Lockheed, Martins

Lockheed Martins „Lamprey“: Parasitärer Unterwasser-Drohnen-Schwarm vorgestellt

13.02.2026 - 12:22:12

Lockheed Martin präsentiert eine biomimetische Unterwasser-Drohne, die sich an Schiffe heftet, um Energie zu sparen und als mobile Waffenplattform zu dienen.

Ein neuer Unterwasser-Drohnen-Typ könnte die Seekriegsführung revolutionieren. Lockheed Martin hat diese Woche den „Lamprey“ MMAUV präsentiert – eine biomimetische Drohne, die sich wie ein Parasit an Schiffe heftet, um Energie zu sparen und über lange Zeiträume im Einsatz zu bleiben. Die Technologie verspricht, die Logistik der Marine grundlegend zu verändern.

Der „Blutsauger“-Vorteil: Energie durch Anheften

Das Kernproblem herkömmlicher unbemannter Unterwasserfahrzeuge (UUVs) ist ihre begrenzte Batterielaufzeit. Sie verbrauchen oft den Großteil ihrer Energie allein auf dem Weg zum Einsatzgebiet. Lockheed Martins Lösung ist ebenso simpel wie genial: Biomimikry.

Die „Lamprey“ (Neunauge) imitiert das Verhalten ihres biologischen Vorbilds. Sie kann sich mit einem speziellen Mechanismus an den Rumpf eines bemannten Kriegsschiffs oder U-Boots heften. Während der „Gastgeber“ fährt, laden sich die Batterien der Drohne durch mitgeführte Wasserstrom-Generatoren wieder auf. Im Zielgebiet löst sie sich dann mit vollen Akkus und ist sofort einsatzbereit.

Dieser passive Transport eliminiert den Bedarf an komplexen Hebe- und Bergungssystemen. Jedes befreundete Schiff wird so zu einem potenziellen Träger für diese getarnten Unterwasserwaffen, ohne seine Mission unterbrechen zu müssen.

Mobiles Arsenal: Vom Späher zum Angreifer

Trotz des passiven Transports ist die „Lamprey“ alles andere als harmlos. Ihr modularer Rumpf beherbergt ein 24-Kubikfuß-Volumen für verschiedene Mission-Pakete. Das System ist „Plug-and-Play“ und kann laut Hersteller ausgerüstet mit:
* Leichten Torpedos zur U-Boot- und Schiffsbekämpfung.
* Unbemannten Flugsystemen (UAS), die nach dem Auftauchen gestartet werden.
* Täuschkörpern und Störsendern für elektronische Kriegsführung.
* Aufklärungs-Sensoren für dauerhafte Überwachung am Meeresboden.

Damit verwandelt sich die Drohne in eine mobile Mine oder schwebende Munition. In einem Schwarm könnten Dutzende „Lampreys“ in einer strategischen Meerenge abgesetzt werden. Sie sinken zum Grund, schalten in einen energiesparenden „Schlafmodus“ und warten. Bei Erkennung eines Feindziels aktivieren sie sich autonom und greifen an.

Strategischer Wandel: Verteiltes Operieren auf See

Die Einführung der „Lamprey“ passt perfekt in die US-Strategie der verteilten maritimen Operationen (DMO). Statt Kampfkraft auf wenige teure Großschiffe zu konzentrieren, soll sie auf viele kleine, autonome und günstige Plattformen verteilt werden.

Die parasitäre Logistik reduziert den gewaltigen Nachschubaufwand für Unterwassereinsätze erheblich. Ein einzelner Zerstörer könnte mehrere Einheiten in ein Krisengebiet bringen und sie wie Wachposten absetzen, während er selbst weiterfährt.

Für potenzielle Gegner wird die Bedrohungslage damit unberechenbarer. Wenn jedes Schiff unbemerkt bewaffnete Tauchdrohnen absetzen kann, vervielfachen sich die Angriffsvektoren. Die Fähigkeit, aus der Tiefe heraus auch noch Drohnen in die Luft zu starten, schafft zudem eine neue Dimension der domänenübergreifenden Kriegsführung.

Wettbewerb und Ausblick: Schwärme beherrschen die Tiefe

Die „Lamprey“ tritt in einen hart umkämpften Markt ein. Konkurrenzprodukte wie Boeings „Orca“ XLUUV oder Andurils „Ghost Shark“ für Australien setzen auf andere Stärken – extreme Reichweite oder schnelle Produktion. Lockheed Martins Ansatz des „Trittbrettfahrens“ ist jedoch einzigartig in der Lösung des Energieproblems.

Das Projekt wurde intern finanziert und agil entwickelt – ein Zeichen, dass auch etablierte Rüstungskonzerne das Tempo von Startups aufnehmen, um den dringenden Bedarf an autonomen Systemen zu decken.

Anzeige

Neue militärische Technologien wie die „Lamprey“ fallen oft unter die Dual‑Use‑Regeln – das betrifft Produktion, Export und Zusammenarbeit mit Partnern. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, wie Sie ausfuhrgenehmigungspflichtige Güter richtig identifizieren und rechtssicher handeln können, inklusive konkreter Prüflisten für Unternehmen und Logistiker. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Dual‑Use‑Verordnung sichern

Langfristig könnte die Technologie zu kooperierenden Drohnenschwärmen führen, die wie Wolfsrudel operieren: Ein Fahrzeug dient als Sensor, ein anderes als Schütze, ein drittes als Kommunikations-Relais. Für den Schutz kritischer Infrastruktur wie Unterseekabeln oder Pipelines bieten solche dauerhaft präsenten Systeme neue Möglichkeiten.

Die Ära, in der die Ozeane nur von Schiffen bevölkert werden, könnte bald vorbei sein. Stattdessen entstehen autonome Ökosysteme von Maschinen, die die Effizienz der Meeresbewohner nachahmen, um die See zu beherrschen. Ob der Biss der „Lamprey“ so effektiv ist wie ihr Design, werden kommende Marine-Manöver zeigen.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.