Liontrust Aktie: 200 Millionen Pfund Abflüsse im Mai
04.06.2026 - 05:13:51 | boerse-global.deLiontrust Asset Management kommt trotz besserer Portfolioperformance nicht aus der Defensive. Deutsche Bank verweist vor allem auf anhaltende Mittelabflüsse und hält deshalb an der Verkaufsempfehlung fest. Der Kurszielanhebung zum Trotz bleibt das Bild angespannt.
Im Mai flossen der Gesellschaft netto rund 200 Millionen Pfund ab. Besonders die nachhaltigen Fonds standen unter Druck. Das trifft Liontrust an einer empfindlichen Stelle, weil genau dieses Segment zuletzt den Abflussdruck geprägt hat.
Wachstum durch den Markt, nicht durch Zuflüsse
Trotz der Abflüsse ist das verwaltete Vermögen gestiegen. Die Assets under Management liegen bei 21,4 Milliarden Pfund. Seit März entspricht das einem Plus von 9 Prozent, seit Ende April einem weiteren Anstieg um 3 Prozent.
Der Treiber dahinter sind vor allem freundlichere Marktbedingungen. Im Kern bleibt das Problem aber bestehen: Wenn Kunden Geld abziehen, ist das kein stabiles Wachstum. Die marktbasierten Gewinne können diesen Effekt nur teilweise überdecken.
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Bei den gut nachverfolgbaren Vermögenswerten kommt Liontrust auf 18,7 Milliarden Pfund. Diese Größe zeigt, dass die Basis zwar noch beachtlich ist, der Zuflussmotor aber stottert. Kein Wunder, dass der Markt genau auf die Entwicklung der Fondsströme schaut.
Kursziel rauf, Urteil bleibt hart
Deutsche Bank hat das Kursziel für die Aktie von 170 auf 190 Pence angehoben. Am negativen Gesamtbild ändert das wenig. Die Bank bleibt bei ihrer Verkaufsempfehlung.
Der letzte Schlusskurs lag bei 3,06 Pfund. Die Aktie notiert damit weiterhin deutlich über dem neuen Kursziel der Bank. Auf Monatssicht hat das Papier dennoch kräftig zugelegt, was die Bewertung zusätzlich in den Fokus rückt.
Auch technisch wirkt der Titel angespannt. Mit einem RSI von 67,6 nähert sich die Aktie einem überkauften Bereich, während die 30-Tage-Volatilität bei 37,67 Prozent liegt. Das spricht für weiter erhöhte Schwankungen.
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River Global soll helfen
Ein möglicher Stabilisierungsfaktor ist die Übernahme von River Global. Sie soll die Vermögensbasis erweitern und das Wachstum stützen. Ob das reicht, hängt aber weiter an den Zuflüssen.
Der britische Vermögensverwalter bleibt damit in einer klassischen Übergangsphase: Das verwaltete Vermögen wächst, die Kundenbasis sendet aber widersprüchliche Signale. Am 10. Juni dürfte sich zeigen, ob der Markt diese Mischung als belastbar oder nur als Zwischenphase einstuft.
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