LVMH, Basispunkte

LVMH: 150 Basispunkte Marge gefährdet

03.05.2026 - 05:10:32 | boerse-global.de

Neue US-Zölle auf europäische Luxusgüter treffen LVMH hart. Analysten erwarten spürbare Gewinneinbußen, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert.

LVMH: 150 Basispunkte Marge gefährdet - Foto: über boerse-global.de
LVMH: 150 Basispunkte Marge gefährdet - Foto: über boerse-global.de

LVMH gerät zwischen die Fronten der globalen Handelspolitik. Neue US-Zölle zielen direkt auf europäische Luxusgüter ab. Das Timing könnte für den französischen Branchenprimus kaum schlechter sein. Der US-Markt sollte eigentlich die anhaltende Schwäche in China ausgleichen.

Margendruck und Währungsrisiken

Nordamerika steht für rund ein Viertel des Konzernumsatzes. Analysten rechnen für 2026 mit spürbaren Einbußen. Die Zölle dürften die Marge der wichtigen Mode- und Lederwarensparte um 150 Basispunkte drücken.

Die Wein- und Spirituosensparte leidet bereits massiv. Hier brachen die Gewinne um 25 Prozent ein. Höhere US-Abgaben machten Cognac und Champagner für amerikanische Konsumenten deutlich teurer. Ein starker Euro verschärft das Problem. Die Gemeinschaftswährung wertete zum Dollar im Jahresvergleich um etwa 13 Prozent auf.

Produktion in den USA stockt

LVMH baut bereits seit Jahren eine lokale Produktion auf. Drei Fabriken in Kalifornien und Texas fertigen Louis-Vuitton-Taschen. Sie decken laut der Bank RBC etwa die Hälfte des US-Volumens ab.

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Das Management prüft einen weiteren Ausbau der Kapazitäten. Die Umsetzung erweist sich als schwierig. Dem Konzern fehlen vor Ort ausreichend qualifizierte Handwerker. Die Folge: ein strukturelles Preisdilemma. LVMH muss höhere Kosten entweder schlucken oder die Preise anheben.

Aktie nahe dem Jahrestief

An der Börse hinterlässt die Gemengelage tiefe Spuren. Die LVMH-Aktie ging am Freitag bei 452,15 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 30 Prozent.

Damit notiert das Papier nur knapp über dem Jahrestief von 443,15 Euro. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt gut 17 Prozent.

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Morgan Stanley dämpft die Erwartungen für eine schnelle Erholung. Die Experten prognostizieren für die Modesparte 2026 nur ein währungsbereinigtes Wachstum von zwei bis drei Prozent. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt dennoch bei knapp 611 Euro.

Ein kleiner Lichtblick bleibt das EU-Mercosur-Abkommen. Es senkt die Zölle für Wein und Spirituosen in Südamerika. Um die US-Risiken abzufedern, rücken nun unterrepräsentierte Märkte wie Indien, Japan und die Golfregion in den Fokus der Pariser Zentrale.

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