LibreOffice, ONLYOFFICE

LibreOffice und ONLYOFFICE fordern Microsoft und Google heraus

09.03.2026 - 01:09:48 | boerse-global.de

Open-Source-Büropakete wie LibreOffice und ONLYOFFICE gewinnen durch Datenschutz, digitale Souveränität und neue Funktionen stark an Bedeutung für Unternehmen und Behörden.

LibreOffice und ONLYOFFICE fordern Microsoft und Google heraus - Foto: über boerse-global.de
LibreOffice und ONLYOFFICE fordern Microsoft und Google heraus - Foto: über boerse-global.de

Freie Bürosoftware wird zur echten Alternative für Unternehmen und Behörden. Getrieben von Datenschutzbedenken und dem Wunsch nach digitaler Souveränität setzen immer mehr Nutzer auf Open-Source-Lösungen. Aktuelle Updates der führenden Projekte unterstreichen diesen Trend.

Leistung statt KI: LibreOffice setzt auf Kernfunktionen

Während viele Anbieter auf Künstliche Intelligenz setzen, verfolgt The Document Foundation einen anderen Kurs. Die aktuellen Versionen LibreOffice 26.2 und 26.2.1 konzentrieren sich auf Leistung, Privatsphäre und bessere Kompatibilität – genau das, was für den täglichen Verwaltungsalltag zählt.

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Ein Meilenstein ist die native Unterstützung für Markdown-Dateien. Das vereinfacht die Arbeit von Webentwicklern und Technischen Redakteuren erheblich. Die Datenbankkomponente Base unterstützt jetzt echte Mehrbenutzer-Umgebungen. Der lästige Datei-Zugriffsschutz, der Nutzer zum abwechselnden Bearbeiten zwang, gehört damit der Vergangenheit an.

Auch die Tabellenkalkulation Calc profitiert: Die verbesserte Excel-Zwischenablage-Kompatibilität erlaubt das Einfügen riesiger Datensätze ohne alte Größenbeschränkungen. Für Präsentationen setzt Impress auf moderne Grafik-Bibliotheken, die die Wiedergabe eingebetteter Mediendateien deutlich beschleunigen.

Comeback mit Cloud-Option: LibreOffice Online kehrt zurück

Parallel zu den Desktop-Updates feiert LibreOffice Online ein Comeback. Nach einer Entwicklungspause ist das Projekt zurück – als selbst gehostete Cloud-Lösung für kollaboratives Arbeiten. Für Datenschützer ist das ein entscheidender Schritt.

Unternehmen können damit ihre eigene Cloud-Infrastruktur betreiben und behalten die volle Kontrolle über sensible Daten. Keine Übergabe an Server Dritter, keine Abhängigkeit von US-Konzernen. Diese Lösung trifft den Nerv der Zeit, in der immer mehr Firmen nach sicheren, internen Kollaborationswerkzeugen suchen.

ONLYOFFICE Docs 9.3: Cloud-Native mit KI und PDF-Fokus

Während LibreOffice den klassischen Desktop im Visier hat, positioniert sich ONLYOFFICE als cloud-nativer Herausforderer. Version 9.3 brachte Ende Februar über dreißig neue Funktionen – mit Schwerpunkt auf Dokumentenverwaltung und Künstlicher Intelligenz.

Der erweiterte PDF-Editor unterstützt nun digitale Signaturen in neuer Vielfalt. Nutzer können Unterschriften per Touch-Eingabe zeichnen oder professionelle Schriftarten nutzen. Für Unternehmen besonders relevant: Administratoren können Signaturzertifikate direkt hochladen, um PDF-Formulare vor unerlaubten Änderungen zu schützen.

Die Tabellenkalkulation erhielt Performance-Optimierungen für Datensätze über drei Megabyte sowie ein neues Solver-Tool für lineare Optimierungsprobleme. Der deutlichste Unterschied zu LibreOffice zeigt sich aber beim Thema KI.

ONLYOFFICE ermöglicht die Integration verschiedener KI-Modelle – sogar lokaler, datenschutzfreundlicher Agenten. Nutzer können damit innerhalb der Arbeitsumgebung Dokumente zusammenfassen, Texte übersetzen oder Inhalte generieren, ohne Daten an externe Anbieter senden zu müssen.

Europäischer Rückenwind: Die Politik drängt auf offene Standards

Die technische Entwicklung erhält kräftigen Schub aus Brüssel. Die Forderung nach digitaler Souveränität wird in europäischen Hauptstädten immer lauter. The Document Foundation appellierte Anfang März direkt an die EU-Kommission, ihre eigenen Richtlinien zu offenen Standards endlich konsequent umzusetzen.

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Der europäische Interoperabilitätsrahmen empfiehlt Open-Source-Formate für den öffentlichen Sektor. Die Abhängigkeit von proprietären Formaten kostet Verwaltungen jedoch Millionen Euro an Lizenzgebühren – Jahr für Jahr. Mit standardisierten Open-Document-Formaten (ODF) sichern Behörden und Unternehmen den Zugang zu ihren Archiven für kommende Jahrzehnte, unabhängig von Marktführern.

Diese politische Unterstützung zeigt Wirkung. Immer mehr regionale Regierungen und Institutionen migrieren zu Open-Source-Alternativen, um sensible Daten innerhalb europäischer Jurisdiktionen zu halten. Experten sehen hier eine ideale Konstellation: Robuste Software trifft auf ein förderliches regulatorisches Umfeld.

Reifeprüfung bestanden: Von Kompatibilität bis Sicherheit

Die Zeiten, in denen Open-Source-Bürosoftware mit Formatierungsproblemen kämpfte, sind vorbei. Analysten bestätigen: Plattformen wie ONLYOFFICE öffnen heute komplexe kommerzielle Dokumente mit nahezu perfekter Formatierung. LibreOffice hat viele alte Darstellungsprobleme behoben.

Die wirtschaftlichen Argumente wiegen schwer. Abonnement-Müdigkeit treibt IT-Administratoren in die Arme kostenfreier Alternativen. Während kommerzielle Anbieter Preismodelle ändern und Cloud-Dienste verpflichtend machen, punkten Open-Source-Lösungen mit berechenbaren, lizenzkostenfreien Modellen.

Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt. Der offene Quellcode ermöglicht unabhängigen Forschern die Überprüfung der Software. Diese Transparenz wird für NGOs, Bildungseinrichtungen und Unternehmen mit sensiblen Intellectual Property zunehmend zum Muss.

Ausblick: Der Trend gewinnt 2026 weiter an Fahrt

Die Dynamik wird sich fortsetzen. Die Entwicklung selbst gehosteter Cloud-Kollaborationstools spricht besonders mittelständische Unternehmen an, die Echtzeit-Zusammenarbeit ohne Datenschutz-Kompromisse suchen.

Die Community bleibt engagiert. Veranstaltungen wie die COOL Days 2026 Ende April in Hamburg zeigen anhaltendes kommerzielles Interesse am Open-Source-Produktivitätsmarkt. Mit besser anpassbarer KI-Integration und Leistungswerten, die proprietärer Software in nichts nachstehen, sind die freien Büropakete optimal aufgestellt, um ihren globalen Marktanteil weiter auszubauen.

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