LVMH, Aktie

LVMH Aktie: Amerika rettet die Bilanz

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 18:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LVMH überrascht mit Wachstum in der Modesparte, während geopolitische Krisen in Europa und Nahost die Kauflaune dämpfen.

LVMH Aktie: US-Geschäft treibt Quartalsumsatz trotz Iran-Konflikt
Abstrakte Darstellung von Luxus-Einzelhandel und globalem Wirtschaftswachstum in einer eleganten, beleuchteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei Jahre lang schwächelte die Modesparte von LVMH – jetzt kehrt sie zurück ins Plus. Der Haken: Der Krieg im Iran hat der Erholung einen Dämpfer verpasst, und ausgerechnet in Europa und am Golf bremsen geopolitische Spannungen die Kauflaune wohlhabender Kunden.

Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro – ziemlich genau das, was Analysten erwartet hatten. Treiber war einmal mehr die USA: Dort legte LVMH um 6 Prozent zu, nach 3 Prozent im ersten Quartal. Europäische Luxuskonzerne setzen inzwischen gezielt auf den amerikanischen Markt, mit neuen Boutiquen und aufwendigen Modeschauen, um vom Techboom profitierende Käufer anzulocken. In anderen Regionen bleibt die Nachfrage dagegen verhalten.

Modesparte kehrt zurück ins Wachstum

Die Sparte Mode & Lederwaren, die den Löwenanteil des operativen Gewinns liefert, wuchs organisch um 1 Prozent – der erste Anstieg seit zwei Jahren. Der Wert blieb allerdings hinter den von Analysten erhofften 1,7 Prozent zurück. LVMH bezifferte die Bremswirkung des Iran-Kriegs auf diese Sparte mit einem Prozentpunkt, verwies zugleich aber auf spürbare Fortschritte bei Dior unter dem neuen Kreativdirektor Jonathan Anderson. In Europa stabilisierten sich die Umsätze nach dem schwachen Jahresauftakt, blieben im Quartal aber unverändert – die Nahost-Konflikte belasten weiterhin den Tourismus.

Deutlich stärker liefen Uhren & Schmuck mit einem organischen Plus von 11 Prozent im zweiten Quartal, angetrieben von Tiffany und Bulgari. Auch Sephora und die Erholung bei Champagner und Cognac trugen zum Gesamtbild bei.

Halbjahresbilanz mit stabiler Marge

Für das erste Halbjahr steht ein organisches Umsatzplus von 2 Prozent zu Buche, auf Berichtsbasis sanken die Erlöse wegen Währungseffekten um 3 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Der Gewinn aus laufender Geschäftstätigkeit fiel um 4 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, die operative Marge hielt sich mit 22,5 Prozent nahezu stabil. Der Konzerngewinn blieb mit 5,7 Milliarden Euro nahezu unverändert.

Der freie Cashflow kletterte auf 4,1 Milliarden Euro, die Nettofinanzverschuldung sank um 19 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Für die Aktionäre bestätigte LVMH eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie, zahlbar am 3. Dezember 2026.

Die Aktie des von Bernard Arnault kontrollierten Konzerns hat seit Jahresbeginn 28 Prozent verloren und zählt damit zu den schwächsten europäischen Large Caps. Ob die anziehende US-Nachfrage und die Erholung bei Dior reichen, um diesen Trend zu drehen, dürfte sich erst zeigen, wenn im zweiten Halbjahr die geopolitischen Belastungen nachlassen – oder eben nicht.

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