LPKF Laser Aktie: 24,1 Millionen Euro Auftragseingang
06.06.2026 - 23:23:21 | boerse-global.de
Nach einem Anstieg von fast 240 Prozent seit Jahresanfang kommt die LPKF-Laser-Aktie unter Druck. Der Freitagsschluss bei 20,30 Euro markiert ein Wochenminus von rund 7 Prozent — und zeigt, wie nervös Anleger nach einer extremen Rally auf ausbleibende Neuigkeiten reagieren.
Starker Anstieg, scharfe Korrektur
Vom Hoch bei 30,00 Euro Ende Mai ist die Aktie inzwischen rund 32 Prozent entfernt. Auf 30-Tage-Sicht beträgt das Minus 14 Prozent. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt dennoch intakt: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 17,16 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 9,29 Euro — beide deutlich unter dem aktuellen Kurs.
Der RSI von 47,5 signalisiert keine überkaufte Lage mehr. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 141 Prozent. Das erklärt, warum Kursbewegungen von mehreren Prozent an einem einzigen Tag keine Ausnahme sind.
Schwaches Q1, starker Auftragseingang
Die fundamentale Lage ist zweigeteilt. Im ersten Quartal 2026 erzielte LPKF einen Umsatz von 17,1 Millionen Euro — nach 25,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro.
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Der Auftragseingang erzählt eine andere Geschichte. Er stieg auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4. Das bedeutet: Für jeden Euro Umsatz kamen 1,40 Euro neue Aufträge herein. Kein schlechtes Signal — aber noch keine Gewinngarantie.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet LPKF einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 3,0 und plus 4,5 Prozent liegen. Potenzielle Großaufträge aus dem Bereich Advanced Packaging sind dabei nicht eingerechnet. Das Unternehmen begründet das mit dem unsicheren Zeitplan für Qualifikationsschritte bei Halbleiterkunden.
Die eigentliche Börsenwette
Hinter der Rally steckt eine klare Erwartung: LPKF soll mit seiner LIDE-Technologie zum Zulieferer für die Halbleiterbranche werden. Die Glasbearbeitung für Advanced Packaging — Singulieren, Bonden von Multilayer-Stacks, Co-Packaged Optics — gilt als Wachstumshebel der nächsten Jahre.
Das Unternehmen bestätigt Gespräche mit mehreren Kunden über erste Produktionsanlagen. Konkrete Aufträge fehlen bislang. Solange das so bleibt, reagiert der Kurs empfindlich auf jede Nachrichtenpause.
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Hinzu kommen Restrukturierungskosten. Im Rahmen des North-Star-Programms rechnet LPKF 2026 mit außergewöhnlich hohen Aufwendungen von rund 3 bis 4 Prozent des Umsatzes. Das belastet die Marge zusätzlich.
Der nächste offizielle Gesprächstermin ist das SdK-Anlegerforum am 18. Juni. Den Halbjahresbericht legt LPKF am 23. Juli vor. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf operative Signale aus dem Halbleitergeschäft warten — und auf den Depaneling Day am 24. Juni, bei dem das Unternehmen technologische Neuheiten präsentieren will.
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