Luftverkehrsteuer, Strecken

Luftverkehrsteuer sinkt ab Juli für alle Strecken

02.04.2026 - 02:09:25 | boerse-global.de

Die Bundesregierung senkt die Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 auf das Niveau vor der Erhöhung 2024. Fluggäste sparen bis zu 11,40 Euro, doch die Weitergabe an die Kunden ist ungewiss.

Luftverkehrsteuer sinkt ab Juli für alle Strecken - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung senkt die Luftverkehrsteuer und will damit Airlines und Fluggäste entlasten. Ab 1. Juli 2026 gelten wieder die niedrigeren Sätze von vor der Erhöhung im Mai 2024. Für Langstreckenflüge bedeutet das eine Ersparnis von über elf Euro pro Ticket. Doch kommt die Entlastung wirklich bei den Passagieren an?

Das Bundeskabinett hat den entsprechenden Gesetzentwurf am Mittwoch auf den Weg gebracht. Damit löst die Ampelkoalition ein zentrales Versprechen aus ihrem Vertrag ein. Die Branche begrüßt den Schritt als Signal, fordert aber weitere Maßnahmen für den Standort Deutschland.

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Konkrete Entlastung: So viel sparen Fluggäste

Die Steuersenkung ist gestaffelt nach der Entfernung zum Zielland. Maßgeblich ist die Distanz zwischen den größten Verkehrsflughäfen, typischerweise von Frankfurt am Main aus.

  • Kurzstrecke (bis 2.500 km): Die Steuer sinkt von 15,53 Euro auf 13,03 Euro pro Passagier – ein Minus von 2,50 Euro.
  • Mittelstrecke (2.500 bis 6.000 km): Hier reduziert sich der Satz von 39,34 Euro auf 33,01 Euro. Das sind 6,33 Euro weniger.
  • Langstrecke (über 6.000 km): Die größte absolute Ersparnis gibt es für Fernreisen. Der Betrag fällt von 70,83 Euro auf 59,43 Euro, eine Entlastung von 11,40 Euro.

Wettbewerbsdruck: Warum die Regierung jetzt handelt

Hinter der Entscheidung steht der anhaltende Druck der Luftfahrtbranche. Airlines und Flughäfen klagen seit Jahren über die im europäischen Vergleich hohen Standortkosten in Deutschland. Dazu zählen neben der Ticketsteuer auch Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheit.

Die Folge: Einige Airlines haben Kapazitäten an deutschen Airports reduziert oder Routen gestrichen. Mit der Rücknahme der Erhöhung von 2024 reagiert die Politik auf diese Warnsignale. Das Bundesfinanzministerium betont, die Entlastung müsse bei den Reisenden ankommen.

Haushaltslücke und die große Frage der Weitergabe

Die Steuersenkung reißt ein Loch in den Bundeshaushalt. Für das zweite Halbjahr 2026 fehlen schätzungsweise 170 bis 185 Millionen Euro. Ab 2027 könnten die jährlichen Mindereinnahmen bei bis zu 355 Millionen Euro liegen. Diese Summe soll ab dem kommenden Jahr durch Einsparungen im Etat des Verkehrsministeriums ausgeglichen werden.

Die entscheidende Frage für Verbraucher bleibt jedoch offen: Führen die niedrigeren Steuersätze auch zu günstigeren Tickets? Experten sind skeptisch. Flugpreise hängen von vielen Faktoren ab – von den volatilen Kerosinkosten bis zur allgemeinen Kostenlage der Airlines. Eine garantierte Weitergabe der vollen 11,40 Euro an den Kunden gibt es nicht.

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Gemischte Reaktionen: Lob, Kritik und ein Warnschuss

Die Branche reagiert verhalten positiv. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) spricht von einem "notwendigen ersten Schritt". Gleichzeitig pocht er auf weitere Schritte wie niedrigere Flugsicherungskosten.

Kritik kommt vom Flughafenverband ADV. Die Steuer kehre nicht auf das ursprüngliche, niedrigere Niveau vor 2011 zurück, sondern nur auf das von vor der Erhöhung 2024. Das reiche nicht, um internationale Airlines massiv anzulocken.

Die Eisenbahngewerkschaft EVG sieht die Schiene benachteiligt. Sie fürchtet, dass die Haushaltseinsparungen für den Steuerausfall zulasten der Bahninfrastruktur gehen könnten.

Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss noch der Bundestag zustimmen. Die Bdewatte über die richtige Balance zwischen Klimaschutz, Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit ist damit noch nicht beendet.

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