Macquarie, Aktie

Macquarie Aktie: Ruhiger Chefwechsel

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Rücktritt von Macquarie-Chefin Wikramanayake lässt die Aktie kalt. Nachfolger Greg Ward steht für Kontinuität und setzt den Wachstumskurs fort.

Macquarie Group: Chefwechsel ohne Kursausschlag an der Börse
Abstraktes, professionelles Bürointerieur bei Sonnenaufgang als Symbol für einen ruhigen Führungswechsel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Wechsel an der Spitze, der die Börse kaltlässt: Das ist selten genug, um genauer hinzuschauen. Macquarie Group hat den Rücktritt seiner langjährigen Chefin Shemara Wikramanayake bekanntgegeben — und die Aktie reagierte kaum. Genau das ist die eigentliche Nachricht.

Wikramanayakes Erbe

Nach fast acht Jahren an der Spitze zieht sich Wikramanayake am 6. November zurück. In ihrer Amtszeit hat sie Macquarie stärker auf Vermögensverwaltung und Infrastrukturinvestitionen ausgerichtet und die Bank so unabhängiger von schwankenden Investmentbanking-Erträgen gemacht. Die Aktie hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt, von 124,93 australischen Dollar auf zuletzt 254,93 australische Dollar — ein Plus von 117 Prozent und damit deutlich mehr als der Zuwachs des Leitindex S&P/ASX 200 im gleichen Zeitraum. Für 2025 erhielt sie eine Vergütung von 26,5 Millionen australischen Dollar, was Macquaries Ruf als "Millionaire's Factory" unterstreicht. Ihr Abgang folgt allerdings auch auf eine Hauptversammlung, bei der Aktionäre den Vergütungsbericht wegen Bedenken zum Umgang mit regulatorischen Themen ablehnten.

Der Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus

Ihre Nachfolge tritt mit Greg Ward ein Eigengewächs an. Der 30-jährige Macquarie-Veteran war während der Finanzkrise 2008/2009 Finanzchef der Bank und leitet aktuell die Sparte für Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen. Dort hat er das Hypothekengeschäft zum fünftgrößten Australiens ausgebaut — mit fast 200 Milliarden australischen Dollar an Krediten und einem Marktanteil von über 7 Prozent, nicht mehr weit entfernt vom viertplatzierten Anbieter ANZ mit 13 Prozent. Ward, der über ein Onlinemodell ohne Filialen und mit schnellen Kreditfreigaben Kunden von etablierten Anbietern abwarb, gilt bei Investoren als Garant für Kontinuität statt für radikale Kurswechsel.

Operativ läuft es unterdessen weiter rund: Im ersten Quartal verzeichnete die Sparte Commodities and Global Markets einen deutlich gestiegenen Gewinnbeitrag, getragen von höheren Erträgen aus dem Rohstoffhandel. Genaue Quartalszahlen veröffentlicht Macquarie traditionell nicht.

Der Führungswechsel greift am 6. November. Bis dahin muss Ward auch klären, wer seine bisherige Sparte für Bankgeschäfte übernimmt — eine Entscheidung, die weitere Verschiebungen im Führungsteam nach sich ziehen dürfte.

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