Lufthansa, Canadair

Lufthansa: 27 Canadair CRJ stillgelegt

27.04.2026 - 11:10:43 | boerse-global.de

Lufthansa stillt Dutzende Flugzeuge, um Kosten zu senken und auf unsichere Treibstoffversorgung zu reagieren. Der Konzernumbau sorgt für Konflikte mit Gewerkschaften.

Lufthansa: 27 Canadair CRJ stillgelegt - Foto: über boerse-global.de
Lufthansa: 27 Canadair CRJ stillgelegt - Foto: über boerse-global.de

Lufthansa baut seine Flotte radikal um. Der Konzern legt Dutzende Maschinen still — aus Kostendruck und wegen unsicherer Kerosinversorgung. Der Umbau geht tief, und er erzeugt Reibung.

Cityline verliert 27 Jets

Den Anfang macht die Tochter Cityline. Lufthansa stellt dort 27 Regionaljets des Typs Canadair CRJ außer Dienst. Hohe Betriebskosten und gestiegene Kerosinpreise machen den Weiterbetrieb unrentabel.

Die betroffenen Routen übernimmt künftig die neu gegründete „Lufthansa City Airlines". Genau das ist der Streitpunkt. Die neue Tochter operiert außerhalb bestehender Tarifverträge. Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Vereinigung Cockpit sehen darin einen gezielten Angriff auf die Tarifstrukturen im Konzern.

Schluss mit den Vierstrahligen

Auf der Langstrecke trifft es die Schwergewichte. Vier Airbus A340-600 verlassen bereits im Oktober die Flotte. Im Winter folgen zwei Boeing 747-400. Bis 2027 will Lufthansa komplett aus der 747-Flotte aussteigen.

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Der Hintergrund: Experten warnen angesichts der Konflikte im Nahen Osten vor unsicherer Kerosinversorgung. Vierstrahlige Flugzeuge verbrauchen deutlich mehr Treibstoff als modernere Zweistrahler. Das Kalkül ist einfach — wer spart, fliegt mit weniger Triebwerken.

Politischer Gegenwind

Rückendeckung vom Staat gibt es nicht. Bundesumweltminister Carsten Schneider lehnte Forderungen der Branche nach einem Tankrabatt oder einer Aussetzung des Emissionshandels ab. Beim Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe bescheinigte er Lufthansa „viel Raum für Verbesserung".

Obendrein erklärte ein EU-Gericht am 23. April die Genehmigung der Corona-Staatshilfen von 2020 für nichtig. Das schafft regulatorische Unsicherheit — zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

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Die Aktie notiert aktuell bei rund 7,32 Euro, seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 14 Prozent. Analysten empfehlen im Konsens „Halten" und sehen das durchschnittliche Kursziel bei 8,40 Euro. Am 6. Mai legt Lufthansa den Quartalsbericht vor. Eine Woche später, auf der Hauptversammlung am 12. Mai, dürfte das Management konkrete Zahlen zur Profitabilität der neuen City Airlines liefern — und erklären, ob der Umbau wirklich trägt.

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