Liberating, Structures

Liberating Structures revolutionieren die Meeting-Kultur

31.01.2026 - 06:33:12

Die Sammlung von über 30 Interaktionsformaten bricht mit klassischen Besprechungsmustern, bindet alle Teammitglieder ein und erlebt einen globalen Boom mit neuen Angeboten.

Liberating Structures brechen mit ineffizienten Besprechungsmustern. Die Sammlung von über 30 einfachen Interaktionsformaten soll jedes Teammitglied einbinden und die kollektive Intelligenz nutzen. Das Interesse an den „befreienden Strukturen“ wächst rasant – sowohl in Unternehmen als auch auf internationalen Konferenzen.

Das Problem: Dominante Monologe, stille Mehrheit

Klassische Meetings scheitern oft daran, das Wissen aller Beteiligten zu heben. Sie enden als Monologe oder werden von wenigen Stimmen dominiert. Traditionelle Formate wie Präsentationen oder offene Diskussionen erweisen sich als zu hemmend oder zu unstrukturiert.

Liberating Structures setzen hier an. Sie definieren minimale, klare Regeln für die Interaktion. Das Ziel: Eine gleichberechtigte Teilnahme aller ermöglichen und so das volle Potenzial eines Teams ausschöpfen.

Die Methode wurde von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless entwickelt. Ihr Repertoire umfasst 33 Mikrostrukturen. Diese sind einfach zu erlernen und benötigen keine langwierigen Schulungen. Der Grundgedanke: Durch kleine Veränderungen im Ablauf wird die Innovationskraft der gesamten Gruppe freigesetzt.

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Die Anwendungsgebiete sind vielfältig:
* Agile Meetings und Retrospektiven
* Strategische Planungssitzungen
* Workshops und Bildungsveranstaltungen

Ein zentrales Ziel ist der Aufbau von Vertrauen. Die strukturierten Formate schaffen eine sichere Umgebung, in der sich alle gehört fühlen. Das steigert nicht nur die Ideenvielfalt, sondern auch die Akzeptanz für gemeinsame Entscheidungen.

Konkrete Formate: So funktioniert’s

„1-2-4-All“ ist eine der bekanntesten Strukturen. Der Ablauf ist strikt getaktet:
1. Einsam: Jeder denkt alleine über eine Frage nach (1 Minute).
2. Zu zweit: Ideen werden in Paaren geteilt (2 Minuten).
3. In der Vierergruppe: Die Diskussion wird fortgeführt (4 Minuten).
4. Im Plenum: Die wichtigsten Erkenntnisse werden allen vorgestellt.

Diese schrittweise Vorgehensweise gibt auch introvertierten Personen Raum, ihre Gedanken zu formulieren. Besonders in Online-Meetings hat sich das Format bewährt.

Eine andere verbreitete Methode ist „Troika Consulting“. In einer Dreiergruppe schildert eine Person eine berufliche Herausforderung. Die beiden anderen agieren als Berater – der „Klient“ hört nur zu. Dieser strukturierte Austausch liefert in kurzer Zeit vielfältige Perspektiven auf ein Problem.

Boomende Nachfrage: Globale Treffen und neue Angebote

Die wachsende Relevanz der Methode zeigt sich an internationalen Veranstaltungen. Nach einem Global Gathering 2025 in Brüssel ist für 2026 ein weiteres globales Treffen in Eindhoven geplant. Diese partizipativen Konferenzen spiegeln die Prinzipien der Methode selbst wider.

Auch im deutschsprachigen Raum expandiert das Angebot. Für 2026 sind zahlreiche Online-Kurse und Präsenz-Workshops in Hamburg, München und Zürich terminiert.

Der deutsche Anbieter Holisticon AG kündigte kürzlich eine strategische Neuausrichtung an. Ab Ende November 2025 konzentriert sich das Unternehmen auf maßgeschneiderte Inhouse-Workshops für Firmen. Das öffentliche Workshop-Programm führt ein langjähriger Mitarbeiter unter der neuen Marke „Befreiende Strukturen“ fort. Diese Entwicklung signalisiert eine steigende Nachfrage auf beiden Seiten.

Mehr als ein Trend: Ein Paradigmenwechsel

Experten sehen in Liberating Structures einen fundamentalen Wandel. Die Verantwortung für ein gutes Meeting liegt nicht mehr allein bei der Moderation, sondern wird auf die gesamte Gruppe verteilt. Das fördert Selbstorganisation, Autonomie und Engagement.

In einer Zeit digitaler Transformation und neuer Arbeitsformen bieten die Methoden einen praktischen Werkzeugkasten. Sie helfen, starre Hierarchien aufzubrechen und eine echte Partizipationskultur zu etablieren. Eine aktive globale Community treibt die Weiterentwicklung der Strukturen ständig voran – und passt sie so an die Anforderungen der modernen Arbeitswelt an.

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@ boerse-global.de