Macy’s KI-Assistent verfünffacht die Umsätze
05.04.2026 - 08:00:17 | boerse-global.deDer Einzelhandel erlebt 2026 eine Revolution: Künstliche Intelligenz treibt den Umsatz dramatisch in die Höhe. Führend ist das US-Kaufhaus Macy’s, dessen neuer KI-Assistent die Ausgaben der Kunden fast verfünffacht. Damit hat sich der digitale Handel von einfacher Suche zu einem hochperformanten, beratenden System gewandelt.
Vom Suchen zum Beraten: KI wird zum persönlichen Einkaufsagenten
Die Zahlen sind beeindruckend. Seit dem Start von „Ask Macy’s“ Ende März zeigen Analysen: Kunden, die den KI-Assistenten nutzen, geben pro Besuch 4,75-mal mehr Geld aus als bei der klassischen Produktsuche. Der Grund? Die KI agiert nicht wie ein simpler Chatbot, sondern wie ein persönlicher Berater. Sie schlägt passende Accessoires vor, ermöglicht virtuelle Anproben und berücksichtigt sogar regionale Klimaunterschiede.
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Dieser Trend zum „agentic commerce“ – dem Einkauf via KI-Agent – setzt sich branchenweit durch. Amazon hat seinen Assistant „Rufus“ um eine „Kauf für mich“-Funktion erweitert. Die KI überwacht Lagerbestände und schließt Käufe automatisch ab, sobald vorgegebene Kriterien erfüllt sind. Die Lücke zwischen Stöbern und Kaufabschluss schließt sich.
2026: Die Phase der ernsthaften Umsetzung bricht an
Die Experimentierphase ist vorbei. Im ersten Quartal 2026 setzen Händler zunehmend auf Technologien mit messbarem Geschäftserfolg. Ein sichtbares Zeichen sind elektronische Regaletiketten (ESEL), die nun flächendeckend eingeführt werden. Sie ermöglichen dynamische Preisanpassungen in Echtzeit, abhängig von Lagerbestand und Nachfrage.
Gleichzeitig verwandelt das Internet der Dinge (IoT) Filialen in datenreiche Umgebungen. Smarte Regale und Inventarroboter, etwa von LG, liefern Echtzeitdaten zum Warenbestand. So stimmen die digitalen Angebote in der App endlich mit der tatsächlichen Verfügbarkeit im Regal überein – ein langjähriges Problem des Omnichannel-Handels.
Trotz Krisen: Einzelhandel zeigt sich robust
Trotz geopolitischer Spannungen und inflationärer Druck bleibt die Stimmung optimistisch. Der US-Handelsverband NRF prognostiziert für 2026 ein Umsatzwachstum von 4,4 Prozent auf rund 5,6 Billionen Dollar. Das übertrifft den Zehnjahresdurchschnitt.
Die Digitalisierung hilft besonders preisbewussten Kunden, in einem volatilen Markt das Beste für ihr Geld zu finden. KI-gestützte Analysen von Kundenbewertungen werden zum entscheidenden Werkzeug. Allerdings bereiten steigende Logistikkosten Sorgen. Amazon hat bereits Zuschläge für Händler angekündigt, was die digitalen Preisstrategien in den kommenden Monaten beeinflussen wird.
Der nächste Schritt: Hyperlokale Angebote und autonomes Einkaufen
Die Reise geht weiter in Richtung Autonomie. Branchenanalysten von PwC schätzen, dass bereits 40 Prozent der 20 größten US-Händler einen KI-Einkaufsassistenten im Einsatz haben. Die nächste Phase der Digitalisierung zielt auf Hyperlokalität.
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Apps sollen individualisierte Promotionen anbieten, die sich ändern, sobald der Kunde in einen anderen Gang des Geschäfts geht. Ziel ist eine nahtlose „phygitale“ Erfahrung, bei der die App zum unverzichtbaren Navigator durch den Laden wird.
Im Hintergrund ist KI längst zur Kerninfrastruktur geworden. Sie prognostiziert die Nachfrage und steuert die automatische Nachbestellung. Der „Store of the Future“ ist damit keine Vision mehr, sondern betriebliche Realität – und verändert fundamental, wie die Welt einkauft.
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