Lumentum Aktie: Nvidia investiert 2 Milliarden Dollar
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 04:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der KI-Optik-Hype verliert an Tempo. Lumentum-Aktien geraten in den Sog eines breiten Sektor-Rücksetzers. In den letzten Handelstagen haben Anleger hoch bewertete Infrastruktur-Titel abgestoßen. Die Branche korrigiert von ihren Frühjahrshochs.
Bewertungsreset statt Unternehmenskrise
Die Abwärtswelle erfasst auch Branchennachbarn wie Ciena oder Applied Optoelectronics. Analysten sehen den Auslöser nicht in hausgemachten Problemen. Vielmehr stellen Investoren die Bewertungen infrage. Nach dem massiven KI-Run-up fragen sie sich: Wie schnell kommen Co-Packaged Optics wirklich? Und wann setzt sich der Wechsel von Kupfer auf schnelle optische Verbindungen durch?
Freitag schloss die Aktie bei 655,00 Euro. Das sind 12,12 Prozent weniger als eine Woche zuvor. Vom 52-Wochen-Hoch bei 920,00 Euro aus Mitte Mai fehlen nun 28,80 Prozent. Der langfristige Trend bleibt beeindruckend: In zwölf Monaten legte der Titel um 742,55 Prozent zu.
Technik zeigt Abkühlung
Der RSI liegt bei 40,2 Punkten – nahe der überverkauften Zone von 30. Die Aktie notiert 15,39 Prozent unter ihrer 50-Tage-Linie bei 774,11 Euro. Zugleich liegt sie aber noch 38,51 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 472,90 Euro. Das zeigt die Schlagseite des vorherigen Runs.
Marktteilnehmer sprechen von einem „KI-Narrativ-Schock". Investoren fordern mehr Konkretheit bei der Umsetzung.
Fundamentaldaten bleiben stark
Trotz Kursdelle läuft das operative Geschäft auf Rekordniveau. Der Umsatz im letzten Quartal lag bei 808 Millionen Dollar – ein Plus von 90 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Für das laufende vierte Quartal rechnet das Management mit einem Mittelwert von 985 Millionen Dollar. Erstmals droht eine Milliarden-Schwelle.
Drei Faktoren stützen die langfristige Geschichte:
- Der Auftragsbestand reicht bis 2028. Die Nachfrage übersteigt das Angebot um mehr als 30 Prozent.
- Nvidia investierte Anfang 2026 zwei Milliarden Dollar direkt in Lumentum. Damit sichert sich der KI-Konzern Kapazitäten für Indiumphosphid-Laser.
- CEO Michael Hurlston sieht in Near-Packaged Optics sogar mehr Potenzial als in CPO. Hyperscaler könnten damit komplexe optische Systeme schneller einsetzen.
Lumentum legt im August 2026 die nächsten Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob die geplanten Kapazitätserweiterungen in North Carolina und Thailand das Ungleichgewicht mildern.
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