LKA, Rheinland-Pfalz

LKA Rheinland-Pfalz startet mit KI-Detektor gegen Deepfake-Betrug

07.02.2026 - 07:42:12

Das Landeskriminalamt führt ein KI-Werkzeug zur Erkennung manipulierter Bilder und Videos ein, um gegen emotionale Erpressung und Betrug vorzugehen. Die Pilotphase beginnt im März 2026.

Das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz stellt einen neuen KI-Deepfake-Detector vor. Das Werkzeug soll Ermittlern helfen, manipulierte Bilder und Videos schneller zu identifizieren. Es ist eine direkte Antwort auf die wachsende Welle von KI-gestützten Betrugsmaschen.

So funktioniert das neue Ermittlungswerkzeug

Ermittler laden verdächtige Dateien per Drag-and-Drop in eine Suchmaske. Innerhalb von Sekunden liefert die KI eine erste Einschätzung:
* Grüne Markierung für wahrscheinlich echte Bilder.
* Rote Umrandung für potenziell manipulierte Inhalte.

Die Erkennung basiert auf der Analyse von Mustern auf Pixelebene, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. „Solche KI-Systeme erkennen Muster, die Menschen entgehen“, erklärt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das wird bei der immer perfekteren Qualität von Fälschungen entscheidend.

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Pilotphase startet im März

Die Einführung ist Teil der Digitalisierungsoffensive DigiKoRP der Polizei Rheinland-Pfalz. Ab März 2026 beginnt ein Pilotbetrieb im Polizeipräsidium Rheinpfalz. Die dort gesammelten Erfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung für einen späteren landesweiten Einsatz ein.

Innenminister Michael Ebling betont: „Moderne Polizeiarbeit setzt digitale Kompetenz voraus. Gezielte Investitionen in Technik sind unerlässlich, um unsere Handlungsfähigkeit im digitalen Raum zu sichern.“

Kampf gegen emotionale Erpressung per KI

Der Detector reagiert auf eine neue Dimension der Cyberkriminalität. Besonders perfide sind zwei Szenarien:
1. Deepfake-Werbung: Prominente werden in gefälschten Videos untergeschoben, um für betrügerische Krypto-Anlagen zu werben.
2. Voice-Cloning: Kriminelle klonen mit KI die Stimmen von Angehörigen aus Social-Media-Clips. In inszenierten Telefon-Notlagen erbeuten sie so Geld. Diese emotional manipulativen Anrufe setzen Opfer unter enormen Druck.

KI als Helfer – nicht als Richter

LKA-Präsident Mario Germano sieht in dem Tool eine „entscheidende Unterstützung“ bei der Auswertung riesiger Datenmengen. Doch Experten wie Tobias Wirth vom DFKI sehen Grenzen: Viele KI-Erkennungssysteme agieren als „Blackbox“. Sie identifizieren zwar Fälschungen, liefern aber oft keine nachvollziehbare Erklärung für ihre Entscheidung.

Das schränkt die gerichtliche Verwertbarkeit ein. Die Ergebnisse dienen meist nur als Anfangsverdacht. Die KI macht die menschliche Ermittlungsarbeit also effizienter, ersetzt sie aber nicht.

Bundesweiter Trend zur Technologie-Aufrüstung

Die Initiative in Rheinland-Pfalz steht für einen bundesweiten Trend. Die föderale Struktur führt zwar zu unterschiedlichen IT-Systemen. Der Bedarf an einheitlichen, fortschrittlichen Lösungen gegen Cyberkriminalität wächst jedoch stetig.

Nach der Pilotphase soll allen Ermittlern im Land der Zugang zum Detector ermöglicht werden. Langfristig könnten solche Systeme in weiteren Bundesländern zum Standard werden. Die Sicherheitsbehörden müssen technologisch aufrüsten, um mit der Evolution der digitalen Kriminalität Schritt zu halten.

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