindung an cloudfähige Lösungen, über die Radiologien ihre Workflows analysieren, die Auslastung optimieren und Protokolle standardisieren können.
Produktmanagerin Dr. Antonia Schulz betont, dass solche digitalen Werkzeuge dafür sorgen, dass auch Einsteigerpraxen schnell auf ein Niveau kommen, das sonst eher in großen universitären Zentren anzutreffen wäre. Die Integration mit KI-gestützten Auswertewerkzeugen bleibt dabei optional, was es Nutzern erlaubt, schrittweise zu erweitern, statt sofort ein umfassendes Digitalpaket einführen zu müssen.
Nachhaltigkeitsaspekte und Heliumversorgung
Helium ist ein begrenzter Rohstoff, und seine Versorgung hat in den vergangenen Jahren immer wieder Preisspitzen und Engpässe erlebt. Magnetom Free.Max trägt mit seinem weitgehend heliumfreien Konzept dazu bei, die Abhängigkeit von diesem Rohstoff zu verringern und gleichzeitig die Betriebsrisiken im Fall von Lieferengpässen zu reduzieren.
Siemens Healthineers verweist darauf, dass die geschlossene Kryotechnologie die Anforderungen an Logistik und Sicherheitsinfrastruktur senkt, weil kein klassischer Helium-Bulkbehälter mit Quenchrohr nötig ist. Für Betreiber bedeutet dies potenziell geringere Betriebskosten und weniger komplexe Genehmigungsverfahren, insbesondere in dichter bebauten urbanen Umgebungen.
Praxisberichte und Anwenderfeedback
Frühe Anwender von Magnetom Free.Max berichten in Fachforen und auf Kongressen von einem leichten Einstieg, sofern das Personal mit anderen MRT-Systemen des Herstellers vertraut ist. Radiologe Dr. Martin Keller beschreibt in einem Gespräch auf einem Radiologie-Kongress, dass der Wechsel von einem Hochfeldsystem zunächst Skepsis auslöste, die sich jedoch bei geeigneter Protokollwahl legte.
Besonders positiv hervorgehoben werden die ergonomische Gestaltung des Untersuchungsraums, das subjektiv ruhigere akustische Profil des Scanners und die für viele Patienten angenehme Tunnelgeometrie. Gleichzeitig bleibt die Erwartungshaltung an die Bildqualität realistisch, da Magnetom Free.Max nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu Hochfeld-MRTs für bestimmte Fragestellungen gedacht ist.
Rolle im Portfolio von Siemens Healthineers
Innerhalb des MRT-Portfolios von Siemens Healthineers nimmt Magnetom Free.Max eine Rolle im Einstiegs- und Erweiterungssegment ein, das zwischen einfachen Basislösungen und hochspezialisierten Hochfeldsystemen angesiedelt ist. Die High-V MRI-Plattform wurde gezielt entwickelt, um neue klinische Einsatzfelder zu erschließen und dabei wirtschaftlich attraktive Rahmenbedingungen zu bieten.
Für das Unternehmen trägt das Gerät dazu bei, Marktanteile in Regionen zu gewinnen, in denen bislang nur wenige MRT-Systeme installiert waren. Gleichzeitig unterstützt es Kunden, die bereits über Hochfeldgeräte verfügen, beim Aufbau von ergänzenden Kapazitäten für bestimmte Untersuchungen und Patientengruppen, etwa für bariatrische Patienten oder Menschen mit ausgeprägter Platzangst.
Finanzielle Einordnung und Siemens Healthineers Aktie
Magnetom Free.Max gehört zur wichtigen Produktfamilie der MRT-Systeme, die zusammen mit CT-Scannern, Ultraschall und Labordiagnostik einen wesentlichen Anteil am Gesamtumsatz von Siemens Healthineers ausmacht. Der MRT-Bereich trägt über die Jahre kontinuierlich zu wiederkehrenden Einnahmen bei, nicht nur durch Geräteverkäufe, sondern auch durch Serviceverträge und Upgrades.
Die Siemens Healthineers Aktie (ISIN DE000SHL1006) wird unter anderem im Xetra-Handel in Euro notiert, wobei die Entwicklung des Aktienkurses von vielen Faktoren abhängt, darunter der Nachfrage nach Bildgebungssystemen wie Magnetom Free.Max, der regionalen Investitionstätigkeit im Gesundheitswesen und der allgemeinen Börsenlage.
Fakten zu Magnetom Free.Max
- Produkt: Magnetom Free.Max
- Hersteller: Siemens Healthineers AG
- Kategorie: MRT-System / Medizintechnik
- Markteinführung: Erste Markteinführung ab 2021 in ausgewählten Märkten
- UVP / Preis: Projektabhängig, typischer Gesamtaufwand im hohen sechsstelligen bis niedrigen siebenstelligen Eurobereich
- Verfügbarkeit: In mehreren Regionen verfügbar, darunter Europa, Nordamerika und Teile Asiens
- Zielgruppe: Allgemeinkrankenhäuser, ambulante radiologische Zentren, spezialisierte Orthopädie- und Kardiologiepraxen
- Besonderheit / USP: 0,55-Tesla-MRT mit heliumarmem, geschlossenem Kryokonzept und 80-Zentimeter-Tunnelöffnung
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