LVMH und Hermès: Zwei Wege durch die Luxus-Flaute
08.02.2026 - 05:45:12Luxus-Riesen LVMH und Hermès navigieren durch ein kühleres Marktklima. Nach den Boom-Jahren nach der Pandemie hat sich das Wachstum 2026 spürbar verlangsamt. Die beiden französischen Konzerne verfolgen dabei grundverschiedene Strategien, um die neue Vorsicht der Kunden zu meistern.
LVMH: Der Gigant spürt den Gegenwind
Der weltgrößte Luxuskonzern LVMH meldete für 2025 einen Umsatz von 80,8 Milliarden Euro. Die Zahl zeigt Stärke, doch das Wachstum hat sich deutlich abgekühlt. Bereits im ersten Halbjahr 2025 gab es einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Das breit aufgestellte Imperium mit 75 Marken – von Mode über Champagner bis zu Parfüms – dient als Puffer. Dennoch kämpfen einige Bereiche wie Cognac in den USA und China mit Herausforderungen. Die große Frage: Kann LVMH die Begehrlichkeit seiner Marken erhalten, während sich Schlüsselmärkte wie Asien nur langsam erholen?
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Hermès: Exklusivität als Schutzschild
Während andere stolpern, glänzt Hermès mit seiner fokussierten Strategie. Das Unternehmen setzt auf ultimative Exklusivität, Handwerkskunst und streng kontrollierte Verknappung. Das zahlt sich aus: Im ersten Halbjahr 2025 erzielte Hermès eine operative Marge von über 41 Prozent bei 8 Milliarden Euro Umsatz.
Das Vertrauen der Investoren war so groß, dass die Marktkapitalisierung von Hermès im April 2025 kurzzeitig sogar die von LVMH überflügelte. Die Konzentration auf die allerwohlhabendsten Kunden schützt das Unternehmen vor der Kaufzurückhaltung der breiten Masse. Um die hohe Nachfrage zu bedienen, baut Hermès seine Produktionskapazitäten in Frankreich massiv aus.
Der Luxuskunde von heute: Wählerisch und wertbewusst
Die Party ist vorbei. Der pandemiebedingte Kaufrausch hat einer Phase der Normalisierung Platz gemacht. Aggressive Preiserhöhungen der letzten Jahre haben bei vielen Kunden zu Ermüdung geführt. Das öffnet die Tür für zugänglichere Luxusmarken.
Für 2026 gilt: Es geht nicht mehr um reines Volumen, sondern um dauerhaften Wert und Authentizität. Die wirtschaftliche Entwicklung in China bleibt der größte Unsicherheitsfaktor für die gesamte Branche.
Zwei Philosophien im Stresstest
Die aktuelle Lage stellt beide Geschäftsmodelle auf die Probe.
* LVMH ist der Seismograf für die gesamte Branche. Seine Größe macht ihn anfällig für Konjunkturschwankungen, bietet aber durch Diversifikation auch Stabilität. Analysten sind gespalten – die Bewertungen reichen von „Outperform“ bis „Equal Weight“.
* Hermès hat sich mit ikonischen Produkten wie der Birkin-Tasche eine fast trendimmune Niche geschaffen. Die Strategie der künstlichen Verknappung erweist sich als genialer Stabilitätsanker. Kritiker fragen jedoch, wie lange das außergewöhnliche Wachstum noch anhalten kann.
Das Jahr 2026 wird eines der strategischen Anpassungen. Die kommenden Zahlen von Hermès werden zeigen, wie robust das Geschäft an der absoluten Spitze wirklich ist. Beide Konzerne müssen beweisen, dass sie die neue Sprache des Luxus verstehen: weniger Omnipräsenz, mehr persönliche Relevanz.
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