Lumen, Chinas

Lumen S1: Chinas neuer Roboter für die Pflege

07.02.2026 - 12:39:12

Ein Joint Venture stellt den menschenähnlichen Roboter Lumen S1 vor, der mit emotionaler Intelligenz Senioren Gesellschaft leisten und unterstützen soll. Erste Tests in Pflegeheimen laufen bereits.

Ein chinesisches Joint Venture stellt einen menschenähnlichen Roboter vor, der Senioren Gesellschaft leisten und unterstützen soll. Der Lumen S1 kombiniert emotionale Intelligenz mit Alltagstauglichkeit und zielt direkt auf den global wachsenden Pflegemarkt.

Ein Roboter mit Gefühl für Menschen

Die Firma Guang Gu Dong Zhi präsentierte den Lumen S1 am 6. Februar 2026 als neuestes Mitglied ihrer „Photon“-Roboterfamilie. Mit 1,30 Meter Höhe und 35 Kilogramm Gewicht wirkt der Roboter bewusst nicht bedrohlich, sondern zugänglich. Sein Kernfeature: eine ausgeprägte soziale Interaktionsfähigkeit.

Über ein Mikrofon-Array und ein „bionisches Dauererinnerungs“-System nimmt der S1 Stimmungen wahr und reagiert darauf. Mehr als 100 eingebaute Gesichtsausdrücke sollen Empathie vermitteln. „Frühere Serviceroboter konnten das kaum“, so die Entwickler. Für sichere Bewegungen in unübersichtlichen Wohnungen nutzt der Roboter Lidar, RGB-D-Kameras und ein Multi-Vision-System.

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Strategischer Schachzug im „Silver Market“

Hinter dem Roboter steht Guang Gu Dong Zhi, ein Joint Venture aus HEC, Shanghai AGIBOT, dem Peking University Wuhan Artificial Intelligence Institute und PsiBot. Das 2025 gegründete Unternehmen will die Lücke zwischen Roboter-Hardware und echten Anwendungen schließen.

Der Lumen S1 ist der bisher konsequenteste Schritt in den lukrativen „Silver Economy“-Markt. China hat bereits über 310 Millionen Einwohner, die 60 Jahre oder älter sind. Der Mangel an menschlichen Pflegekräften wird immer drängender. Der Roboter soll keine Pfleger ersetzen, sondern Lücken füllen: als Gesellschafter, Gesundheitsmonitor oder Helfer bei leichten Aufgaben.

Kann der Roboter im Alltag überzeugen?

Die technischen Daten sind beeindruckend: Über 40 Freiheitsgrade ermöglichen flüssige Bewegungen, der Akku hält mehr als zwei Stunden, und eine Spitzengeschwindigkeit von 1,8 Metern pro Sekunde hält mit Menschen Schritt. Doch die größte Hürde bleibt die Akzeptanz.

„Der letzte Kilometer in den häuslichen Alltag ist das Entscheidende“, geben Branchenkenner zu bedenken. Der Markt für humanoide Roboter in China könnte sich 2026 verdoppeln, getrieben von sinkenden Bauteilkosten. Der Lumen S1 wird bereits in Pflegeheimen und auf Messen getestet. Ob er hält, was er verspricht – nämlich einfühlsame, automatisierte Betreuung –, wird sich nun in der Praxis zeigen.

@ boerse-global.de