Loomis-Aktie, Zahlen

Loomis-Aktie nach Zahlen & Zinsfantasie – Chance für deutsche Anleger?

23.02.2026 - 03:29:48 | ad-hoc-news.de

Die Loomis AB-Aktie zieht nach frischen Unternehmenszahlen und Zinsfantasie an der Börse an – doch viele deutsche Anleger haben den schwedischen Bargeldspezialisten kaum auf dem Radar. Wo steht die Aktie jetzt, und lohnt sich der Einstieg noch?

BLUF: Die Loomis AB-Aktie steht nach den jüngsten Quartalszahlen und einer spürbaren Erholung des Bargeld-Geschäfts wieder stärker im Fokus institutioneller Investoren – doch im deutschen Anlegerdepot ist sie weiterhin ein Nischenwert. Für Sie als Privatanleger stellt sich damit die Frage: Ist die Kombination aus solider Dividende, steigenden Cashflows und möglichem Zinsrückenwind aktuell ein attraktiver Einstiegszeitpunkt oder ein spätes Spiel?

Während Tech- und KI-Werte die Schlagzeilen dominieren, läuft beim schwedischen Cash-Logistiker Loomis eine stille Re-Rating-Story: moderates Wachstum, robuste Margen und ein Geschäftsmodell, das von höheren Zinsen profitieren kann. Was Sie jetzt wissen müssen...

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Loomis AB ist einer der weltweit größten Anbieter von Cash-Handling- und Werttransportunternehmen mit Schwerpunkt auf Europa und den USA. Die Aktie ist primär an der Nasdaq Stockholm gelistet und damit klassischer skandinavischer Nebenwert – für viele deutsche Anleger nur über Umwege sichtbar, aber problemlos über die meisten deutschen Broker handelbar.

Im Zentrum des Geschäfts stehen Dienstleistungen rund um Bargeld: Transport, Verarbeitung, Geldautomaten-Betreuung sowie zunehmend auch digitale und „Smart Safe“-Lösungen für Händler. Das Geschäftsmodell ist kapitalintensiv, aber relativ konjunkturresistent und profitiert traditionell von einem Umfeld steigender Zinsen, weil Bargeldbestände verzinst angelegt werden können.

In den vergangenen Jahren stand die Aktie unter Druck, weil der weltweite Trend zu Kartenzahlungen und digitalen Wallets den Bargeldbedarf strukturell reduziert. Gleichzeitig belasteten Lohnerhöhungen, Sicherheitskosten und in Teilen auch höhere Versicherungsprämien die Margen. Nach dem Einbruch in der Corona-Phase hat Loomis jedoch mit einem Mix aus Effizienzprogrammen, Preiserhöhungen und Portfoliofokussierung gegengesteuert.

Zu den jüngsten kursrelevanten Impulsen zählten vor allem die aktuellen Quartalszahlen, die von mehreren Finanzportalen wie Bloomberg und Reuters positiv aufgenommen wurden. Der Umsatz wuchs in lokalen Währungen moderat, das operative Ergebnis legte überproportional zu, die Marge konnte im Kerngeschäft Cash Handling verbessert werden. Finanzen.net und andere deutschsprachige Portale berichteten übereinstimmend, dass Loomis seine Profitabilität trotz Kosteninflation stabil bis leicht steigend halten konnte.

Besonders gut kam bei Analysten an, dass das Geschäft mit „SafePoint“-Lösungen und Cash-Management-Services im Retail-Bereich weiter wächst. Das sind Angebote, bei denen Händler ihre Tageseinnahmen in intelligente Safes legen, die über Vernetzung und Versicherungslösungen einen schnelleren Zugriff auf Liquidität ermöglichen. Dieses Segment weist höhere Margen und wiederkehrende Erlöse auf und gilt als wichtig für die mittelfristige Neubewertung der Aktie.

Auf der anderen Seite bleibt der strukturelle Gegenwind durch den rückläufigen Bargeldgebrauch präsent. In vielen europäischen Ländern sinkt der Bargeldanteil an den Transaktionen jährlich, während Karten- und Smartphone-Zahlungen zulegen. Loomis reagiert darauf mit dem Ausbau von Value-added-Services, digitalen Reporting-Tools und Outsourcing-Lösungen für Banken, um die eigene Rolle in der Wertschöpfungskette zu sichern.

Für den deutschen Markt ist besonders interessant, dass Loomis von der anhaltend höheren Bargeldnutzung in der DACH-Region profitiert. In Deutschland zahlen Verbraucher im internationalen Vergleich immer noch auffallend gerne bar – selbst wenn der Anteil sinkt. Banken und Handelsunternehmen lagern zunehmend Bargeldlogistik an Spezialisten wie Loomis aus, um Kosten zu senken und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Dadurch ist Loomis indirekt in vielen Bereichen des deutschen Alltags präsent – vom Geldautomatenbefüller bis zur Bargeldabholung im Einzelhandel. Zwar ist Deutschland nicht der größte Umsatztreiber im Konzern, aber ein strategisch wichtiger Markt mit stabiler Nachfrage und solider Profitabilität.

Für deutsche Anleger eröffnet das eine interessante Nische: ein europäischer Dienstleister mit quasi-infrastrukturellem Charakter, der von Outsourcing-Trends im Bankensektor und vom nach wie vor hohen Bargeldanteil in Deutschland profitiert, ohne selbst eine Bank sein zu müssen. In Zeiten, in denen traditionelle Banken in Deutschland mit Kostendruck und Filialabbau kämpfen, positioniert sich Loomis als spezialisierter Partner in genau diesem Transformationsprozess.

Ein weiterer Kursfaktor ist das Zinsumfeld. Mit den in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Leitzinsen der EZB und anderer Notenbanken kann Loomis Zinsüberschüsse auf verwaltete Bargeldbestände generieren. Fällt der Zinszyklus wieder, sinkt dieser Rückenwind. Viele Analysten sehen jedoch selbst bei moderaten Zinssenkungen noch ein Niveau, das deutlich über der Nullzinsphase liegt – ein Szenario, das Loomis weiterhin stützt.

Risiken bestehen unter anderem in der Lohnkostenentwicklung, dem Wettbewerb im Cash-Handling und regulatorischen Anforderungen an Sicherheits- und Transportdienstleister. Auch geopolitische Spannungen und Kriminalitätsrisiken können Kosten und Versicherungsprämien beeinflussen. Für Investoren ist daher nicht nur die Umsatzentwicklung, sondern vor allem die nachhaltige Margenstabilität entscheidend.

Für Anleger aus Deutschland ist zudem das Währungsrisiko zu beachten. Die Aktie notiert in Schwedischen Kronen (SEK). Entwickelt sich die Krone schwach gegenüber dem Euro, kann eine gute Kursperformance in lokaler Währung teilweise durch Wechselkursverluste aufgefressen werden – und umgekehrt. Wer sich in den skandinavischen Markt diversifizieren will, nimmt dieses Risiko allerdings oft bewusst in Kauf.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Mehrere große Research-Häuser beobachten Loomis regelmäßig, darunter nordische Banken und internationale Institute, deren Einschätzungen über Datenanbieter wie Bloomberg und Refinitiv verbreitet werden. Die jüngsten Konsensdaten deuten auf eine tendenziell positive, wenn auch vorsichtig formulierte Haltung hin.

Der Analystenkonsens liegt überwiegend im Bereich "Kaufen" bis "Halten", mit einem leicht positiven Überhang auf der Kaufseite. Das durchschnittliche Kursziel – über verschiedene Quellen hinweg betrachtet – signalisiert in der Regel ein moderates Aufwärtspotenzial im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber den aktuell gehandelten Kursen. Konkrete Kursmarken schwanken je nach Institut, liegen aber üblicherweise oberhalb des jüngsten Kursniveaus.

Besonders positiv werden genannt:

  • die robuste Cash-Generierung und solide Bilanzstruktur,
  • die steigenden Margen im Bereich Value-added-Services,
  • die Dividendenpolitik mit verlässlichen, wenn auch nicht spektakulären Ausschüttungen.

Auf der Risikoseite heben Analysten die strukturell rückläufige Bargeldnutzung, wachsende Konkurrenz durch digitale Payment-Dienstleister und den Druck auf klassische CIT-Services (Cash-in-Transit) hervor. Einige Häuser bleiben deshalb beim Votum "Halten" und argumentieren, dass ein Großteil der Effizienzgewinne bereits im Kurs eingepreist sei.

Für deutsche institutionelle Investoren – etwa Versicherungen oder Stiftungen – sind bei Loomis vor allem Stabilität, Berechenbarkeit der Cashflows und Dividendenkontinuität attraktiv. Im Vergleich zu stark zyklischen Industrie- oder hochbewerteten Wachstumswerten bietet Loomis ein eher defensives Profil mit einem klar umrissenen Geschäftsmodell.

Für Privatanleger in Deutschland stellt sich die Frage der Rolle im Depot: Loomis eignet sich weniger als spekulativer Highflyer, sondern eher als Beimischung im Segment europäische Nebenwerte / Infrastruktur-ähnliche Dienstleister. Wer an eine länger anhaltende Nachfrage nach professionellem Cash-Handling – insbesondere in der DACH-Region – glaubt und zugleich von stabilen Dividenden profitieren möchte, findet hier einen potenziellen Baustein.

Spannend bleibt der Blick auf die nächste Berichtssaison: Bestätigt Loomis den Margenausbau und das Wachstum im margenstarken Servicegeschäft, könnte das Konsenskursziel weiter anziehen. Zeigen sich dagegen Bremsspuren – etwa durch stärkeren Preisdruck in Europa oder schwächere Nachfrage im US-Geschäft –, dürfte das Re-Rating vorerst pausieren.

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