LyondellBasell Aktie: Drastischer Sparkurs
25.02.2026 - 06:33:48 | boerse-global.deLyondellBasell zieht die Reißleine. Nach einem verlustreichen Geschäftsjahr 2025 halbiert der Chemiekonzern seine Dividende und verschärft seine Sparziele deutlich. Inmitten einer anhaltenden Branchenkrise versucht das Management so, die finanzielle Stabilität des Unternehmens unter erschwerten Bedingungen zu sichern.
Rote Zahlen erzwingen Dividendenkürzung
Hintergrund der harten Einschnitte ist die prekäre Geschäftsentwicklung. Während LyondellBasell im Jahr 2024 noch einen Gewinn von 1,36 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, schloss das Jahr 2025 mit einem Nettoverlust von 745 Millionen US-Dollar ab. Da sich die gesamte Chemiebranche bereits im fünften Jahr einer Kontraktionsphase befindet, sank auch der Umsatz im vierten Quartal um neun Prozent auf rund 7,09 Milliarden US-Dollar.
Um die Bilanz zu schützen und Barmittel zu bewahren, wurde die Quartalsdividende von 1,37 US-Dollar auf 0,69 US-Dollar gekürzt. Das Management hält zwar an dem langfristigen Ziel fest, rund 70 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre auszuschütten, räumt der Stärkung der Kapitalstruktur momentan jedoch Vorrang ein.
Fokus auf Kostensenkung und Portfolio-Bereinigung
Um den operativen Herausforderungen zu begegnen, hat das Unternehmen das Ziel seines „Cash Improvement Plan“ bis Ende 2026 auf 1,3 Milliarden US-Dollar angehoben. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Straffung des Portfolios: Für das zweite Quartal 2026 plant der Konzern den Verkauf von vier europäischen Vermögenswerten. Damit soll die Komplexität reduziert und die Profitabilität gesteigert werden.
Die angespannte Lage spiegelt sich auch in der Bewertung von S&P Global wider, die das Kreditrating des Unternehmens kürzlich auf „CreditWatch Negative“ gesetzt haben. Analysten reagieren entsprechend zurückhaltend. BMO Capital hob zwar das Kursziel leicht von 36 auf 38 US-Dollar an, belässt die Einstufung jedoch weiterhin auf „Underperform“. Kann die radikale Neuausrichtung den Abwärtstrend der vergangenen Jahre dauerhaft stoppen?
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Marktreaktion und Ausblick
Trotz der operativen Schwierigkeiten verzeichnete die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 30,72 Prozent, notiert mit 49,53 Euro zum gestrigen Handelsschluss jedoch weiterhin deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von über 74 Euro. Die aktuelle Kursentwicklung deutet darauf hin, dass Anleger die Sanierungsbemühungen vorsichtig honorieren, während die langfristige Erholung noch aussteht.
Die kommende Dividendenauszahlung erfolgt am 9. März 2026 für Aktionäre, die zum Stichtag am 2. März registriert sind. Im Fokus der Marktteilnehmer stehen nun die für das zweite Quartal angekündigten Asset-Verkäufe in Europa, die als wichtiger Indikator für den Erfolg des laufenden Umbaus gewertet werden.
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