Lufthansa-Streik, Flugverkehr

Lufthansa-Streik legt deutschen Flugverkehr lahm

12.02.2026 - 18:01:12

Ein 24-stündiger Warnstreik von Piloten und Flugbegleitern führt zur Absage von rund 800 Lufthansa-Flügen. Die Gewerkschaften fordern bessere Altersvorsorge und einen Sozialplan.

Ein Doppelstreik von Piloten und Flugbegleitern hat den Flugbetrieb der Lufthansa am Donnerstag weitgehend zum Erliegen gebracht. Rund 800 Flüge fielen aus, etwa 100.000 Passagiere saßen fest.

Die Arbeitsniederlegungen begannen um Mitternacht und dauern 24 Stunden. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) riefen ihre Mitglieder auf, die Arbeit niederzulegen. Besonders betroffen sind die Drehkreuze Frankfurt und München, aber auch an Flughäfen wie Berlin, Hamburg und Düsseldorf wurden zahlreiche Verbindungen gestrichen.

Worum geht es in den Tarifkonflikten?

Die Fronten sind verhärtet. Die Pilotengewerkschaft VC kämpft für eine bessere betriebliche Altersversorgung der rund 4.800 Piloten. Sie kritisiert, dass ein altes, sicheres Modell durch ein kapitalmarktabhängiges System ersetzt wurde, das schlechtere Leistungen bringt. Nach sieben erfolglosen Verhandlungsrunden sah sie sich zum Streik gezwungen.

Parallel fordert die Kabinen-Gewerkschaft UFO einen Sozialplan für die etwa 20.000 Flugbegleiter. Hintergrund ist die geplante Schließung der Regionaltochter Lufthansa Cityline. Die Gewerkschaft wirft dem Management eine „nackte Blockade“ vor und kritisiert zudem Pläne für einen schlechteren Manteltarifvertrag.

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Chaos an den Flughäfen – Was können betroffene Passagiere tun?

Die Auswirkungen für Reisende sind massiv. Am Frankfurter und Münchner Flughafen war der Betrieb der Lufthansa besonders stark eingeschränkt. Lange Schlangen bildeten sich an den Service-Schaltern, viele Passagiere zeigten sich frustriert.

Für betroffene Fluggäste gelten die EU-Fluggastrechte. Da es sich um einen Streik des eigenen Personals handelt, ist die Lufthansa in der Pflicht. Passagiere haben Anspruch auf:
* Ersatzbeförderung (mit anderer Airline oder Bahn)
* Vollständige Rückerstattung des Ticketpreises bei Annullierung
* Entschädigungszahlungen zwischen 250 und 600 Euro
* Betreuungsleistungen wie Verpflegung und Hotel bei langen Wartezeiten

Die Lufthansa hat Reisende per E-Mail oder App informiert und bot für innerdeutsche Flüge Bahnumtausch an.

Verhärtete Fronten und wirtschaftlicher Druck

Das Unternehmen reagierte scharf auf den Streik. Personalvorstand Michael Niggemann sprach von einer „völlig unnötigen Eskalation“. Die Lufthansa verweist auf fehlende finanzielle Spielräume und warnt, die Gewerkschaftsforderungen gefährdeten die Zukunftsfähigkeit der Airline.

Die Gewerkschaften kontern mit dem Vorwurf der Hinhaltetaktik. Sie sehen den Streik als letztes Mittel, um Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zu bringen. Die Lage ist zusätzlich angespannt, weil auch die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal stocken.

Droht nach dem Warnstreik eine weitere Eskalation?

Die Lufthansa hofft, ab Freitag wieder zum normalen Flugplan zurückkehren zu können. Die zugrundeliegenden Konflikte sind damit aber nicht gelöst.

Die Vereinigung Cockpit hat bereits weitere Streiks angedroht, sollte die Airline kein neues, verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Ein Gewerkschaftssprecher warnte: „Die Eskalationsspirale wird sich weiterdrehen, wenn es keine Bewegung gibt.“ Auch bei UFO und in den Gesprächen mit dem Bodenpersonal bleibt die Lage angespannt.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Parteien an den Verhandlungstisch zurückfinden – oder ob den Fluggästen weitere Reiseunterbrechungen bevorstehen.

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