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Luna Systems bringt KI-Sicherheitskamera für Radfahrer auf den Markt

15.01.2026 - 16:30:12

Ein irisches Start-up will mit künstlicher Intelligenz Rad- und Motorradfahrer schützen. Luna Systems hat 1,5 Millionen Euro eingesammelt, um seine ersten KI-Sicherheitskameras zu entwickeln. Das Unternehmen vollzieht damit den Wandel vom Software-Anbieter zum Hersteller kompletter Sicherheitssysteme für Zweiräder.

Die Finanzierungsrunde führten der niederländische Venture-Fonds Fundracer Capital und EIT Urban Mobility an. Das Geld soll die Markteinführung einer neuen Hardware-Produktpalette beschleunigen. Ziel ist es, fortschrittliche Sicherheitsfeatures, die bisher Luxusautos vorbehalten waren, für den Markt der gefährdeten Verkehrsteilnehmer zugänglich zu machen. Die Mission des Unternehmens: Die Angst vor dem Verkehr nehmen – eine der größten Hürden, die viele Menschen vom Umstieg aufs Rad abhält.

Luna Systems verfolgt eine Doppelstrategie und bringt 2026 zwei Produktlinien auf den Markt. Eine richtet sich an Privatkunden, die andere an Fahrzeughersteller.

Das erste Produkt ist eine nach hinten gerichtete KI-Kamera für Rennrad- und Pendlerfahrer. Sie koppelt mit einer Smartphone-App und warnt in Echtzeit vor sich nähernden Fahrzeugen. Das visionbasierte System geht über bestehende Radarlösungen hinaus. Es fungiert auch als intelligente Dashcam, zeichnet Vorfälle automatisch auf und kartiert Daten, um Gefahrenstellen zu identifizieren. Die Verbraucherversion soll noch dieses Jahr über den Direktvertrieb und ausgewählte europäische Händler erhältlich sein.

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Das zweite Angebot ist ein umfassendes Dual-Kamera-System für die Integration in E-Bikes und Motorräder. Dieses eingebettete System bietet eine Suite erweiterter Sicherheitsfunktionen wie Front- und Heckkollisionswarnungen, Toter-Winkel-Erkennung und Abstandswarner. Durch Partnerschaften mit Herstellern will Luna seine ARAS-Technologie zum Standardfeature machen und sich als Zulieferer im boomenden E-Bike-Sektor positionieren.

Die Technik hinter der Vision

Herzstück der Produkte ist eine ausgeklügelte Computer-Vision-KI, die auf stromsparenden Prozessoren läuft. Die Algorithmen des Unternehmens führen eine komplexe 3D-Szenenrekonstruktion und -analyse durch – und das alles direkt auf dem Gerät für verzögerungsfreie Warnungen.

Im Gegensatz zu Radarsystemen, die primär Objekte erkennen, interpretiert Lunas Vision-KI die Szene. Sie unterscheidet zwischen Autos, Lkw, Bussen und anderen Rädern und bewertet Risiken basierend auf Bewegung und Nähe. Dieser KI-Ansatz verwandelt eine einfache Kamera von einem passiven Aufzeichnungsgerät in ein aktives Sicherheitssystem. Das Unternehmen hat diese Algorithmen für kostengünstige Hardware optimiert, um die Technologie massentauglich zu machen.

Strategische Neuausrichtung in einem wachsenden Markt

Der Start-up kommt zu einer Zeit zunehmender Innovation im Bereich Radfahrersicherheit. Lunas Einstieg in die Hardware markiert eine strategische Neuausrichtung. Ursprünglich konzentrierte sich das Unternehmen auf den geteilten E-Scooter-Markt. Als dieser schrumpfte, lenkte das Team seine Vision-Technologie auf die Rad- und Motorradmärkte um, wo der Bedarf an Sicherheit noch größer ist.

Branchenanalysten weisen darauf hin, dass Angst nach wie vor eines der größten Hindernisse für die Fahrradnutzung in Städten ist. Technologien wie Lunas ARAS sollen diese Sicherheitslücke schließen und das Vertrauen der Fahrer stärken – lange bevor Städte flächendeckend geschützte Radwege bauen können.

Daten für sicherere Städte

Mit den 1,5 Millionen Euro will Luna Systems die Hardware-Entwicklung und Markteinführung vorantreiben. Der Fokus liegt zunächst auf der Verbraucherkamera und der Festigung von OEM-Partnerschaften. Langfristig plant das Unternehmen erweiterte Funktionen wie eine „umgekehrte“ Toter-Winkel-Erkennung.

Über den individuellen Schutz hinaus sieht Luna seine Technologie in der Stadtplanung. Durch die Aggregation anonymisierter Daten über Beinahe-Unfälle und gefährliche Überholmanöver kann das Unternehmen Stadtplanern wertvolle Einblicke in infrastrukturelle Schwachstellen liefern. Dieser datengesteuerte Ansatz könnte helfen, Hochrisikobereiche zu identifizieren und zu entschärfen. Das ultimative Ziel: ARAS soll ein allgegenwärtiges und essenzielles Feature für alle zweirädrigen Fahrzeuge werden.

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