Lyxor MSCI Taiwan ETF: 7,65 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
25.06.2026 - 05:20:02 | boerse-global.de
Am taiwanesischen Aktienmarkt tobt der Sturm. Der Taiex-Index erlebte am Mittwoch den heftigsten Ausverkauf durch ausländische Investoren in seiner Geschichte. Für den Lyxor MSCI Taiwan UCITS ETF bedeutet das: kräftige Verluste innerhalb weniger Tage.
Ausländische Anleger zogen an einem einzigen Handelstag rekordverdächtige 177,4 Milliarden NT-Dollar (rund 5,6 Milliarden US-Dollar) aus dem Markt ab. Die Folge: Der Taiex rauschte um 2,24 Prozent oder 1.057 Punkte auf 46.043,6 Zähler nach unten. Der ETF schloss bei 117,90 Euro. Das sind 5,07 Prozent weniger als vor einer Woche und 7,65 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 127,66 Euro.
Fed und Halbleiterkrise
Der Ausverkauf hat zwei klare Auslöser. Am Vortag brach der US-amerikanische Philadelphia Semiconductor Index um 7,87 Prozent ein. Parallel dazu verschärft die US-Notenbank ihren Ton. Mehrere Fed-Vertreter signalisieren mittlerweile mindestens eine Zinserhöhung noch im Jahr 2026. Das setzt die hoch bewerteten Wachstumswerte massiv unter Druck – und Taiwan ist das Epizentrum dieser Aktiengattung.
Die schwerste Last trägt Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Der Chipgigant macht über 40 Prozent des zugrunde liegenden MSCI-Taiwan-Index aus. TSMC verlor am Mittwoch 4,02 Prozent, schloss bei 2.390 NT-Dollar. In den Schlussminuten prasselten über 13.000 Verkaufsorders auf die Aktie ein.
Weitere Schwergewichte folgten dem Abwärtssog. MediaTek brach um mehr als 5,5 Prozent auf 4.285 NT-Dollar ein. Delta Electronics gab 3,85 Prozent auf 2.000 NT-Dollar nach.
Hebelwirkung und Sonderfälle
Taiwans Märkte stecken in einer gefährlichen Gemengelage. Der Margin-Verschuldungsgrad erreichte zuletzt über 13 Milliarden US-Dollar – Niveaus wie zu Dotcom-Zeiten. Die Kreditaufnahme für Aktienkäufe legte binnen Jahresfrist um 160 Prozent zu. Regulierer beobachten die Entwicklung genau. Der Chefökonom von Fubon, Lo Wei, spricht von einer „strukturellen Anpassung“ bei KI-Investitionen, nicht von einer geplatzten Blase.
Ganz einseitig war der Handelstag jedoch nicht. United Microelectronics Corp (UMC) erreichte dank einer strategischen Partnerschaft mit Intel neue Rekordhöhen. Auch die Panel-Hersteller Innolux und AUO schlossen im Plus.
Ein harter Tag für den ETF. Anleger dürften gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen von Micron und die Aktionärstreffen bei Nvidia blicken – sie könnten die Richtung für den Halbleitersektor vorgeben.
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