LMU-Studie: KI-Angst untergräbt Demokratievertrauen
26.01.2026 - 20:40:12Die Angst vor KI als Jobkiller lässt das Vertrauen in die Demokratie schwinden. Das belegt eine bahnbrechende Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Die Forschung zeigt: Schon die bloße Furcht vor Arbeitsplatzverlust durch Künstliche Intelligenz führt zu politischer Verdrossenheit – lange bevor Jobs tatsächlich wegfallen.
Narrative entscheiden über Demokratiezufriedenheit
Ein internationales Team der LMU München und der Universität Wien analysierte Umfragedaten von über 37.000 Menschen in 38 europäischen Ländern. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer KI primär als Jobzerstörer wahrnimmt, ist unzufriedener mit der Demokratie und engagiert sich weniger politisch. Diese Haltung ist in wirtschaftlich entwickelten Ländern besonders ausgeprägt.
„Die politischen Folgen der KI-Angst geschehen jetzt, basierend auf Zukunftsängsten, nicht auf der aktuellen Wirtschaftsrealität“, stellen die Forscher fest. Denn der tatsächliche Einfluss der Technologie auf den Arbeitsmarkt ist bislang noch begrenzt.
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Experiment beweist kausalen Zusammenhang
In zwei repräsentativen Experimenten in Großbritannien und den USA testeten die Wissenschaftler kausale Effekte. Über 2.400 Teilnehmer erhielten unterschiedliche Narrative: Die eine Gruppe las von KI als Jobkiller, die andere von KI als Jobmotor.
Die Wirkung war dramatisch. Jene, die das „Jobkiller“-Narrativ sahen, verloren deutlich stärker das Vertrauen in demokratische Institutionen. Der experimentelle Beweis steht fest: Die Erzählung von KI-getriebener Arbeitslosigkeit untergräbt direkt den demokratischen Glauben.
Wahrnehmung schlägt Realität
Die entscheidende Erkenntnis: Die negativen politischen Effekte werden durch Glauben und Angst ausgelöst – völlig unabhängig von tatsächlicher, persönlicher Betroffenheit. Die gesellschaftliche und mediale Debatte um Automatisierung formt politische Einstellungen massiv.
„Die Wahrnehmung von KI als arbeitsplatzersetzende Kraft ist bemerkenswert stabil, trotz ihres derzeit begrenzten realen Einflusses“, erklärt LMU-Forscher Armin Granulo. Sein Kollege Christoph Fuchs von der Universität Wien ergänzt: „Wenn Menschen das Gefühl haben, ihre Rolle könnte durch KI ersetzt werden, beginnen sie, am gesamten politischen System zu zweifeln.“
Teufelskreis aus Angst und Politikverdrossenheit
Die Studie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Regierungen weltweit ringen um die Regulierung rasant fortschreitender KI-Technologien. Die Ergebnisse implizieren: Politiker müssen nicht nur mögliche wirtschaftliche Verwerfungen adressieren, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung dieser mächtigen Werkzeuge steuern.
Es droht ein Teufelskreis: Angst vor Jobverlust führt zu politischem Rückzug. Das wiederum verringert den öffentlichen Einfluss auf die KI-Politik – was die anfänglichen Ängste noch verstärken könnte. „Schon die Art, wie Gesellschaft über KI spricht, kann diese unbeabsichtigten Nebenwirkungen haben“, betont Andreas Raff von der Universität Wien.
Appell für ausgewogenere Debatte
Die Studie ist ein klarer Weckruf. Die sozialen Folgen der KI beginnen lange bevor Jobs tatsächlich verloren gehen. Um den Vertrauensverlust zu stoppen, braucht es einen konstruktiveren öffentlichen Dialog.
Die Autoren plädieren für gezielte Kommunikation, die betont: Der Weg der KI ist nicht vorbestimmt. Indem Bürger ein Gefühl der Gestaltungsmacht über die technologische Zukunft erhalten, ließe sich der politischen Apathie entgegenwirken. Die Herausforderung bleibt, den Übergang in eine KI-integrierte Wirtschaft als gerecht wahrnehmbar zu machen – und das politische System für berechtigte Bürgerängste empfänglich zu halten.
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