Lesen und Lernen verzögern Demenz um Jahre
18.02.2026 - 17:53:12 | boerse-global.deLesen, Schreiben und Sprachenlernen senken das Demenzrisiko deutlich. Eine neue Langzeitstudie zeigt: Geistig aktive Menschen erkranken bis zu fünf Jahre später an Alzheimer. Die Ergebnisse unterstreichen die Macht der kognitiven Reserve.
Angesichts von weltweit steigenden Fallzahlen bietet die Forschung einen konkreten Hoffnungsschimmer. Die Studie des Rush University Medical Center in Chicago wurde in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht.
Das Gehirn baut sich einen Puffer auf
Das zentrale Konzept heißt „kognitive Reserve“. Sie beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, Schäden durch Alter oder Krankheit besser zu kompensieren. Lebenslange geistige Aktivität stärkt neuronale Netzwerke – Symptome treten später auf.
Die Studie liefert handfeste Daten: Über acht Jahre begleiteten Forscher fast 2.000 Personen im Durchschnittsalter von 80 Jahren. Das Ergebnis war eindeutig.
- Teilnehmer mit der höchsten geistigen Aktivität hatten ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko.
- Sie entwickelten Symptome erst mit durchschnittlich 94 statt 88 Jahren – eine Verzögerung von über fünf Jahren.
- Bei leichten Vorstufen der Demenz (MCI) betrug die Verzögerung sogar sieben Jahre.
Es ist nie zu spät, mit dem Training zu beginnen
Die Studie analysierte drei Lebensphasen: Kindheit, mittleres Alter und späteres Leben. Der größte Schutzeffekt zeigte sich bei durchgängig hoher geistiger Betätigung. Doch die Forscher betonen: Jeder Zeitpunkt ist gut, um zu starten.
„Auch Aktivitäten im Erwachsenenalter und im Alter tragen maßgeblich zum Schutz bei“, so die Autoren. Entscheidend ist die Tiefe der Beschäftigung. Die oberflächliche Lektüre von Schlagzeilen reicht nicht aus. Komplexe Texte in Büchern fordern das Gehirn stärker heraus und regen kritisches Denken an.
Lesen ist nur ein Baustein
Die Studie beweist einen starken Zusammenhang, aber keine direkte Kausalität. Lesen allein ist kein Wundermittel. Experten sehen es als wichtigen Teil eines umfassenden präventiven Lebensstils.
Zu diesem gehören ebenso:
* Regelmäßige körperliche Bewegung
* Eine ausgewogene Ernährung
* Aktive soziale Kontakte
* Die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck
Neben geistiger Aktivität stärkt auch gezieltes Krafttraining die Gesundheit – besonders ab 50. Ein kostenloses E‑Book zeigt sechs einfache Übungen, mit denen Sie Muskeln aufbauen, Beschwerden vorbeugen und Alltag sowie Schlaf verbessern können. Eine praktische Ergänzung zum Gehirntraining für mehr Lebensqualität. Gratis-Ratgeber: 6 Kraftübungen für Über-50-Jährige herunterladen
Die Erkenntnisse könnten auch die Politik beeinflussen. Sie unterstreichen den Wert von Investitionen in Bibliotheken und Angebote für lebenslanges Lernen.
Ein aktiver Geist als beste Altersvorsorge
Weitere Forschung muss nun klären, welche mentalen Aktivitäten den größten Nutzen bringen und wie genau der Schutzmechanismus funktioniert. Die Botschaft der aktuellen Studie ist jedoch schon jetzt klar: Ein neugieriger und geforderter Geist ist eine der wirksamsten Versicherungen für ein gesundes Altern. Das nächste Buch ist vielleicht die einfachste Investition in die eigene Zukunft.
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