Lithium, Gedächtnisverlust

Lithium könnte Gedächtnisverlust bei frühem Alzheimer bremsen

02.03.2026 - 21:31:42 | boerse-global.de

Eine klinische Pilotstudie zeigt, dass niedrig dosiertes Lithium den Abbau des verbalen Gedächtnisses bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung verlangsamen kann.

Lithium könnte Gedächtnisverlust bei frühem Alzheimer bremsen - Foto: über boerse-global.de
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Eine Pilotstudie der University of Pittsburgh liefert vielversprechende Hinweise: Niedrig dosiertes Lithium verlangsamte den Abbau des verbalen Gedächtnisses bei älteren Erwachsenen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Die Ergebnisse wurden heute im Fachjournal JAMA Neurology veröffentlicht.

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Bremswirkung für das Gedächtnis

Die Studie konzentrierte sich auf Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI), einer Vorstufe der Demenz. Über zwei Jahre erhielt eine Gruppe der Teilnehmer eine niedrige Dosis Lithium, die andere ein Placebo. Das Ergebnis: Die Lithium-Gruppe zeigte einen deutlich langsameren Rückgang des verbalen Gedächtnisses. Diese Fähigkeit, sich an Wörter und Sprache zu erinnern, lässt bei Alzheimer typischerweise früh nach.

Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Probanden, bei denen bereits Amyloid-Beta im Gehirn nachgewiesen wurde. Diese Proteinablagerungen gelten als zentrales Alzheimer-Merkmal. Die Forscher sehen in Lithium eine mögliche „Bremse“ für den fortschreitenden Verfall – nicht aber eine Heilung.

Ein altes Medikament mit neuem Potenzial

Lithium wird seit Jahrzehnten erfolgreich bei bipolaren Störungen eingesetzt. Die Idee, seine neuroprotektive Wirkung auch gegen Demenz zu nutzen, ist nicht ganz neu. Frühere Beobachtungsstudien zeigten bereits: Ältere Menschen mit bipolarer Störung, die langfristig Lithium nehmen, haben oft ein gesünderes Gehirn.

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Auch ein natürlicher Zusammenhang war bekannt: Regionen mit höheren Lithiumspuren im Trinkwasser weisen tendenziell niedrigere Demenzraten auf. Der aktuelle Pilotversuch liefert nun erstmals kontrollierte klinische Daten, die diese Hypothesen stützen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist die Sicherheit: Niedrig dosiertes Lithium wurde von den älteren Studienteilnehmern gut vertragen. Das war eine entscheidende Hürde für weitere Forschung, denn in hohen Dosen kann das Medikament starke Nebenwirkungen haben.

Die positiven Signale machen nun den Weg frei für eine größere und längere Phase-III-Studie. Sollte sich der Effekt bestätigen, könnte sich niedrig dosiertes Lithium als vergleichsweise einfache und kostengünstige Strategie erweisen, um den kognitiven Verfall bei Risikopatienten hinauszuzögern.

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