Maersk, Schiffsverkehr

Maersk stoppt Schiffsverkehr im Persischen Golf

09.03.2026 - 08:40:14 | boerse-global.de

Der Logistikriese Maersk setzt alle wichtigen Container-Verbindungen durch die Straße von Hormus aus. Die Maßnahme droht, Frachtraten zu erhöhen und fragile Lieferketten erneut zu destabilisieren.

Maersk stoppt Schiffsverkehr im Persischen Golf - Foto: über boerse-global.de
Maersk stoppt Schiffsverkehr im Persischen Golf - Foto: über boerse-global.de

Der dänische Logistikkonzern A.P. Moller-Maersk hat alle wichtigen Container-Verbindungen zwischen dem Nahen Osten und Asien sowie Europa ausgesetzt. Grund sind massive Sicherheitsrisiken in der strategisch entscheidenden Straße von Hormus. Die Maßnahme droht, fragile globale Lieferketten erneut zu destabilisieren und die Frachtraten in die Höhe zu treiben.

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Notfallmaßnahmen: Routen gestrichen, Häfen umfahren

In einer am Freitag veröffentlichten Kundeninformation legte Maersk drastische operative Änderungen offen. Das Unternehmen stoppte sofort seinen FM1-Service zwischen Fernost und dem Nahen Osten sowie den ME11-Service in Richtung Europa. Sämtliche lokalen Zubringerdienste im Persischen Golf wurden bis auf Weiteres eingestellt.

Auch etablierte Hafenanläufe werden umgestellt. Der ME1-Service von Nahost nach Nordeuropa wird den Zwischenstopp im Hafen Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auslassen. Jebel Ali gilt als der umschlagsstärkste Containerhafen außerhalb Asiens. Die Strecke läuft stattdessen Häfen in Indien und Oman an.

Zudem hat der Reederiese die Annahme neuer Fracht vorübergehend gestoppt. Betroffen sind Sendungen von und zu den VAE, Kuwait, Katar, Irak, Bahrain sowie den saudischen Häfen Dammam und Jubail. Maersk betont, es handele sich um Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Crew und Ladung.

Straße von Hormus: Der globale Engpass

Auslöser der Krise ist die eskalierten Sicherheitslage in der Straße von Hormus. Diese Meerenge ist eine der wichtigsten maritimen Handelsrouten der Welt; etwa 20 Prozent des globalen Öl- und Gashandels passieren sie. Jüngste militärische Aktionen im Zusammenhang mit dem Iran haben die Passage für Handelsschiffe extrem riskant gemacht.

Laut dem Joint Maritime Information Center vom 6. März ist der Schiffsverkehr dort praktisch zum Erliegen gekommen. Innerhalb von 24 Stunden passierten nur zwei Handelsschiffe die Straße. Die Folge: Ein massiver Stau. Aktuell liegen mindestens 147 Containerschiffe im Persischen Golf fest und können die Region nicht verlassen.

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Dieser Stau verschärft die Hafenüberlastung und bindet einen erheblichen Teil der globalen Containerflotte. Maersk, das etwa ein Sechstel der weltweiten Kapazität kontrolliert, hatte zuvor vorsichtige Rückkehrversuche ins Rote Meer unternommen. Angesichts der neuen Gefahren muss der Konzern diese Pläne nun verwerfen und Schiffe erneut auf die deutlich längere Route um das Kap der Guten Hoffnung umleiten.

Kettenreaktion: Die ganze Branche zieht Konsequenzen

Maersk ist nicht allein. Die chinesische Reederei Cosco Shipping Lines hat ebenfalls neue Buchungen für den Nahen Osten gestoppt. Bereits Anfang der Woche zogen auch CMA CGM und Hapag-Lloyd ihre Schiffe aus dem Suezkanal zurück und leiten sie um Afrika um.

Die Krise erfasst zunehmend auch multimodale Logistiknetze. Mehrere Staaten der Region, darunter die VAE, Katar und der Irak, haben ihren Luftraum vorübergehend gesperrt. Das führt zu Flugausfällen und Umleitungen von Frachtmaschinen – eine zusätzliche Belastung für zeitkritische Luftfracht.

Der Landverkehr per Lkw und Bahn funktioniert zwar grundsätzlich. Logistikanbieter warnen jedoch vor erheblichen Grenzverzögerungen, unberechenbaren Zollabläufen und verschärften Sicherheitskontrollen. Alternative Landrouten sind möglich, treiben aber die Kosten in die Höhe und bringen eng getaktete Lieferpläne durcheinander.

Wirtschaftliche Folgen: Inflation und Instabilität drohen

Der faktische Stopp in der Straße von Hormus ist ein schwerer Schlag für die Wirtschaftsarchitektur des Nahen Ostens. Handelsdrehscheiben wie Dubai leben von ihrem Ruf als sichere und effiziente Zentren für globalen Handel. Eine anhaltende Logistik-Lähmung untergräbt diese Stabilität.

Für die Weltwirtschaft sind die Konsequenzen ebenso besorgniserregend. Die Umleitung um Afrika verlängert die Reisezeiten um sieben bis zehn Tage und erhöht den Treibstoffverbrauch massiv. Diese Ineffizienzen werden die Frachtraten in die Höhe treiben und die verfügbare Container-Kapazität verknappen.

Importeure müssen ihre Beschaffungsstrategien für 2026 nun neu bewerten. Eigentlich hatten sie mit günstigeren Frachtraten aufgrund eines erwarteten Kapazitätsüberschusses gerechnet. Stattdessen erfordert die Schließung strategischer Engpässe nun schnelle Notfallplanung. Solange die geopolitischen Spannungen anhalten, werden die globalen Handelsnetze unter starkem Druck stehen – mit anhaltend inflationären Folgen für Verbrauchergüter und Industriematerialien weltweit.

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