Low-Code-Plattformen: 75 % aller neuen Apps entstehen bald ohne Profi-Programmierer
06.02.2026 - 19:33:12Low-Code- und No-Code-Tools erobern die Softwareentwicklung. Prognosen zeigen: Bis 2026 könnten bereits drei Viertel aller neuen Anwendungen mit diesen Plattformen gebaut werden. Sie ermöglichen es Mitarbeitern aus Fachabteilungen, selbst Lösungen zu entwickeln – ganz ohne tiefe Programmierkenntnisse.
Der Markt explodiert: Von 49 auf 376 Milliarden Dollar
Der globale Markt für Low-Code-Plattformen steuert auf ein gewaltiges Wachstum zu. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Wert von rund 49 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr aus. Bis 2034 soll er auf über 376 Milliarden Dollar ansteigen. Für 81 % der Unternehmen ist die Technologie bereits strategisch wichtig.
Der größte Vorteil ist die Geschwindigkeit. Im Vergleich zu traditioneller Programmierung kann die Entwicklungszeit um bis zu 90 % sinken. Die Kosten für die Erstellung einer App reduzieren sich dabei um bis zu 70 %. Statt monatelang auf die IT-Abteilung zu warten, können Fachbereiche wie Vertrieb oder Marketing nun eigenständig arbeiten. Bis 2026 werden schätzungsweise 80 % der Nutzer außerhalb der IT-Teams sitzen.
KI wird zum Game-Changer in der Entwicklung
Die nächste Evolutionsstufe ist bereits in vollem Gange: die Integration Künstlicher Intelligenz. Moderne Plattformen setzen KI-Assistenten ein, die beim Bau von Benutzeroberflächen, der Konfiguration von Workflows und sogar beim Schreiben von Code helfen.
Seit August 2024 ist die EU‑KI‑Verordnung in Kraft – und viele Unternehmen unterschätzen die neuen Pflichten für KI‑gestützte Anwendungen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, wie Sie KI‑Funktionen in Low‑Code/No‑Code‑Projekten richtig klassifizieren, welche Kennzeichnungspflichten gelten und welche Dokumentation Sie dringend vorhalten sollten, um Bußgelder und Nachforderungen zu vermeiden. Ideal für Entwickler, Produktverantwortliche und Compliance‑Beauftragte. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden herunterladen
Anwender beschreiben einfach, was die Anwendung tun soll – die KI generiert den funktionalen Grundbau. Diese „KI-gestützte Erstellung“ gilt als Schlüsseltrend für 2026. Sie macht Low-Code nicht nur zum Werkzeug für einfache Apps, sondern auch für komplexe, geschäftskritische Systeme. Große Anbieter wie Microsoft, Mendix und Salesforce investieren massiv in diese Funktionen.
Wo die Tools zum Einsatz kommen – und wie man wählt
Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Unternehmen nutzen die Plattformen für:
* Interne Prozess-Tools wie Genehmigungsworkflows oder Onboarding-Systeme.
* Kundenorientierte Web- und Mobile-Apps.
* Die Automatisierung und Verbindung verschiedener Softwarelösungen (z.B. mit Zapier).
* Die Erweiterung und Visualisierung von Daten in CRM-Systemen.
Die Wahl der richtigen Plattform hängt vom Ziel ab:
* No-Code (z.B. Bubble) richtet sich an absolute Programmier-Neulinge und funktioniert über visuelle Baukästen.
* Low-Code bietet mehr Flexibilität für komplexe Logiken, erfordert aber grundlegende IT-Kenntnisse.
Die Schattenseiten der Demokratisierung
Der Trend zur dezentralen Entwicklung durch „Citizen Developer“ hat auch seine Tücken. Die größte Herausforderung ist die unkontrollierte Entstehung von Schatten-IT. Das kann Probleme bei Sicherheit, Datenschutz und Wartung verursachen.
Unternehmen müssen klare Richtlinien und eine zentrale Aufsicht etablieren, um diese Risiken zu managen. Weitere Bedenken sind die Abhängigkeit von einem Anbieter (Vendor Lock-in) und Grenzen bei sehr speziellen Anforderungen. Trotzdem überwiegt für die meisten Firmen der Vorteil: gewonnene Agilität und eine massive Beschleunigung der Innovation.


