Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Doppelter Gegenwind

13.04.2026 - 20:29:18 | boerse-global.de

Die Lufthansa-Aktie verliert deutlich, da eine neue Pilotenstreikwelle und ein sprunghaft gestiegener Ölpreis gleichzeitig auf den Konzern einwirken.

Lufthansa Aktie: Doppelter Gegenwind - Foto: über boerse-global.de

Der Montag lief für Lufthansa-Anleger alles andere als rund. Die Aktie verlor rund vier Prozent auf 7,63 Euro — gepresst von zwei Seiten gleichzeitig: einer neuen Streikwelle und einem Ölpreisschock.

Piloten legen die Kernmarke lahm

Seit Montagnacht streiken die Piloten der Kerngesellschaft, von Lufthansa Cargo und Cityline. Zwei Tage, 48 Stunden. Allein in Frankfurt wurden über 1.100 Starts und Landungen für Montag und Dienstag gestrichen, in München weitere 710 Flugbewegungen. Auf der Kurzstrecke fliegt nur etwa jedes dritte Flugzeug, auf der Langstrecke jedes zweite.

Es ist bereits die vierte Streikwelle in diesem Jahr — und sie kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ausgerechnet am Mittwoch feiert Lufthansa ihr 100-jähriges Bestehen, mit Bundeskanzler Friedrich Merz als geladenen Gast. Die Gewerkschaften haben eine Kundgebung am Frankfurter Flughafen für denselben Tag angekündigt.

Das Management zeigt sich unbeeindruckt. Personalvorstand Michael Niggemann ließ keinen Zweifel daran, dass man den Konfrontationskurs der Spartengewerkschaften nicht honorieren wird: Jeder Streiktag verkleinere die betroffene Gesellschaft. CEO Carsten Spohr legte nach und machte deutlich, dass ein schmerzhaftes Angebot mit Gegenfinanzierung für ihn keine echte Verhandlungsbasis darstellt.

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Der Kern des Konflikts: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit fordert höhere Betriebsrenten, lehnt aber Angebote ab, die an anderer Stelle gegenfinanziert werden sollen. Lufthansa wiederum verweist darauf, dass die Kerngesellschaft auf vielen Strecken schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig ist — während günstigere Konzerntöchter wie City Airlines wachsen und Verdi dort längst eigene Tarifverträge abgeschlossen hat.

Kerosin als zweite Front

Unabhängig vom Arbeitskampf gerät die Aktie durch den Ölpreis zusätzlich unter Druck. Nach dem Scheitern der US-Iran-Friedensverhandlungen und Trumps angekündigter Seeblockade der Straße von Hormus schnellte der Brent-Preis auf knapp 104 Dollar — ein Anstieg von zeitweise neun Prozent über Nacht.

Für Airlines bedeutet das direkte Mehrkosten beim Kerosin. Analyst Alex Irving von Bernstein Research senkte daraufhin seine Kursziele für mehrere europäische Fluggesellschaften, weil steigende Treibstoffkosten die Gewinne auffressen. JPMorgan warnte zudem vor möglichen Kerosinengpässen innerhalb von drei Wochen, sollte die Straße von Hormus nicht wieder vollständig passierbar sein.

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Für Lufthansa kumuliert sich damit ein unangenehmes Bild: steigende operative Kosten durch den Energieschock auf der einen Seite, wachsende Lohnforderungen und Streikschäden auf der anderen. Die Kursgewinne der vergangenen Woche — ausgelöst durch die kurzzeitige Hoffnung auf eine Waffenruhe im Nahen Osten — sind damit vollständig aufgezehrt.

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